Mural „Love Gloves“ – Nuno Viegas

NUNO VIEGAS, auch bekannt als METISONE, ist ein portugiesischer Künstler, geboren in Faro (1985) und aufgewachsen in Quarteira. Gründer des Kunstkollektivs Policromia Crew begann seine künstlerische Reise 1999 mit Graffiti.
Nuno präsentiert uns einen Kontrast zwischen der visuell aggressiven und manchmal schmutzigen Realität traditioneller Graffiti und ihrer friedlichen und sauberen Darstellung in seinen Werken. Der Zugang zu diesem Thema ist eine kontinuierliche Hommage an alle, die einen Teil ihres Lebens dieser Szene widmen. Graffiti-Autoren, die es in einer Zeit real und lebendig halten, in der die Definition von Graffiti oft verschwimmen und mit Street Art vermischt wird. ( Nuno Viegas )
Manche Kunstwerke suchen nicht die lauteste Ecke der Stadt, um zu wirken. Während sich viele der bekannten Murals des Projekts Urbaner KunstRaum Wuppertal (UKW) direkt entlang der geschäftigen Talachse aneinanderreihen, verlangt dieses Werk einen kleinen, bewussten Abstecher. Doch der Weg lohnt sich – egal, ob man kurzerhand in den Bus steigt oder die Pedale auf der nahegelegenen Nordbahntrasse kreisen lässt.
Schon von Weitem sticht die strahlend gelbe Fassade an der Rudolfstraße 8 ins Auge. Ein warmer, leuchtender Farbton, der sofort gute Laune verbreitet und dem Grau des Alltags eine gehörige Portion Leichtigkeit entgegensetzt.
Dreidimensionale Illusion von Nuno Viegas
Geschaffen wurde das Mural von dem portugiesischen Urban-Art-Künstler Nuno Viegas. Wer seine Arbeiten kennt, weiß um seine faszinierende Fähigkeit, dem klassischen Sprühdosen-Graffiti eine völlig neue, fast sterile Ästhetik zu verleihen.
Viegas greift in der Motivreihe „Love Gloves“ auf ein Markenzeichen zurück: weiße Einweghandschuhe, wie man sie aus der Street-Art- und Sprüherszene kennt. Auf der Fassade bilden die Hände übereinander gestapelte Herz-Gesten. Was auf den ersten Blick schlicht wirkt, entfaltet bei genauerem Hinsehen eine verblüffende Tiefe. Durch die präzise gesetzten Schattenwürfe entstehen extrem realistische Faltungen und eine Plastizität, die die Hände förmlich aus der Wand hervortreten lässt. Es entsteht eine echte 3D-Illusion, die den Betrachter innehalten lässt.
Ein Werk, das verbindet
Das Zusammenspiel aus dem harten, dunklen Graffitischwung im Hintergrund und den sanften, ikonischen Herzgesten im Vordergrund schafft einen spannenden Kontrast. Es zeigt die subversive Welt des Graffiti in einer friedlichen, fast poetischen Form.
Wer Wuppertals Straßenkunst erkunden möchte, sollte den Blick also nicht nur starr auf die Hauptverkehrsadern richten. Es sind genau diese Entdeckungen abseits der gewohnten Wege, die das urbane Freiluft-Museum der Stadt so lebendig und nahbar machen.
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