Ich habe mich so auf meinen Balkongarten gefreut. Alles fing wunderbar an: Tomaten, Gurken und Basilikum legten nach dem Umtopfen in größere Gefäße ein echtes Turbo-Wachstum hin. Während in unserem Garten in Polen die ersten Gurken bereits geerntet wurden, wuchs in Urlaub die Vorfreude auf die heimische Ernte von Tag zu Tag. Ich konnte es kaum erwarten, nach Hause zu kommen.

Leider hatte ich einen entscheidenden Faktor nicht einkalkuliert: Ein Balkongarten braucht neben Wasser auch ein wenig Zuwendung – eine Aufgabe, die mein Sohn während meiner Abwesenheit offenbar sehr minimalistisch interpretiert hat. Er sollte täglich gießen, aber bitte mit Maß, damit nicht der halbe Balkon unter Wasser steht. Das „Nicht viel“ hat er sich wohl ganz besonders zu Herzen genommen. Das Ergebnis? Sagen wir so: Die Enttäuschung nach der Rückkehr war grenzenlos.


Ob aus den verbliebenen Pflänzchen noch etwas wird, steht in den Sternen. Immerhin hält sich das Basilikum wacker, und die Paprika zeigt stolze Größe – auch wenn sie hartnäckig jede Fruchtverweigerung betreibt. Nun gut, wir schauen mal. Ab sofort übernehme ich das Gießen wieder selbst, kombiniere es mit einer ordentlichen Portion Liebe und spreche gut zu den grünen Sorgenkindern. Vielleicht erholen sie sich ja noch.
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