Lange habe ich überlegt, was ich euch an diesem Samstag präsentieren soll. Da ich heute keine ganz frische Aufnahme parat habe, zeige ich euch ein Bild aus der letzten Woche, das noch auf der Festplatte schlummerte – und das mir wirklich ans Herz gewachsen ist.
Entstanden ist die Aufnahme mit dem analogen Auto Revuenon 35mm. Eine Linse, die mir in den vergangenen Tagen und Wochen richtig lieb geworden ist. Für weite Landschaften ist es vielleicht nicht unbedingt die erste Wahl, aber bei Naheinstellungen und dem bewussten Spiel mit der Unschärfe spielen diese alten analogen Schätze ihre wahren Stärken aus. Die Unschärfebereiche werden wunderbar charakterstark gezeichnet. Mit ihrem ganz eigenen Stil lassen diese Objektive die Bilder alles andere als langweilig wirken.

Zumindest ist das mein ganz persönliches Empfinden. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich sonst nur ein einziges modernes Objektiv mit einer ähnlich offenen Blende zur Verfügung habe – das Sigma 70-200mm f/2.8 –, welches ich draußen aber eher selten nutze. Das Helios mit seinen f/2.0 und das Auto Revuenon mit f/2.8 gehören somit zu den lichtstärksten Gläsern in meiner Tasche. Analog hin oder her: Sie sind mehr als gut genug, wenn man weiß, wie man mit ihnen umzugehen hat.
Ich habe lange an diesem Stand gewartet, um endlich eine Person als belebendes Element ins Bild zu bekommen. Irgendwann tauchte tatsächlich eine Frau im Hintergrund auf – blieb dann aber leider viel zu weit entfernt stehen. Ich wartete und wartete. Es schien fast, als hätte sie geahnt, dass ich nur auf sie fokussiert war, denn sie verharrte einfach dort und studierte ausgiebig die Auslage am Obststand.
Für das Motiv, das mir eigentlich im Kopf herumschwirrte, war das leider deutlich zu weit weg. So ganz zufrieden bin ich mit dem Ergebnis daher nicht. Wobei ich eigentlich glücklich sein sollte: So früh am Morgen war die Straße ansonsten nämlich noch wie leer gefegt.
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