Von Jahr zu Jahr verändert sich die Landschaft um uns in Dambinietz. Vor einigen Jahren erinnerte hier noch nichts an die moderne Erschließung – es wirkte fast wie ein vergessenes Stück Wildnis. Obwohl wir uns hier an der Grenze des Stobrawer Landschaftsschutzparks befinden, hatte gerade dieses unberührte Terrain der Wiesen seinen ganz eigenen Charme, der mich immer wieder zu meinen Spaziergängen in diesen Teil von Dambinietz zog.
Doch seit einiger Zeit sehe ich Veränderungen. Menschen mit Kapital und Ideen haben begonnen, dieses Land urbar zu machen. So verwandelt sich die Wildnis langsam wieder in Ackerland, was sie früher wohl auch einmal war. Es ist jedoch traurig mitanzusehen, dass hier, direkt am Rande des Schutzparks, zu solch rigorosen Mitteln gegriffen wird. Überall im Tal schießen nun Betonpfosten aus dem Boden; fast die gesamte Fläche ist inzwischen mit Zäunen und Barrieren abgeriegelt.
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier auch eine Form der Profitgier im Spiel ist. Es ist kein Geheimnis, dass europäische Fördergelder fließen, sobald Land urbar gemacht und landwirtschaftlich genutzt wird. Ein Stück Land zu besitzen, für das EU-Gelder fließen, scheint zu einer lukrativen Einnahmequelle geworden zu sein.
Ich bin kein Fachmann für Landwirtschaft, aber diese Art der Landschaftsverschandelung sollte zum Himmel schreien. Ich verstehe den Schutz der Ernte vor Wildschweinen, aber man kann nicht einerseits von den Vorzügen und Geldern eines Landschaftsschutzparks profitieren und gleichzeitig dessen Gesicht durch eine solche Betonwüste unwiderruflich zerstören..
