Himmelsblicke 2026 – Oktober
Seit Freitagabend sitze ich vor dem Fernseher und traue meinen Augen kaum. Nach acht Jahren nationalistischer PiS-Regierung dachte man, eine neue Regierung würde antreten und im Handumdrehen aufräumen. Leider war dem nicht so. In diesen acht Jahren hat die PiS das Land so tiefgreifend umgebaut, dass eine demokratische Übernahme schier unmöglich schien. Dazu kommen Präsidentschaftswahlen, die durch den Einfluss von Trump und seinen Mogulen beeinflusst wurden – ganz zu schweigen von den unverkennbaren russischen Spuren, die jede Rückkehr auf den demokratischen Kurs so unglaublich schwer machen.
Dennoch mussten Donald Tusk und die neue Regierung handeln. Auf den Präsidenten kann man sich auch im kommenden Jahr, dem vierten seiner Amtszeit, nicht verlassen: Bisher hat er ein Jahr lang nur blockiert und der Regierung bei jeder Gelegenheit Steine in den Weg gelegt. So kann man kein Land demokratisch führen. Hinzukommt das Verfassungsgericht, das jahrelang nur jene Fälle regelte, die der PiS nutzten. Alles andere wurde abgelehnt oder schmort seit Jahren in der juristischen Gefriertruhe, bis unbelastete Menschen die Fälle unpolitisch lösen können.
Es ist unfassbar, dass so etwas im europäischen Musterknaben Polen passiert – einem Land, das seit Kurzem seinen Platz in der G20 hat, exzellente Wirtschaftsdaten vorweist und einen so enormen Einfluss in Europa trägt. Ein Musterknabe plötzlich auf Abwegen, während die Opposition einen anti-europäischen Kurs fährt und das Land nur dank Tusk und seiner Regierung in der EU verankert bleibt. Kaczyński und seine Entourage verfolgen zusammen mit anderen nationalistischen Parteien das klare Ziel, die EU zu verlassen und Polen – ganz nach Orbán-Vorbild in Ungarn – an Oligarchen und Seilschaften zu übergeben.
Es ist kaum zu glauben, aber eine gigantische Propagandawelle im Netz versucht nun, Tusk die alleinige Schuld in die Schuhe zu schieben. Elon Musk und seine Social-Media-Kanäle leisten dabei ganze Arbeit. Auf diese Weise verliert am Ende nicht nur Tusk – sondern ganz Europa.

Aber eigentlich wollte ich über etwas anderes schreiben.
Heute ist der 31. Oktober, und bis jetzt hatte ich noch keinen Blick in den Himmel geworfen. Heute hole ich das nach. Was für ein Glück: Der Nebel, der den Morgen über die ganze Gegend gelegt hatte, versperrte lange die Sicht, aber gegen elf Uhr kam endlich die Sonne heraus. Also nichts wie weg vom Fernseher und raus an die frische Luft für einen Spaziergang. Dabei sind wirklich tolle Bilder entstanden, die ich euch in den nächsten Tagen ganz bestimmt zeigen werde.
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