Der Kreislauf der Natur im grünen Wuppertal
Dass Wuppertal die grünste Großstadt Deutschlands ist, merkt man an jeder Ecke, sobald man die bebauten Straßen verlässt. Bei einem kurzen Spaziergang entdeckte ich diesen besonderen, gefällten Baumstamm. Es war einer von jenen Riesen, die bestimmt schon 100 Jahre lang alles auf der Welt gesehen und Generationen von Menschen ihren kühlen Schatten gespendet haben. Doch obwohl die Kettensäge ihn gezeichnet hat, findet die Natur ihren Weg: Aus dem alten Holz wachsen bereits neue, kräftige Triebe empor.
Bestimmt zeigen sich in ein paar Tagen die ersten frischen Blätter an diesen kleinen Trieben. In 20 oder 30 Jahren werden sie vielleicht so groß und stolz sein wie der Baum, aus dem sie einst entsprungen sind. Dieses Bild von Widerstandskraft passt perfekt zu unserem Stadtbild. Wer in Wuppertal, der grünsten Großstadt, lebt, weiß die Kraft der Natur zu schätzen, auch wenn sie manchmal durch menschliche Eingriffe oder das Alter gebremst wird.Ein stiller Abschied auf dem Rathausplatz in Barmen
Dieser Anblick erinnert mich jedoch auch an die traurigen Ereignisse vor einem Monat direkt hier bei uns. Auf dem Rathausplatz in Barmen geschah das Unvorhersehbare: Eine alte, mächtige Linde stürzte plötzlich von ganz alleine um. Es war ein Riesenglück, dass in diesem Moment niemandem etwas passiert ist, denn der Platz ist normalerweise belebt.
Doch dieser Vorfall war der Auslöser für eine bittere Bestandsaufnahme durch die Stadtverwaltung. Die Experten nahmen den alten Baumbestand genau unter die Lupe – mit einem ernüchternden Ergebnis für unsere Stadt. Inzwischen mussten alle Linden auf dem Rathausplatz gefällt werden. Noch trauriger ist die Prognose für den Rest der Stadt: Für über 300 weitere Bäume im gesamten Stadtgebiet sind die Tage leider gezählt.
Sicherheit geht vor Naturschutz
Es schmerzt jedes Mal, wenn solche historischen Baumriesen aus dem Landschaftsbild verschwinden. Wenn Bäume jedoch eine Gefahr für Fußgänger und Autos darstellen, ist die Kettensäge leider die letzte, notwendige Konsequenz. In einer Stadt, die als Wuppertal grünste Großstadt bekannt ist, wiegt dieser Verlust besonders schwer. Dennoch gibt uns die Natur, wie auf meinem Foto zu sehen, immer wieder ein Zeichen der Hoffnung: Wo etwas Altes weichen muss, entsteht bereits der Raum für die nächste Generation.

Es ist ein tiefgründiger Gedanke, den du hier teilst – dass im gefällten Holz bereits die nächste Generation heranwächst, während die alten Riesen auf dem Rathausplatz leider weichen mussten. Dein Bild fängt diese beeindruckende Widerstandskraft der Natur perfekt ein und erinnert uns daran, dass das Ende eines Zyklus oft schon der Beginn von etwas Neuem ist.
Ich finde es auch schade, wenn große alte Bäume aus dem Stadtgebiet verschwinden. In unserer Klosterstadt ist es leider auch so. Hoffen wir, dass sie ersetzt werden. Am besten schon mit hohen Bäumen, so wie die Sommerlinden in Hamm! Herzlichst, Nicole
Man lernt immer etwas dazu. Wuppertal als grünste Stadt Deutschlands? …jetzt weiß ich´s. Bisher kannte ich von Wuppertal nur dem Namen nach den Wuppertaler SV….der ist wohl auch wieder in der fußballerischen Versenkung verschwunden. Das mit dem Baum ist eine traurige Sache. Bei uns in Innsbruck mußte vor dem Landestheaterplatz auch eine sehr alte Rotbuche abgetragen werden, da auch Umsturzgefahr bestand…
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende.
Violetta
Und ich dachte immer, Frankfurt mit seinem Grüngürtel, dem Stadtwald und seinen Wallanlagen sei die grünste Großstadt Deutschlands *lach*. Welche Stadt sich mit diesem Prädikat wohl noch schmückt?.
Liebe Grüße – Elke
Verrückt, es hat ein wenig etwas von einem weit aufgerissenen Maul!