Ich war wirklich schon lange nicht mehr hier. Bei meinem letzten Besuch vor drei Wochen mussten wir so schnell abbrechen, dass wir gar nicht erst bis zu den Gehry-Bauten gekommen sind. Deshalb waren mir die Veränderungen, die hier im Medienhafen passiert sind, gar nicht richtig bewusst.

Wie es aussieht, kommt die weltberühmte Architektur langsam in die Jahre. Der Platz davor hat sich durch die Tische der lokalen Gastronomie ein wenig verkleinert, aber genau dadurch hat er ein herrlich lebendiges Flair bekommen. Es muss faszinierend sein, abends hier vorbeizuschauen – draußen ist dann bestimmt einiges los. Jetzt, mitten in der Woche um 12 Uhr mittags, wirkt die Szenerie allerdings noch ein wenig befremdlich.


Was mir jedoch Sorgen macht, ist der Zustand der Gebäude, vor allem des weißen Hauses. Die Fassadenfarbe blättert ab, und in einer Ecke sieht man etwas – ich bin zwar kein Bauingenieur, aber es wirkt wie ein riesiger Schimmelfleck, der durch eingedrungenes Regenwasser entstanden ist. Diese außergewöhnliche Architektur ist wirklich in die Jahre gekommen. Doch trotz allem hat sie nichts von ihrer faszinierenden Schönheit eingebüßt. Ein wenig frische Farbe, und die Häuser strahlen wieder wie neu.
Obwohl es eigentlich Mittagszeit war – bekanntlich nicht die beste Uhrzeit zum Fotografieren –, habe ich schon lange keine so interessanten Bilder mehr von hier mitgebracht. Woran das lag? Es war der Polarisationsfilter! Ich habe ihn endlich mal mitgenommen, und das Ergebnis hat mich so überzeugt, dass ich ihn wohl vorerst nicht mehr vom Objektiv nehmen werde.

Ein kleiner Hintergrund zu den Gebäuden: Die ikonischen Neuen Zollhof-Gebäude, besser bekannt als Gehry-Bauten, wurden 1999 fertiggestellt. Der US-amerikanische Architekt Frank O. Gehry schuf mit den asymmetrischen, fließenden Formen und den drei unterschiedlichen Fassaden (weißer Putz, roter Backstein und spiegelnder Edelstahl) das absolute Wahrzeichen des Düsseldorfer Medienhafens.
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