Sachsen-Anhalt wählt AfD: Ein fatales Signal?

Seit Tagen dominieren die Wahlen in Sachsen-Anhalt die Schlagzeilen und Bildschirme der Republik. Erst kürzlich durfte ich den Spitzenkandidaten der AfD auf den sozialen Medien sozusagen kennenlernen – und plötzlich war mir das Geheimnis ihres Erfolgs schmerzlich bewusst. Gegen solche perfekten Inszenierungen wird diese Partei so schnell keine Stimmen verlieren. Es reicht eben nicht, die AfD nur zu verteufeln, wie es seit Monaten und Jahren gebetsmühlenartig geschieht. Solange die Demokraten ihre Inhalte nicht ebenso geschickt verpacken und dem charismatischen Influencer-Auftritt der AfD entgegensetzen, haben sie schlichtweg keine Chance.

Die Menschen sind es leid, von alt und zerbrechlich wirkenden Politikern regiert zu werden. Sie haben keine Lust, sich anhören zu müssen, dass sie bitteschön bis 70 oder gar 75 arbeiten und privat für die Rente vorsorgen sollen – und das von Leuten, die in den fetten Jahren der Bundesrepublik ihren eigenen Wohlstand längst in Steueroasen in Sicherheit gebracht haben. Es ist fast verständlich: Man muss sich nur ansehen, was sich die Regierung kurz vor den Wahlen noch geleistet hat. Reformen wurden angekündigt, die gefühlt nur das Schlimmste versprachen. Nein, es ist absolut nachvollziehbar, dass die Menschen genau so abgestimmt haben.

Und doch bleibt ein gewaltiges Aber.

Haben sich die Wähler eigentlich eine Sekunde lang überlegt, wem sie da ihre Stimme geben? Sind die im Osten wirklich so kurzsichtig? Haben die Menschen vergessen, wie ihre Heimat noch vor gut 30 Jahren aussah, wie sie damals regiert wurde und was sich seitdem alles verändert hat? Offensichtlich nein.

Man fordert Veränderungen, ein besseres Leben und so weiter. Dabei lebt es sich heute im Osten schon um Längen besser, als es ohne diese verflixte Wiedervereinigung jemals der Fall gewesen wäre. Ja, ich sage „verflixt“, denn sie war vielleicht das schönste Geschenk, das wir Deutschen von der Welt bekommen konnten. Ein Geschenk vor allem für die Ostdeutschen, die in den letzten drei Jahrzehnten eine neue, moderne Heimat aufgebaut bekommen haben – maßgeblich auf Kosten des Westens. Weil das die „Wessis“ haben den größten finanziellen Beitrag für die Einheit geleistet, jeden Monat sichtbar auf dem Lohnzettel. Sie haben hingenommen, wie ihre eigene Infrastruktur bröckelte, wie Schwimmbäder geschlossen wurden und Straßen verfielen. Der Westen hat das getragen, meistens mit Würde und Freude. Auch ich war glücklich zu sehen, wie der Osten Jahr für Jahr aufblühte, obwohl ich hier im Westen dafür zur Kasse gebeten wurde.

Heute, 30 Jahre später, zeigen diejenigen, denen jahrelang vieles ermöglicht wurde, was sie vom Rest der Republik halten. Sie wählen heute eine rechtspopulistische AfD, die in ihren Programmen nicht einmal versteckt, dass sie aus dem Euro und der EU austreten will. Sie wettern gegen Vielfalt und Ausländer, obwohl sie gar nicht wissen, wie es ist, in einer Stadt zu leben, in der fast 45 Prozent der Menschen einen Migrationshintergrund haben – so wie hier in Wuppertal. Sie lassen sich manipulieren und torpedieren den Zusammenhalt der Bundesrepublik, ganz im Sinne eines Putins oder Trumps. Ein starkes Europa ist diesen Mächten schließlich ein Dorn im Auge.

All das steht in den Programmen, all das wird auf den Kundgebungen offen ausgesprochen. Man muss es nur lesen oder hören wollen. Doch genau daran scheint es zu scheitern.

Vielleicht ist es deshalb gar nicht so schlecht, dass die AfD in Sachsen-Anhalt nun so stark abgeräumt hat. Jetzt sind wir an der Reihe: Wir sollten genau das einfordern, was versprochen wurde. Wenn der Sprit in Polen angeblich so viel billiger ist, dann lasst uns künftig in Sachsen-Anhalt tanken und den Liter für 1,50 Euro verlangen. Vielleicht sollten wir auch fordern, dass in den Krankenhäusern ausschließlich deutsche Ärzte operieren.

Es ist gut, dass sie jetzt liefern müssen. Sollen sie zeigen, was sie können. Und wir sollten ihnen ihre leeren Versprechungen genüsslich unter die Nase reiben, wenn sich zeigt, dass alles nur Lügen waren.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie lange das süße Lächeln des Spitzenkandidaten Sigemund noch anhält – und wann es der nackten, braunen Propaganda weicht.

Und euch, liebe Wähler in Sachsen-Anhalt, wünsche ich schon jetzt ein fulminantes Erwachen. Mit der Hand tief im sprichwörtlichen Nachttopf.

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12 Kommentare

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  1. Liebe Hannelore,

    ja, es muss sich etwas ändern – aber nur, weil es jahrelang zu ruhig war, soll man nun die Regierung abstrafen und eine stark nationalistische, um nicht zu sagen faschistische Partei wählen? Ich habe prinzipiell nichts gegen die AfD einzuwenden, manche ihrer Pläne sind mutig und lassen sich sogar unterstützen. Doch solange sie sich nicht klar von ihrer rechtsextremen Gesinnung distanziert, ist sie für mich untragbar. Wer damit leben kann, dass sich jemand offen gegen die Menschenrechte, die EU-Mitgliedschaft oder die Ukraine ausspricht, hat im Parlament schlicht nichts zu suchen.

    Leider haben der mächtige Elon Musk und seine sozialen Medien alles darangesetzt, dass die AfD heute gewonnen hat – und das sogar ziemlich eindeutig. Was allerdings nicht heißen muss, dass sie die Menschen wirklich mit ihrem Programm überzeugen konnte. Man wollte schlicht die Regierung abstrafen, und mit diesem Ergebnis hat man das auch erreicht. Jetzt allerdings werden die Wähler langsam begreifen, dass hinter den Worten von Weidel und Siegmund nur heiße Luft steckt. Schade ist nur, dass man damit wertvolle Zeit verliert und viel Geld in die Hände von Rechtsradikalen fließt, die solche Gruppierungen weiter stärken.

    Schade für Sachsen-Anhalt. Schade für die Menschen. Schade für Deutschland.

  2. Ich weiß nicht was ich sagen soll und Christine drückt das sehr gut aus.
    Viele Firmen haben für den Westen produziert und diese Waren wurden direkt im Westen vermarktet.
    Viele Wessis sind rüber gefahren und dort ihre Schrottwagen verkauft usw.
    Man sollte einfach akzeptieren, dass nun die AfD gewählt wird und somit soll sie auch regieren. Es muß sich etwas ändern.
    Und was die EU betrifft, so toll ist es ja nun auch nicht.
    L.G.
    Hannelore

  3. Liebe Christiane,
    vielleicht war mein Beitrag etwas zu emotional formuliert – ein paar Tage später hätte ich sicher andere Worte gewählt. Aber der Kern meiner Gedanken bleibt derselbe.

    Ich sehe die deutsche Einheit als ein Projekt, das über Jahrzehnte vor allem finanziell von westdeutschen Steuerzahlern und Kommunen getragen wurde. Der Solidaritätszuschlag war keine reine „Wessi-Steuer“, aber die großen Einnahmen kamen nun einmal aus Regionen mit höheren Einkommen – also überwiegend aus dem Westen.

    Gleichzeitig wurden enorme Summen in den Osten investiert: Infrastruktur, Straßen, Schulen, Verwaltungen, Wirtschaftsförderung, Modernisierung. Viele westdeutsche Kommunen mussten eigene Projekte zurückstellen, weil Bundesmittel vorrangig in den Aufbau Ost flossen. Das war politisch gewollt und historisch nachvollziehbar – aber es zeigt, wie stark der Westen die Lasten der Einheit getragen hat.

    Der Osten hat in den 90er-Jahren viel verloren: Betriebe, Arbeitsplätze, alte Strukturen. Aber man darf dabei nicht vergessen, dass ein großer Teil dieser Betriebe wirtschaftlich am Ende war. Viele Unternehmen waren technologisch Jahrzehnte zurück, hoch verschuldet, nicht konkurrenzfähig und hätten im offenen Markt keine Chance gehabt. Es waren keine „Spitzenarbeitsplätze“, sondern oft marode Strukturen, die zwangsläufig zusammenbrachen, sobald sie dem Wettbewerb ausgesetzt waren. Genau deshalb mussten viele dieser Firmen geschlossen oder komplett neu aufgebaut werden – und dieser Neuaufbau wurde über Jahrzehnte maßgeblich aus westdeutschen Mitteln finanziert.
    Aber er hat auch sehr viel gewonnen: moderne Infrastruktur, höhere Lebensqualität, neue wirtschaftliche Chancen. Ohne die Transfers aus dem Westen wäre dieser Aufbau in dieser Geschwindigkeit nicht möglich gewesen.

    Umso schwerer verständlich ist es für mich, wenn manche Regionen heute Parteien unterstützen, die zentrale Grundlagen infrage stellen, von denen sie jahrzehntelang profitiert haben – etwa die europäische Integration oder die föderale Solidarität. Das wirkt wie ein Bruch mit dem gemeinsamen Projekt, das Deutschland seit 1990 getragen hat.

    Mir geht es nicht darum, Menschen zu verurteilen. Aber ich finde, man sollte die historische Realität nicht vergessen: Die Einheit war ein gemeinsames Werk – und viele westdeutsche Regionen haben dafür sehr viel geleistet und geopfert.

    Was mich persönlich wirklich verletzt, ist der Gedanke, dass Menschen, die über 30 Jahre von Investitionen, Infrastruktur und europäischer Unterstützung profitiert haben, sich heute von populistischen Kräften einreden lassen, dass Europa oder die demokratische Gemeinschaft ihnen schadet. Ich verstehe, dass im Osten nicht alles gut läuft – keine Frage. Aber dass man sich ausgerechnet von einer Partei überzeugen lässt, die offen mit extremen Positionen spielt und die europäische Zusammenarbeit infrage stellt, das werde ich wohl nie begreifen.

    Die Einheit war ein gemeinsamer Weg. Und manchmal habe ich das Gefühl, dass dieser gemeinsame Weg heute zu leicht vergessen wird.
    Liebe Grüße czoczo

  4. Hi,
    Wenn man Politiker verunglimpft und den Wählern einen Griff ins Klo bescheinigt, trägt man nicht zu einer sachlichen Analyse bei sondern betreibt Polemik. Zuerst habe ich bei dem Text an einen Bot gedacht der die Stimmung schüren soll. KI will ich in Teilen nicht ausschließen.

    Egal, der Beitrag ist widersprüchlich und in Teilen von der Aussage her unrichtig.

    „ …ein Geschenk vor allem für die Ostdeutschen, die in den letzten drei Jahrzehnten eine neue, moderne Heimat aufgebaut bekommen haben – maßgeblich auf Kosten des Westens. Weil das die „Wessis“ haben den größten finanziellen Beitrag für die Einheit geleistet, jeden Monat sichtbar auf dem Lohnzettel. Sie haben hingenommen, wie ihre eigene Infrastruktur bröckelte, wie Schwimmbäder geschlossen wurden und Straßen verfielen. Der Westen hat das getragen, meistens mit Würde und Freude.“

    Das mit der „Würde und Freude“ lass ich mal dahingestellt, deine Ausführungen bezüglich der Finanzierung der Wiedervereinigung möchte ich etwas differenzieren.

    Der Solidaritätsbeitrag ab 1995 , war keine Wessi-Steuer sondern wurde von allen Steuerzahlern verlangt. Das Geld floss in den Bundeshaushalt und war nicht zweckgebunden – auch wenn man argumentierte damit die deutsche Einheit finanzieren zu wollen. Und es gibt ihn immer noch …

    Mit dem Mauerfall öffnete sich für die westdeutsche Wirtschaft schlagartig ein neuer Absatzmarkt. Westdeutsche Unternehmen haben massiv vom Konsum im Osten profitiert und dort ihre Produkte, Autos und Dienstleistungen verkauft. Der Kapitalismus lässt grüßen. Hier finden sich die Gewinner.

    Nach 1990 wurden über die Treuhandanstalt tausende ostdeutsche Betriebe privatisiert oder geschlossen. Ein Großteil des verbliebenen Vermögens und der Immobilien im Osten gehört bis heute Eigentümern aus dem Westen. Der Osten wurde wirtschaftlich stark umstrukturiert, was zu massiver Arbeitslosigkeit in den 90er-Jahren führte – von einem reinen „Geschenk“ kann für die Betroffenen keine Rede sein.

    Wortreiche Appelle an die Allgemeinheit – kann man machen. Ich bemühe mal das hinlänglich bekannte Zitat von Ghandi : „Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt bewirken willst.“

    Grüße
    Christiane

  5. Lieber Marius,
    ich denke, dass du und ich gar nicht so unterschiedlicher Meinung sind, zumindest nicht, was die AfD und die Katastrophe dieses Wahlausgangs betrifft. Nur sollte man jetzt nicht mit dem Finger auf „die Bürger von Sachsen-Anhalt zeigen“, denn ähnlich wie in den USA gibt es auch hier noch genug anders denkende. Und ich fürchte, dass in zukünftigen Wahlen, auch in den westlichen Bundesländern, das Ergebnis nicht ganz so krass aber durchaus ähnlich aussehen könnte. Da wir uns leider keine perfekten Politiker aus dem Hut zaubern können, die das Ruder wieder herumreisen könnten (ich trauere immer noch einem Robert Habeck nach, der aber auch nicht perfekt war), können wir fast nur darauf hoffen, dass sich die AfD selbst entzaubert.
    Liebe Grüße – Elke

  6. We lived for 6 years in Braunschweig and left Germany days before the fall of the wall. Just today my husband and I were talking about how the former West Germany had to prop up East Germany to bring it up to European standards to the detriment of their people and economy. And now a right wing party gets voted in! People seem to forget easily…just like Trump supporters don’t see that he’s just filling up his pockets and leading the country into an autocracy! It’s sad that all over the world people are becoming more intolerant…

  7. Liebe Elke,
    Ich weis wass Du meinst und bin ich voll deine Meinung. Leider die Welt tickt inzwischen ganz anders als früher. Und diese Wahl hat uns allen das gezeigt, was USA oder sogar Polen schon erläbt hat.
    Erkäntnis hilft inzwischen nicht mehr. Es wird sogar nicht danach gesucht. Und das haben wir in Deutschland regelrecht verschlaffen… in dem Nationalismus der schon längst in Deutschland in verborgen sich von Jahr zu Jahr ausgebreitet hat. Gestern hat an der Salons den Weg gefunden. Nicht weil Sie so klug und so gute Program haben … NEIN. Sie haben gestern Gewonnen weil wir nicht geschaft haben die Menschen zu Demokratie überzeugen.
    Du schreibst… wir können die Politiker nicht aus dem Hud Zauber … JA WIR können das nicht. und wir werden das nicht. Aber WIR MÜSSEN die eigene Bürger zumindest ein wenig hören. Man muss nicht sofort die Renten Alter runtersätzen oder alle vorderungen zu erfühlen. Aber man soll zumindest manche vorderungen versuchen zu verstehen.
    Ich bin kein AfD Wähler … im gegenteil. Aber in viellen sachen haben Sie recht… und damit haben Sie die Menschen gewonnen. Sie haben die Menschen probleme sich angehört und vieles habe Sie versprochen. Schlim ist, das zwischen den Zeilehn in den Programen stehen Sachen die für keinen vernünftig denkenden Menschen akzeptabel ist. Problem nur das WIR alle können das Program von AfD nicht seit gestern… nicht nur den Meier Müller usw. Aber auch unsere Regierung. Und keine war bereit was dagegen zu machen. keine Wolte den Menschen zu Erklären wo AfD einfach Lügt. Mit eigenen nichts tun, haben wir den AfD stark gemacht … und jetzt haben wir das Problem.
    Wenn in kurzen nichts Passiert werden wir Blauen wunder erläben.
    Alles steht in dem Program …
    Deswegen … Nein ich habe keine Mittleid mit den Sachsen-Anhalt Bürgern. Nein! jedem war Bewust wem Sie ihre Stimme abgeben. Auch die Nicht Wähler oder die die einfach mit Ihre Stimme nicht erreicht haben auf die Wahl Einfluss zu nehmen …und haben einfach zu früh Aufgegeben. Jetzt mussen Sie alle … aber auch WIR als Deutsche endlich bewust sein das Rechts … Rechts heist, und AfD so lange sie mit rechten Kräften den Land regieren wollen, müssen mit ihren mitteln bekämft sein.
    Vielleicht ich vertäufle mit meinen gedanken die AfD selbst… vielleicht Sind sie nicht so Braun wie ihre Program, und in Zukunft werde ich mich schämen für meine Wörter … aber lieber schäme ich mich als Akzeptiere das was ist gerade passiert.
    Aber wen ich recht habe …
    Diesmal wird es nicht mehr reichen zu Sagen ich habe nichts gewust… weil wir alle haben es gewusst… WIR ALLE HABEN ES EINFACH ZUGELASSEN.
    Noch ist nichts verloren Sachsen-Anhalt ist nicht Deutschland Ich hoffe das Wir davon lehre ziehen und für die Zukunft solche Deutschland erhalten wie wir Sie in unseren Träumen und gedanken haben wollen

  8. Marius, wenn es wirklich dein eigener Text ist, dann finde ich die von mir zitierten Sätze (und einige andere auch) fast noch schlimmer. Dieses Gejammere, was man alles nicht möchte (aber auch keine Ahnung hat, wie es besser laufen könnte) ist doch genau AfD-Sprech. Ja, ich würde mir auch gerne Politiker aus dem Hut zaubern, die unsere Probleme alle auf einen Schlag lösen. Nur ist das Leben kein Wunschkonzert und das in der Politik schon gar nicht. Ich bin absolut kein Fan unseres aktuellen Bundeskanzlers, aber der ist mir zusammen mit der leider oft gelähmten Koalition immer noch lieber als Weidel, Siegmund und Konsorten. Und den Wählern in Sachsen-Anhalt sollte man auch lieber Erkenntnis als ein „Erwachen mit der Hand im Nachttopf“ wünschen.

  9. Liebe Elke,
    ​ich verstehe deine Kritik, und trotzdem: Es ist mein Text, der von der KI lediglich orthografisch verbessert wurde. Hätte ich meinen Text hier völlig ohne Kontrolle hinterlassen, wäre deine Reaktion bestimmt noch härter ausgefallen!
    ​Was meine Argumentation angeht: Es ging mir vor allem um die Art und Weise, wie sich die CDU gegenüber dem „Sunnyboy“ der AfD präsentiert hat. Ich bin wahrlich kein CDU-Wähler, aber die große Niederlage und der Zustand der Republik seit der Merz-Regierung waren der größte Grund dafür, warum die Menschen in Sachsen-Anhalt so reagiert haben.
    ​Es war nicht das Parteiprogramm der AfD, das die Menschen nach rechts gezogen hat – im Gegenteil: Die meisten haben dieses Programm gar nicht gelesen oder schlicht nicht verstanden. Es reichte vollkommen aus, einen lächelnden, jungen Menschen zur Wahl zu stellen, um die Wähler anzusprechen.
    ​Eine ständige Verteufelung des Gegners reicht heute einfach nicht mehr aus. Man muss die Träume der Menschen ansprechen und ihnen eine Zukunft in hellen Farben zeichnen. Das Wahlergebnis haben wir nun alle vor Augen – und wenn sich daran nichts ändert, werden wir künftig noch schlimmere Ergebnisse sehen.
    ​Das ist meine ehrliche Meinung – ob mit KI rechtschreibgeprüft oder nicht: Es sind und bleiben meine eigenen Gedanken.

  10. Hallo Marius,
    da hast du aber viel reingepackt und leider hört man bei einigen Formulierungen auch stark die KI-Beteiligung heraus. Als ich lesen musste:
    „Die Menschen sind es leid, von alt und zerbrechlich wirkenden Politikern regiert zu werden. Sie haben keine Lust, sich anhören zu müssen, dass sie bitteschön bis 70 oder gar 75 arbeiten und privat für die Rente vorsorgen sollen – und das von Leuten, die in den fetten Jahren der Bundesrepublik ihren eigenen Wohlstand längst in Steueroasen in Sicherheit gebracht haben. Es ist fast verständlich: Man muss sich nur ansehen, was sich die Regierung kurz vor den Wahlen noch geleistet hat. Reformen wurden angekündigt, die gefühlt nur das Schlimmste versprachen. Nein, es ist absolut nachvollziehbar, dass die Menschen genau so abgestimmt haben“ … tat mir das fast schon körperlich weh.
    Hast du da mal einen Moment nachgedacht? Regieren kann man nicht nach Rezept wie Kuchen backen. Zählt Lebenserfahrung nichts mehr? Ich finde auch, dass unsere Regierung starr und oft wenig handlungsfähig erscheint, aber die Weltsituation ist kompliziert und Probleme lassen sich nun mal nicht im Hauruck-Verfahren lösen.
    Am Ende merkt man natürlich, dass du alles Andere als ein AfD-Anhänger bist, aber was du hier zusammengeschrieben hast (oder schreiben lassen), wird doch zumindest in Teilen von denen genau so propagiert.
    Viele Grüße – Elke

  11. Guten Morgen lieber Marius,
    Meine Hochachtung für diesen Beitrag !
    Du schreibst genau das Richtige, was das Thema AfD betrifft.
    Unfassbar für alle Menschen, denen das Gehirn nicht vernebelt ist !!
    Es ist beängstigend, was da möglicherweise auf Deutschland zukommen wird.

    „Es ist gut, dass sie jetzt liefern müssen. Sollen sie zeigen, was sie können. Und wir sollten ihnen ihre leeren Versprechungen genüsslich unter die Nase reiben, wenn sich zeigt, dass alles nur Lügen waren.“

    Vielleicht geht denen, die Ihr Kreuzchen an die falsche Stelle gesetzt haben, dann endlich ein Licht auf.
    Mehr brauche ich nicht zu schreiben, du hast alles richtig gesagt, danke dafür.
    ♥lichst Jutta