Zu schön, um wahr zu sein

Nach einer kurzen Pause ist der Winter zurückgekehrt. Es ist zwar nicht ganz so weiß wie vor zwei Wochen, dafür aber frostig und regnerisch – die Fahrt zur Arbeit morgen wird sicher ein „Abenteuer“. Aber während draußen dieses Schmuddelwetter herrscht, nutze ich die Zeit vor dem Deutschland-Spiel heute Abend, um auf die Bilder der gestrigen Begegnung zurückzublicken: Die Mädchen des HSV Wuppertal empfingen in heimischer Halle den Tabellenführer der Regionalliga.

Auf dem Papier schien die Sache klar: Den ungeschlagenen Spitzenreiter St. Tönis zu Gast zu haben, ohne den Mut zu verlieren, ist eine riesige Herausforderung. Vor allem, wenn man das Hinspiel im Hinterkopf hat, das der HSV mit 38:12 verloren geben musste.

Sensationelle 6:1-Führung in der ersten Halbzeit

Doch gestern sollte alles anders kommen! Die Motivation war bis in die Haarspitzen zu spüren. Und auch auf dem Parkett nahm das Spiel einen fast schon unglaublichen Verlauf. Nach einem schnellen Führungstor und der postwendenden Antwort von St. Tönis legten unsere Mädchen plötzlich eine 3-Tore-Serie hin. Eine 4:1-Führung gegen den Spitzenreiter – das muss man erst mal schaffen!

Selbst die Auszeit der Gäste verpuffte zunächst: Der HSV legte zwei weitere Treffer nach. Eine 6:1-Führung! Ein Anblick, den man in dieser Handball-Saison selten genießen durfte und den sich vorab wohl kaum jemand erträumt hätte. Die Halle bebte!

Kampfgeist und ein starker Abschluss

Leider nahm das Spiel danach die erwartete Wendung. Die Gäste fanden endlich Lösungen gegen die heißgelaufenen HSV-Mädchen. Die gegnerische Torhüterin wurde von Minute zu Minute stärker und auch der Angriff der Gäste fand nun die Lücken in unserer Abwehr. Bis zur Pause drehte der Spitzenreiter die Partie auf 8:10. Schade – und doch ein Zwischenergebnis, von dem man vorher nur hätte träumen können.

Nach dem Seitenwechsel schien die erste Euphorie etwas verflogen zu sein. Die Gegnerinnen fanden endgültig zu ihrem Spiel und gewannen schließlich mit 17:24.


Fazit: Im Vergleich zum Hinspiel war das ein traumhaftes Ergebnis! Besonders die ersten zehn Minuten gehören zum Besten, was die HSV-Mädchen bisher gezeigt haben: Fantastisch im Angriff und hervorragend im Tor! Das sind Momente, die Hoffnung machen, dass diese Spielweise irgendwann über die vollen 50 Minuten hält. Träumen ist erlaubt – und wer so hart trainiert wie diese Mädchen, dessen Träume gehen irgendwann in Erfüllung!

Ein Punkt der Herzen zum Jahresabschluss


Es war das Duell, auf das alle gewartet haben. Am vergangenen Sonntag trafen in Solingen zwei Teams aufeinander, deren gemeinsame Geschichte eigentlich erst vor einem Jahr so richtig begann. Damals lud der HSV Wuppertal zum eigenen Weihnachtsturnier in Wuppertal ein – der Moment, in dem man sich zum ersten Mal auf der Platte gegenüberstand.

Während der HSV Wuppertal sein Heimturnier damals souverän gewann, mussten sich die Solingerinnen mit dem vierten Platz begnügen. Doch wer dachte, dass dies eine klare Angelegenheit für die Zukunft sein würde, irrte sich. Inzwischen kennen sich beide Mannschaften so gut wie kaum ein anderes Team in der Liga.

Derby Krimi

Dass die Solingerinnen seit ihrem Gastspiel in Wuppertal einen riesigen Sprung gemacht haben, zeigten sie von Beginn an. Sie lieferten eine wirklich gute Leistung ab. Obwohl Wuppertal früh in Führung ging, glichen die Gastgeberinnen nach nur einer Minute aus und krallten sich die Führung, die sie lange nicht mehr abgeben wollten. Es war ein Spiel, in dem Solingen zeigte, was in ihnen steckt – auch wenn beide Teams an diesem Tag vielleicht noch nicht ganz ihr volles Potenzial abrufen konnten.

Erst nach 40 Minuten – tief in der zweiten Halbzeit – gelang es den Wuppertalerinnen endlich, den Rückstand abzuarbeiten. Was folgte, waren zehn Minuten purer Schlagabtausch. Ein Nervenkrieg, bei dem bis zur letzten Minute völlig unklar war, wer als Sieger vom Platz gehen würde

Herzschlagfinale in der Schlussminute

Zwei Minuten vor dem Ende schien das Blatt sich endgültig zu wenden: Wuppertal übernahm die Führung! Doch die Freude währte nur kurz. Nur 30 Sekunden später stand es wieder Unentschieden.

Die Spannung in der Halle war greifbar, als der Wuppertaler Trainer 40 Sekunden vor Schluss das letzte Timeout nahm. Ein letzter Spielzug, eine letzte Chance. Es musste jetzt alles passen, doch am Ende fehlte das Quäntchen Glück im Abschluss.

Fazit: Ein gerechtes Remis

Das Spiel endete mit einem glücklichen, aber verdienten Unentschieden. Man merkte beiden Teams den Respekt voreinander an – vielleicht waren die Gedanken auch schon ein wenig bei der Weihnachtspause. Solingen hat bewiesen, dass sie ein ernstzunehmender Gegner auf Augenhöhe sind, während Wuppertal einmal mehr seinen Kampfgeist bewies.
Egal: Ein Punkt ist ein Punkt. Wir verabschieden uns stolz in die Pause!