Wenn Wuppertaler Fassaden Geschichten erzählen
Seit ein paar Jahren findet man auf den Straßen Wuppertals Kunstwerke der ganz besonderen Art. Keine einfachen Kritzeleien oder schnellen Graffiti, sondern beeindruckende Murals, die in kein normales Museum passen würden – und stattdessen ihren perfekten Platz direkt auf den Häuserfassaden gefunden haben.
Durch das Projekt Urbane Kunstraum Wuppertal (UKW) ist bei uns eine Galerie an der frischen Luft entstanden. Ein Museum, für das man Eintrittskarten gegen bequeme Schuhe tauscht und sich von Wand zu Wand bewegt, um all die Werke zu entdecken. Ich bin mittendrin: Bei ein paar gezielten Spaziergängen habe ich bereits einen Teil dieser Fassadenkunst erkundet. Es bleiben noch viele, die ich sehen möchte – und das werde ich in den nächsten freien Minuten angehen. Bevor das wechselhafte Wuppertaler Wetter Spuren hinterlässt oder Unvernünftige handanlegen.
Ein Moment, der einfach umhaut
Neulich bin ich vor einem Mural stehen geblieben, das mich schlichtweg von den Socken gehauen hat: eine unglaublich realistische Szene, wie man sie selten auf einer Hauswand sieht. Besonders die Darstellung der Glasstruktur hat mich völlig überrascht – das wirkt aus der Nähe wie auch aus der Distanz faszinierend echt.
Meine Faszination ist noch weiter gestiegen, als ich mich auf der Website des Künstlers umgesehen habe. Der Maler hinter diesem Werk ist Fintan Magee.

Wer ist Fintan Magee?
Fintan Magee ist ein in Sydney ansässiger, sozialrealistischer Maler, der weltweit für seine großformatigen Wandgemälde bekannt ist. Geboren 1985 im australischen Lismore (New South Wales) als Sohn einer Architektin und eines Bildhauers, zeichnete er bereits in frühester Jugend. Seine Arbeiten prägten zunächst oft die isolierten, verlassenen Ecken urbaner Räume. Heute findet man seine Spuren international – von London, Wien und Kopenhagen über Kiew und Rom bis nach Los Angeles, Miami oder Buenos Aires.
Geprägt durch frühe Eindrücke der politischen Wandgemälde in der nordirischen Heimat seines Vaters, besitzt Magees Schaffen einen ausgeprägt sozialen und narrativen Charakter. Er verbindet dokumentarische, fast journalistische Beobachtungen mit öffentlicher Kunst. Seine Motivation zieht er aus dem Wissen, dass Kunst im öffentlichen Raum starke soziale Botschaften transportieren und Gemeinschaften sowohl herausfordern als auch verbinden kann.
Ein Blick über den Tellerrand
Nahezu alle Werke auf seiner Website besitzen genau diese besondere Stimmung und wirken im Großformat schlicht großartig. Ein Besuch seiner Online-Galerie lohnt sich definitiv. Spätestens dann wird einem klar, welch hochkarätige internationale Künstler nach Wuppertal eingeladen wurden.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll: Es geht hier nicht um ein einfaches Bemalen von Wänden. Es ist eine lebendige Galerie, die Wuppertal Stück für Stück auf die Karte der internationalen Streetart setzt.
Welche Murals im Wuppertaler Stadtgebiet habt ihr schon entdeckt?
Welches Werk hat euch bisher am stärksten überrascht?
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