Ich weiß gar nicht, wo ich heute mit meiner Erzählung anfangen soll… Es ist so viel passiert, dass es mir richtig schwerfällt, meine Gedanken zu sortieren. In so einem Fall ist es wohl am besten, wenn man ganz von vorne beginnt.
Samstagmorgen, gegen 07:30 Uhr. Da draußen, wo fast alle anderen noch im Bett liegen und ihren gesunden Schlaf zu Ende schlafen, schnappte ich mir meinen Rucksack voller „Glasscherben“ und ging zum Auto. Heute fing nämlich die Handball-Saison der Mädchen an. Noch rechtzeitig vor der Sommerpause mussten sie die Qualifikationsturniere durchspielen. Es ging um die wichtige Liga-Verteilung – also darum, die Besten in den höchsten Ligen einzusortieren und die weniger Guten in den schwächeren Ligen unterzubringen, wo man dann auf leistungsmäßig ähnliche Mannschaften trifft. Aber wie das Turnier am Ende ausging, das erzähle ich euch ein anderes Mal. Heute gibt es quasi nur das Vorspiel zu dem, was ich am Wochenende so erlebt habe. 🙂
Nümbrecht
Die Reise ging nach Nümbrecht – auf die andere Seite des Bergischen Landes, hinter Gummersbach und Köln. Ein ganz schönes Stück Fahrt lag also vor mir. Da ich mit meinem Sohnemann unterwegs war, der die Mannschaft trainiert, mussten wir schon um 10:00 Uhr vor Ort sein. Also nichts wie hin!
Da die Spiele erst um 11:00 Uhr anfingen, hatte ich genügend Zeit, die Gegend ein wenig zu erkunden. Nümbrecht, eine kleine, verschlafene Ortschaft weit weg von allem, was man sonst so Zivilisation nennt, hat erstaunlich viel zu bieten! Ein wunderschöner, sauberer Ortskern, wie man ihn in einem Moloch wie Wuppertal kaum noch kennt. Alles voller Fachwerkhäuser, Fassaden aus schwarzem Schiefer und den typischen grünen Fensterläden, wie es sich für das Bergische Land gehört.
Aber Nümbrecht hat noch mehr zu bieten: Allein die Schule mit ihren modernen Hallen, einem fantastischen Sportplatz und einem Schwimmbad – wow, das habe ich so nicht erwartet! Und über dem Ort, mitten im Grünen, wacht ein wunderschönes Schloss. Es gab also genug zu entdecken. In der kurzen Zeit konnte ich gar nicht alles erfassen, weil um 10:00 Uhr die meisten Menschen wahrscheinlich gerade erst aus dem Bett kriechen, frühstücken und heißen Kakao oder Kaffee trinken…
Das war jedenfalls der interessante Teil des Tages (über das Turnier selbst will ich vorerst schweigen, warum, erfahrt ihr noch). Zurück zu Hause war ich erst gegen halb sieben abends. Was tut man nicht alles, um den Mädels zuzuschauen, selbst wenn die Spiele so weit entfernt sind. Wenn ich Zeit habe, fahre ich eben immer mit.
Zuhause angekommen habe ich wie gewohnt die Kamera herausgeholt und die Bilder auf den Rechner überspielt. Das war es dann aber auch erst einmal. Die Bearbeitung habe ich mir für später aufgehoben. Zwölf Stunden Aufopferung für den Handballsport waren genug, es gibt schließlich auch noch andere Dinge im Leben. Vor allem bin ich seit ein paar Tagen intensiv mit meinem Blog und einem Plugin beschäftigt, das ich auf die nächste Entwicklungsstufe bringen will. Also hieß es: Ab an den Arbeitseinsatz – und das bis spät in die Nacht!
Der Horror um 4 Uhr: Datenverlust auf der Speicherkarte
Wann ich schlafen gegangen bin, weiß ich gar nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich mitten in der Nacht plötzlich wach wurde. Es war vielleicht 04:00 Uhr morgens… Scheiße. Wie es aussieht, kehren meine Schlafprobleme allmählich wieder zurück. Zwei-, dreimal habe ich mich im Bett gewälzt und versucht, wieder einzuschlafen. Keine Chance. Also nichts wie ran an den Rechner! Es warteten schließlich massenweise Bilder vom Samstag auf ihre Bearbeitung.
PC angemacht, die Kamera abgeklemmt und – wie ich es routiniert für den nächsten Einsatz, vielleicht einen Sonntagspaziergang, mache – die Speicherkarte geleert und alles im Rucksack verstaut. Bis dahin war der Rechner endlich hochgefahren, sodass ich mich sofort auf die Arbeit stürzen konnte.
Nur welche Arbeit? Aus dem sechsstündigen Aufenthalt in Nümbrecht waren nur ein paar Bilder vom Spaziergang übrig, die ich in einem anderen Ordner abgespeichert hatte, und die Fotos vom letzten Spiel des Turniers. Aber wo zur Hölle waren die Bilder der ersten beiden Spiele?!
Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken. Eben noch leicht verschlafen, war ich in diesem Moment schlagartig hellwach. Ich suchte und suchte… Dieser Ordner, jener Ordner, eine andere Festplatte auf dem Rechner. Das konnte doch nicht sein! Meine Vorgehensweise hat sich über die Jahre so perfektioniert, dass es extrem selten vorkommt, dass Bilder woanders landen. Aber vielleicht ja diesmal? Sind sie einfach auf einer anderen Festplatte gelandet? NEIN!
Erste dunkle Gedanken machten sich breit. Ich schaute im Windows-Papierkorb nach – dort landen ja meist die misslungenen Bilder, die man sofort aussortiert. Aber auch der war leer. In dem Moment dachte ich an die Kamera… die ich erst vor wenigen Minuten gelöscht hatte. Wenn ich die Bilder auf dem PC nicht finde, sind sie für immer verloren. Panik machte sich breit.
Man könnte sagen: Ist doch egal, ich verdiene damit schließlich keinen müden Cent. Aber allein der Gedanke, Bilder verloren zu haben, hat mich völlig aus der Ruhe gebracht. Anstatt die Fotos zu bearbeiten, war ich nun auf der Suche nach Lösungen. Ich lud eine App herunter, die stundenlang die Karte scannte. Das Programm fand tatsächlich 2.000 Dateien. Nein, so viele Bilder hatte ich am Samstag nicht gemacht, aber es war beruhigend zu sehen, dass überhaupt etwas auf der vermeintlich leeren Karte existierte.
Die Rettung: Wie eine KI mir half, gelöschte Bilder zu retten
Das dicke Ende kam nach dem Scan: Die App verlangte plötzlich Geld für die Wiederherstellung. Bezahlen?! Was für Abzocker! Ich mache mir hier die Arbeit, damit die Menschen Freude an den Bildern haben, und ich soll dafür noch bezahlen? NEIN! In diesem Moment hatte ich nicht nur gefühlt meine Bilder verloren, sondern auch noch stundenlang Zeit verschwendet.
Also blieb mir nichts anderes übrig, als die KI um Rat zu fragen. Die KI hat mir schon so oft gute Tipps gegeben – eigentlich verwunderlich, dass ich nicht sofort daran gedacht habe. Und tatsächlich: Es gibt kostenlose Open-Source-Werkzeuge. PhotoRec (Die echte Open-Source-Alternative). Das Tool war zwar komplett in Englisch und wie ein altes DOS-Programm aufgebaut, aber nach über einer Stunde hatte ich wirklich fast 2.000 Dateien auf meinem Rechner!
Knapp 400 Bilder stammten vom Samstag – aber es waren sogar Bilder dabei, die ich vor drei Jahren geschossen hatte! WAS?! Ich lösche die Karte jedes Mal, ich habe sie sogar schon formatiert, und trotzdem findet man Sachen, die längst Geschichte sein sollten.
Was aber gestern beim Übertragen genau schiefgelaufen ist, konnte mir die App natürlich auch nicht sagen. Anscheinend habe ich einfach nicht alles auf den Rechner überspielt und war mir heute Morgen vor dem Löschen viel zu sicher, dass alles drauf ist. Man lernt eben nie aus… Zumindest konnte ich meine gelöschten Bilder retten. Jetzt kann ich mich endlich ganz entspannt an die Arbeit machen und die Fotos entwickeln!
Und wie Rettet Ihr eure verlorene Dateien?
Hat dir dieser Einblick gefallen?
Erzähl doch anderen davon oder inspiriere sie für ihren eigenen Blog!
Folge mir oder teile auf: Facebook • Instagram • Pinterest
Ein Blog wie czoczo.de lebt von Leidenschaft und Zeit.
Warum eigentlich ein Kaffee? Mehr dazu hier.

