
Letzte Woche war es im Düsseldorfer Schlossgarten so schön, dass wir heute spontan nach Bochum gefahren sind – in den Botanischen Garten der Ruhr-Universität. Nicht, dass wir in Wuppertal keinen hätten. Im Gegenteil, aber bei dem herrlichen Wetter wäre er sicherlich hoffnungslos überlaufen gewesen. Der Garten der Uni Bochum ist dafür riesig, und die Menschen haben genügend Platz, sich zu verstreuen. Er gehört zu den Gärten, die wir früher ziemlich oft besucht haben, zumindest als die Jungs noch kleiner waren.
Dieses Jahr waren wir also zum ersten Mal seit Langem wieder dort. Es hat sich einiges verändert: Man erkennt die Anlage zwar wieder, aber manche Beete liegen nun ganz woanders oder wurden völlig neu angelegt. Der Garten ist noch voll im Umbau. Die Architektur der 60er und 70er Jahre zeigt langsam ihre Risse, weshalb viele Treppen aus Sicherheitsgründen gesperrt wurden. Das hat unsere Wegauswahl ein wenig beeinflusst, was aber gar nicht geschadet hat. So konnten wir das Areal quasi neu entdecken. 🙂

Natürlich war die Kamera beim Spaziergang dabei, und auch mein Makro-Objektiv hat endlich wieder Platz im Rucksack gefunden. Ich habe bei Elke und Sarie so wunderschöne Ergebnisse gesehen, dass ich endlich wissen wollte: Kann ich das noch? Jede Linse hat ihren unterschiedlichen Blickwinkel, und vor allem so ein Makro ist gewöhnungsbedürftig. Gerade draußen passiert es sehr schnell, dass die Schärfe nicht genau da sitzt, wo gerade das Blümchen steht. Wind und meine zittrigen Hände waren oft der Grund, wieso das Makro meistens zu Hause geblieben ist. Und heute war es nicht anders – eher noch schlimmer.
Mein Makro gehört zu den ältesten Objektiven in meinem Rucksack. Es hat schon viel gesehen und an zahlreichen „Expeditionen“ teilgenommen, gerade in den Anfängen meines digitalen Zeitalters. Ja, so alt ist es schon. Und wie es aussieht, zeigt es langsam Alterserscheinungen. Ich musste es nach 20 Minuten abnehmen, weil sich die Schärfe einfach nicht mehr einstellen ließ. Ich weiß, ich weiß … ein Makro fokussiert man ohnehin meistens mit der Hand, aber ich nutze gerne zuerst den Autofokus, um mir zumindest die langen „Wege“ zu ersparen. Tja, was soll ich sagen … es war einerseits Enttäuschung pur. Obwohl es mir schon vor ein paar Wochen zu Hause aufgefallen war, dass der Autofokus ab und zu hakt, konnte ich heute das volle Programm erleben. Der AF-Motor gab keinen Mucks mehr von sich. Um mir den Spaziergang nicht vollkommen zu versauen, bin ich wieder auf mein Canon RF „Immerdrauf“ umgestiegen. Zumindest konnte ich so noch ein paar Bilder machen – auch wenn meine Gedanken schon zu Hause bei dem Oldie von SIGMA waren.



Wieder daheim angekommen, habe ich es noch mal versucht. Ich habe den kompletten Schärfebereich manuell durchgedreht, das Objektiv von der Kamera genommen und die Kontakte so gut wie möglich gesäubert. Auch den Objektivadapter habe ich abgenommen und gereinigt. Und auf einmal … gab die Linse wieder Lebenszeichen von sich! Der Motor funktioniert. Er dreht sich zwar ein wenig langsam, aber er läuft. Nur, was war der wahre Grund für diesen Blackout? Das ist schwer zu sagen. Ich vermute, das Objektiv trägt eine Teilschuld, aber es könnte auch am Adapter liegen. Auch beim Fotografieren in der Halle habe ich öfter gemerkt, dass mein anderes EF-Objektiv (das 70-200) ab und zu Probleme mit der Schärfeeinstellung hat – vor allem, wenn der eingestellte Bereich weit vom neuen Schärfepunkt entfernt liegt.
Das Schlimmste an der ganzen Geschichte ist, dass man immer glaubt, die Sachen würden hundert Jahre funktionieren. Aber so ist es nicht. Sogar alte Analoge Objektive erreichen irgendwann ihre Lebensgrenze, und man muss sie entweder reparieren lassen oder ersetzen. Manche Teile in meiner Fototasche haben diesen Punkt langsam erreicht.
Gar nicht gut!
Übrigens … ich habe versprochen öfteren Black & White zu liefern … hier ist eine von heute 🙂

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Hallo Marius,
ist immer doof, wenn die Ausrüstung nicht so möchte wie man selbst. Aber trotzdem hast du doch ein paar schöne Fotos mitgebracht. Bei den Libellen ist ein Makro meistens gar nicht so günstig, denn man muss doch recht nah ran, es sei denn man hat so ein superlanges Telemakro. Ich liebäugele ja auch immer noch mit dem M. Zuiko 90 mm Macro für mein OM-System. Aber es ist schon teuer. Und in diesem Sommer hätte es definitiv keinen Sinn gemacht. Es wird auch gerade mit einigem Nachlass angeboten, was darauf schließen lässt, dass die wenigsten Leute in diesem Jahr Lust hatten, sich ein teures Makro-Objektiv zuzulegen. Mit welcher Brennweite hast du die Hufeisen-Azurjungfer fotografiert?
Bei deinem Schwarz-Weiß-Foto würde ich die Grotte mit dem Wasserfall etwas aufhellen. Die erkennt man kaum als solche.
Herzliche Grüße und komm gut in die neue Woche
Elke