und ich plötzlich WordPress neu erfinde
Es gibt Tage, da läuft alles wie am Schnürchen. Und dann gibt es Tage wie heute – Tage, an denen mein fast fertiges Plugin Archiv & DB Manager kurz davor stand, die Bühne zu betreten … und die KI meinte, spontan Feierabend machen zu müssen.

Eigentlich fing die Geschichte viel früher an. Nach 18 Jahren mit NextGEN war meine Geduld schlicht am Ende. Die alte PRO-Version, die ich einst gekauft hatte, verweigerte zunehmend ihren Dienst, Fehler häuften sich, und irgendwann stand fest: Ich kehre NextGEN den Rücken. Eine echte Alternative? Gab es nicht. Zumindest keine, die meinen fotografischen Workflow wirklich versteht.
Also kam dieser eine Moment, in dem ich mir dachte: Wenn es das Werkzeug, das ich brauche, nicht gibt – dann baue ich es eben selbst. Ganz ohne klassische Programmierkenntnisse, dafür mit klaren Ideen und einer KI an der Seite. Ehe ich mich versah, steckte ich tiefer in der WordPress-Mediathek, als ich je geplant hatte. Die Kamera blieb öfter unbenutzt auf dem Tisch liegen, während ich an Plugins feilte, die WordPress gefühlt schon immer gefehlt haben.
So entstanden nach und nach kleine Helfer – manche bereits veröffentlicht, manche noch geheim, andere so speziell, dass sie vermutlich nur für Menschen taugen, die ähnlich ticken wie ich. Und dann ist da mein Herzensprojekt: Archiv & DB Manager.
Ein Plugin, das die Mediathek endlich so organisiert, wie ich es als Fotograf brauche: Tags vergeben, filtern, aufräumen. Alt-Texte und Bildbeschreibungen direkt im Grid anpassen. Tag-Vorschläge, die erstaunlich treffsicher erraten, was ich vorhabe. Verzahnungen mit anderen Plugins für eine saubere Präsentation. Bearbeiten, löschen, ordnen – all das, was WordPress von Haus aus vermissen lässt. Ein Werkzeug, das meine tägliche Arbeit spürbar erleichtert hat und das ich irgendwann gerne mit anderen teilen möchte. Mein persönliches kleines Meisterstück der Datenbankpflege.
Heute sollte eigentlich der berühmte I-Tüpfelchen-Tag werden. Der letzte Pinselstrich am Code. Der Moment, in dem das Plugin vollendet ist. Gemini hatte mich bis hierhin fantastisch begleitet – saubere Zeilen, klare Logik, sogar die eine oder andere pfiffige Idee. Doch kurz vor dem Ziel war plötzlich die Luft raus.
Erst Verweigerung, dann Überlastung, schließlich nur noch digitaler Kauderwelsch. Code-Schnipsel, die aussahen, als hätte jemand die Tastatur mit dem Schneebesen bedient. Antworten, die mit meinem Projekt rein gar nichts mehr zu tun hatten. Ich habe alles versucht: Seite neu geladen, Prompts umformuliert, Sitzung neu gestartet. Zwecklos.
Vielleicht wird der Montag wieder ein besserer Tag. Vielleicht fängt sich die KI wieder, vielleicht laufen die Server bei Google dann glatt. Und vielleicht bekomme ich wieder brauchbaren Code geliefert, ohne dass mir Kauderwelsch entgegenschlägt.
Bis dahin bleibt mir ein Plugin, das zu 99 Prozent fertig ist – und eine KI, die beschlossen hat, dass 99 Prozent für heute reichen müssen. Am Ende baut man eben nicht nur Code; man baut Geduld, bewahrt sich seinen Humor und freut sich über das, was man bisher ganz allein gestemmt hat.
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