Vitamin Bombe
Ich gehöre definitiv zu den Menschen, die wirklich gerne essen – in den letzten Jahren sieht man mir das wahrscheinlich auch ein wenig an. Aber selbst etwas in der Küche vorzubereiten? Da warte ich dann doch lieber auf meine Frau, um gemeinsam den Kochlöffel zu schwingen. Ideen habe ich allerdings reichlich. Die meisten davon finde ich in verschiedenen Facebook-Gruppen, in denen Frauen wie auch erstaunlich viele Männer die wunderbarsten Gerichte zaubern. Ich sitze dann davor und denke mir jedes Mal: Mensch, das hätte ich jetzt zu gerne auf dem Teller!
Doch es selbst anzugehen … dazu fehlte mir bisher oft der Mut – und ehrlich gesagt auch die Zeit, vor allem momentan.
Und dennoch: Bei dieser einen Suppe – oder sollte man es eher Eintopf nennen? – sah alles so wunderbar einfach aus. Da sagte ich mir: Das machen wir nach! Und wir haben es tatsächlich durchgezogen. Da meine Frau diese Woche frei hat, sind wir gestern gemeinsam zum chinesischen Markt nach Elberfeld gefahren, um die Zutaten frisch zu besorgen. Sojasauce hatten wir noch zu Hause. Wir wollten nämlich schon einmal etwas Chinesisches kochen, weshalb die Flasche noch im Schrank stand.

Die restlichen Zutaten fehlten uns allerdings völlig. Normalerweise kommt bei uns bodenständige Hausmannskost auf den Tisch, gerne auch mal Schlesisch. Unser Ausflug in die asiatische Küche war vor Jahren nach einem einzigen Versuch gescheitert: Damals hatten wir eine Suppe gekocht, die so extrem scharf geraten war, dass wir sie leider ungenießbar entsorgen mussten. Diesmal sind wir also wesentlich vorsichtiger an die Sache herangegangen … und siehe da: Es hat funktioniert!
Vielleicht hätte man von der einen oder anderen Zutaten noch eine Prise mehr dazugeben können, aber im Großen und Ganzen ist es eine phantastische Miso-Suppe geworden – von der wir auch morgen noch schlemmen werden.
Leider waren wir bei der Zubereitung so vertieft und engagiert bei der Sache, dass ich glatt vergessen habe, das Ganze fotografisch zu begleiten. Schicksal! Beim nächsten Mal werde ich definitiv besser darauf achten, zumindest ein paar Bilder für euch zu machen.
Aber nun zum Gericht selbst! Wie es offiziell heißt? Keine Ahnung. Ich habe es kurzerhand „Vegetable Chicken Miso Soup“ getauft.
Zutaten (für ca. 6–8 Portionen)
- 2000 ml Wasser
- 1200 g Hähnchenbrust
- 500 g Chinakohl
- 400 g Möhren
- 300 g rote Paprika
- 240 g Sellerie
- 80 g Sojasauce
- 60 g frischer Schnittlauch
- 40 g helle Miso-Paste
- 40 g Kokosmilch
- 20 g gemahlenes Zitronengras
- Kurkuma (haben wir vergessen zu Kaufen… dafür versuchten wir Currypulver zu geben)
- Etwas Sesamöl
- Pfeffer und Salz nach Geschmack
Zubereitung:
- Zuerst schneiden wir die Hähnchenbrust in kleine Würfel und bringen sie in einem recht großen Topf mit dem Wasser zum Kochen.
- In der Zwischenzeit reiben wir Sellerie und Möhren grob ab. Nach etwa 10 Minuten geben wir das geriebene Gemüse mit in das kochende Wasser und lassen alles abgedeckt bei kleiner Hitze langsam köcheln.
- Währenddessen schneiden wir die Paprika in ganz schmale Streifen und den Chinakohl in feine Stücke – so zieht sich der Kohl später auf dem Teller nicht so sehr in die Länge.
- Nach weiteren 10 Minuten nehmen wir den Deckel ab und fügen Paprika sowie Chinakohl hinzu. Deckel wieder drauf und alles für etwa 10 Minuten sanft köcheln lassen, bis das Gemüse angenehm weich ist.
- Nun regeln wir die Temperatur am Herd deutlich herunter. Wir geben die Sojasauce, die Miso-Paste, das Zitronengras und die Kokosmilch hinein. Bei niedriger Hitze wird alles gut verrührt, damit die Zutaten durch zu hohe Temperaturen nicht unnötig an Geschmack verlieren. Das Ganze lassen wir unter Rühren ca. 5 bis 7 Minuten sanft verbinden.
- Zum Schluss heben wir den frischen Schnittlauch und einen Schuss Sesamöl unter, rühren noch einmal durch – und fertig!
Mit etwas Reis serviert hat es wirklich fantastisch geschmeckt. Die Zutaten waren vielleicht noch nicht zu 100 % perfekt ausbalanciert – beim nächsten Mal werden wir wohl etwas mehr Miso-Paste und Sojasauce nehmen –, aber für den ersten Versuch war es ein absolut gelungenes Experiment.
Das Rezept ergibt übrigens eine ordentliche Menge für 6 bis 8 Portionen. In unserem Fall haben wir die Hälfte heiß in ein Einmachglas abgefüllt und in den Kühlschrank gestellt. So habe ich am Montag direkt ein feines Mittagessen zur Hand! Der Rest wandert morgen auf die Teller – angeblich soll so eine Suppe am zweiten Tag ja noch viel besser schmecken. Ich bin gespannt!
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