Seit Kurzem zeige ich euch hier jeden Sonntag ein neues Mural aus Wuppertal. Heute habe ich eines der für mich schönsten Kunstwerke mitgebracht, die ich in unserer Stadt bisher vor die Linse bekommen habe.

Das soll natürlich nicht heißen, dass mir beispielsweise die Pina-Bausch-Serie nicht gefällt – ganz im Gegenteil! Aber dieses Kunstwerk ist einfach anders. Es fällt viel leichter, die pure Schönheit dieses Murals in sich aufzunehmen. Man kann sagen: Es ist Kunst für jedermann. Ein Bild, bei dem man optisch sofort anbeißt, weil es einfach grandios aussieht. Erst im zweiten Moment überlegt man sich, was die Künstler uns damit eigentlich sagen wollen.

Und das ist eine ganze Menge! Wir sehen einen gewaltigen Elefanten, der scheinbar schwerelos und fast ein wenig hilflos in einem gigantischen Glaskolben schwebt. Oben schwappt das Wasser, durch eine unsichtbare Grenze vom Rest getrennt. Und unten? Da entdecken wir unsere Heimat – Wuppertal im Miniaturformat, komplett mit bergischem Flair und sofort erkannt durch unsere Schwebebahn. Die Stadt hätte man bestimmt noch ein wenig detailgetreuer malen können … aber auch so ist es einfach fantastisch.

Das Mural liegt ein wenig versteckt in einem Stadtbereich, in den man sich als Tourist kaum verläuft. Und dennoch ist es absolut einen Besuch wert. Nicht weit von der Schwebebahnstation kann man sich ruhig auf einen kleinen Spaziergang machen. Aufgespürt habe ich es auf einer Fassade gegenüber einem Parkplatz, von wo aus man das Kunstwerk in aller Ruhe und wunderschön beobachten kann.

Hinter diesem Meisterwerk steckt das international bekannte Schweizer Künstler-Duo NEVERCREW. Christian Rebecchi und Pablo Togni arbeiten schon seit 1996 zusammen und sind weltweit für ihre hyperrealistischen, großformatigen Wandbilder bekannt. Ihr Lieblingsthema ist das oft schwierige Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Industrie.

Bei „Switch“ (auf Deutsch: Schalter oder Umkehrung) zeigen sie uns eine völlig verkehrte Welt: Die mächtige Natur (der Elefant) wird von uns Menschen in ein Reagenzglas gesperrt, während unsere winzige Zivilisation am Boden das Fundament dieses Käfigs bildet. Das Mural wirkt wie eine stumme Bitte, den Schalter im Kopf einfach mal umzulegen und unser Verhältnis zur Natur zu überdenken. Das sind tiefgründige Gedanken, bei denen mir vielleicht die KI ein wenig auf die Sprünge geholfen hat. Für mich zählte im ersten Moment nämlich einfach nur die schiere optische Wucht des Bildes.

Aber selbst wenn man diese tiefere Botschaft nicht sofort sieht – es bleibt ein absoluter Hingucker, bei dem man einfach stehen bleiben muss.

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Ein Kommentar

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  1. Wow, it’s a stunning mural Marius! And it makes you think about our role in relation to nature. Thanks for participating in Monday Murals.