Technik-Frust und Schlesien-Lust

Eigentlich wollte ich euch schon längst von meinem zweiten Tag in Schlesien berichten, bevor mich die Müdigkeit übermannt. Aber wie es aussieht, hatte STRATO heute Abend so seine eigenen Pläne… Der Zugang zu czoczo.de war fast unmöglich. Aber egal! Ich bereite meinen Beitrag einfach trotzdem vor und hoffe, dass die Techniker die Störung in den Griff bekommen, bevor ich fertig bin. Drückt mir die Daumen für eine rechtzeitige Veröffentlichung! 🙂

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​Tag 2 / April 2026: Stadtbummel mit Hindernissen

​Geplant war für heute ein ausgiebiger Stadtbummel. Mit dabei: Mein Sohn und seine Freundin, die zum ersten Mal Polen besucht. Ich bin mir sicher, die beiden hätten sich alleine etwas ganz anderes angeschaut, aber da wir nur mit einem Auto unterwegs sind, gibt es kein Entkommen: Man muss die Eltern entweder überall mitschleppen oder sich von ihnen mitschleppen lassen.

​Da dieses Jahr auch noch die Bahnstrecke Kluczbork–Opole wegen Umbauarbeiten stillgelegt ist, blieb uns ohnehin keine andere Wahl. Also: Alle Mann ins Auto!

​Oppeln: Die Ruhe vor dem Sturm?

​Obwohl der Himmel bedrohlich grau wurde, blieb es zum Glück trocken. Ein leichter, kühler Wind sorgte für die perfekte „Bummel-Temperatur“. Opole (Oppeln) selbst war ungewöhnlich leer. Die „Besuchs-Deutschen“ sind nach den Feiertagen wohl schon wieder auf dem Heimweg, und die polnische Jugend sitzt brav in Schulen und Universitäten.

​Vielleicht war es einfach die falsche Zeit und die falsche Uhrzeit. Ein paar Stunden später wären die Pubs und Kneipen sicher wieder prallgefüllt gewesen. Aber da wir nicht auf Partysuche waren, war diese Ruhe eigentlich perfekt für uns.

​Mode, Mut und markante Unterschiede

​Natürlich durfte der Besuch in der einen oder anderen Boutique nicht fehlen. Man muss ehrlich sein: Polen unterscheidet sich inzwischen kaum noch von westlichen Städten. Überall die gleichen Ketten, die versuchen, ihre Waren an den Mann (oder die Frau) zu bringen. Aber ab und zu findet man sie noch: Diese kleinen Läden, die sich nicht nur durch ihr Sortiment, sondern auch durch die Art der Präsentation abheben.

​In den vielen Jahren, die ich nun in Deutschland lebe, hat sich in Polen wahnsinnig viel verändert. Man merkt jedes Jahr: Es geht voran! Doch trotz der gleichen Produkte gibt es einen riesigen Unterschied: Die Menschen.

​Besonders die jungen Polen unterscheiden sich stark von ihren deutschen Altersgenossen – nicht nur in der Kleidung, sondern auch im Benehmen. Diese Erkenntnis hat mich wirklich überrascht. Aber auch die Erwachsenen, die „Erfolgsmenschen“, zeigen sich anders. Kurze Kleider, hohe Absätze… Leute, es macht wirklich Spaß, in einer Stadt unterwegs zu sein, in der eine Frau keine Angst davor hat, „Frau“ zu sein.

​Irgendwie scheinen wir in Deutschland diesen Sinn für schicke Selbstdarstellung verloren zu haben. Warum eigentlich? Ist das nur mein Empfinden, oder verzichten unsere Frauen und Töchter tatsächlich immer öfter darauf, sich für einen Stadtbummel so richtig schön schick zu machen?

​Das Fazit: Leichte Taschen, schwere Beine

​Nach über sieben Stunden Bummeln und stolzen 15.000 Schritten sind wir endlich wieder zu Hause gelandet. Das Portemonnaie ist deutlich leichter geworden, dafür schleppen wir einige Taschen voller Klamotten und Geschenke mit uns herum.

​Und der Muskelkater? Den spüre ich jetzt schon, und morgen wird er mich sicher erst recht begrüßen. Ganz ehrlich: Ich hoffe, dass es morgen regnet – sonst weiß ich nicht, wie ich den nächsten Ausflug überleben soll! 🙂

Fundstück des Tages: Diese wunderschöne Tür auf dem Bild habe ich in Oppeln entdeckt. Sie befindet sich in einem alten Mehrstockhaus, direkt gegenüber vom Hauptbahnhof. Ein echtes Schmuckstück, oder?

Übrigens…

Elke hat Probleme auf der Seite gemeldet. Danke, Elke! Genau so habe ich mir das vorgestellt. Ich habe das auch schon bemerkt … und angeblich habe ich sogar die Lösung gefunden. Leider kann ich sie hier nicht ausprobieren. Das Tablet sieht im Vergleich zu einem Windows-Laptop fast gleich aus, aber es reagiert irgendwie anders. Bei manchen Sachen vermisse ich die Maus, die ich am Tablet nicht habe.

2 thoughts on “Technik-Frust und Schlesien-Lust”

  1. „Besuchs-Deutsche“ und Frauen in kurzen Kleidern und mit hohen Absätzen? Was ist denn gerade mit dir passiert? Weißt du wirklich nicht, wie ungesund High Heels für die Füße sind und dann noch beim Stadtbummel? Damit muss ich mich nicht als Frau definieren. Ich möchte dich mal in solchen Damenschuhen laufen sehen, lieber Marius.
    Dass das Stadtbild in Deutschland allerdings immer schlampiger wird, ist wohl wahr. Aber guck dir mal die Männer an, die in ausgebeulten Jogginghosen und Hoodies herumlaufen. Aber das sind ja auch nicht „die“ Deutschen, immer nur ein Prozentsatz.

    Die von dir fotografierte Tür gefällt mir gut.
    Herzliche Grüße – Elke

  2. Eine sehr schöne Tür – solche sah ich in meiner Stadt vor 25 Jahren verschwinden… 🙁

    Du sprichst einen Unterschied an, der mir schon zu DDR-Zeiten an polnischen Touristinnen auffiel: sie waren schon damals immer sehr viel sorgfältiger zurechtgemacht und gekleidet. Daran erkannte ich sie auch ohre Sprache zu hören. Und natürlich erfreut eine gut gekleidete und gepflegte Frau auch mein Auge. Und Nachlässigkeit fällt mir manchmal unangenehm auf.

    Ich las vor einiger Zeit einen Text eines nach D. geflüchteten kkrainischen Schriftstellers, welcher die deutschen Frauen schmähte, weil sie so schlampig gekleidet seien, dasz er sie gar nicht anschauen mag – das empfand ich allerdings auch ein wenig als Beleidigung!
    Und ich glaube, es gibt eben Unterschiede zwischen west-und osteuropäischen Gesellschaften, auch was das Schönheitsideal betrifft.

    Ich selbst (ich kann hier nur für mich sprechen) gehe in meinem Haus-Outfit (meist alte Jeans und Pullover) nicht einmal Brötchen holen. Ich verwende einige Sorgfalt darauf, mich ordentlich, stilvoll und vor allem farblich passend zu kleiden. Allerdings habe ich eher einen individuellen Stil (so in Richtung der Modeschöpferinnen Gudrun Sjöeden und Vivienne Westwood), weil dies meinem Wesen entspricht. Und Kleidung ist für meine Begriffe Ausdruck der eigenen Persönlichkeit – an Konventionen, Trends und Gruppenzwänge habe ich mich da noch nie gebunden gefühlt.
    In Minirock und Stöckelschuhen würde ich mich aber sehr unwohl fühlen, denn das bin nicht ich, damit fühle ich mich „verkleidet“.

    Ich bin gerne Frau und geniesze die Freiheit der westeuropäischen demokratischen Gesellschaften zur Individualität. Auch weil ich selbst aus einer Diktatur stamme – oder gerade deshalb.
    Ich möchte jetzt niemand beleidigen – so wie der Ukrainer die deutschen Frauen… aber ca. ein Drittel der nun bei uns lebenden Ukrainerinnen wirkt auf mich wie die Stars gewisser FSK18-Filme. Ich äuszere das normalerweise nicht und zeige niemandem Verachtung – es zeigt mir nur einfach sehr deutlich die kulturellen Unterschiede.
    Du als Mann hast natürlich eine ander Sicht, das ist ganz normal.
    Nur hat es für mich nichts mit Frau-Sein-Verstecken zu tun.
    Liebe Grüsze und noch eine gute Zeit dort
    A.

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