Was ist das nur für ein Sommer? Temperaturen, die kaum unter 30 °C fallen, gepaart mit einer Luftfeuchtigkeit von über 85 Prozent. Kein gutes Wetter für Unternehmungen im Freien – das musste ich heute Morgen am eigenen Leib erfahren.

Als ich kurz vor neun das Haus verließ, war es mit 24 °C noch einigermaßen frisch. Doch das änderte sich von Minute zu Minute. Als ich nach meinem Arzttermin wieder ins Freie trat, zeigten die Thermometer bereits angenehme 27 °C. Also stand einer spontanen Fahrt mit der Wuppertaler Schwebebahn nichts im Wege. Ich habe mir endlich wieder das Deutschlandticket geholt. Es wird Zeit, dass ich mich wieder an die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel gewöhne. In ein paar Wochen beginnt für mich eine Maßnahme zur „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“, gefördert von der Deutschen Rentenversicherung. Ich hoffe sehr, dass dies gut angelegte Zeit wird – eine Chance, die mir neue Perspektiven eröffnet und zu einem Job führt, der meine gesundheitlichen Einschränkungen berücksichtigt.
Aber zurück zum heutigen Tag: Das Eingewöhnen in den ÖPNV fällt mir gar nicht so leicht. Vor allem dann nicht, wenn die Schwebebahn voll ist. Das Gute daran ist, dass die Haltestellen nur zwei bis drei Minuten auseinander liegen. Man kann also jederzeit aussteigen, wenn es zu viel wird. Trotz der leichten Anspannung schaffte ich es, mich auf meine Umgebung zu konzentrieren. Dennoch stieg ich klatschnass aus der Bahn. Lag es nur an der extremen Luftfeuchtigkeit? Ich hoffe es. Dieses Phänomen ist mir bei mir selbst erst vor etwa zwei Jahren aufgefallen.
Zum Glück hatte ich bei diesem kleinen Ausflug meine Kamera nicht dabei. So kann ich die Schuld nicht auf das schwere Equipment schieben. Da ich also nur ein paar unscheinbare Handyfotos mitgebracht habe, nutze ich die Gelegenheit und zeige euch stattdessen eine Skulptur aus dem Skulpturenpark Waldfrieden.
Geheimnisvolle Chiffren: Die Zahlen-Skulpturen von Tony Cragg

Inmitten des dichten Grüns des Skulpturenparks Waldfrieden in Wuppertal, verbirgt sich ein Werk, das den Betrachter auf eine subtile Art und Weise in seinen Bann zieht. Die Skulptur „Wirbelsäule“ von Tony Cragg ist ein beeindruckendes Beispiel für die Verschmelzung von organischer Form und künstlicher Ordnung. Was von weitem wie ein natürlich gewachsener Stamm oder eine riesige, geschwungene Wirbelsäule wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ein komplexes Geflecht aus Bronze.
Doch es sind nicht nur die schwingenden Linien und die dunkle Patina, die diese Skulptur so besonders machen. Bei genauerer Betrachtung entdeckt man eine weitere, faszinierende Schicht: Die Oberfläche ist über und über mit Zahlen bedeckt. Diese Zahlen sind jedoch nicht willkürlich verteilt, sondern scheinen einem geheimen Code zu folgen, einer Chiffre, die darauf wartet, entschlüsselt zu werden.
Es ist genau diese Spannung zwischen der organischen Form der Wirbelsäule und der mathematischen Präzision der Zahlen, die Craggs Werk so fesselnd macht. Der Blick verharrt nicht nur auf der Gesamtform, sondern taucht ein in die Welt der Ziffern, sucht nach Mustern, nach Bedeutungen. Es ist ein Spiel mit Licht und Schatten, mit Sichtbarem und Verborgenem, das den Betrachter immer wieder aufs Neue herausfordert.
Tony Cragg ist ein Meister darin, Materialien und Formen auf eine Weise zu kombinieren, die neue Perspektiven eröffnet und zum Nachdenken anregt. Die Skulptur „Wirbelsäule“ ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Kunst uns dazu einladen kann, die Welt um uns herum auf eine tiefere, intensivere Weise wahrzunehmen. Sie ist ein Beweis dafür, dass Kunst nicht nur schön sein kann, sondern auch geheimnisvoll und voller Rätsel.



Lieber Herr Tony Cragg – ich würde Sie wirklich zu gern einmal persönlich kennenlernen. Vielleicht Ihre Werkstatt besuchen und Sie bei der Arbeit fotografieren. Das wäre ein echter Traum.
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