Mittarbeiterversamlung

​Manchmal plant man einen entspannten Familienurlaub, und dann landet man mitten im Einzelhandels-Management. Ich bin aktuell unterwegs mit meiner Frau, unserem Sohn und seiner Freundin. Das Problem an der Sache? Alle drei arbeiten bei LIDL.

​Ich bin also der einzige „Zivilist“ unter drei Profi-Verkäufern. Und was soll ich sagen? Ich lebe noch! Aber es ist ein täglicher Kampf um die Urlaubsstimmung.

Ich dachte eigentlich, wir wollten als Familie über das Wetter, das polnische Essen oder die Sehenswürdigkeiten reden. Aber weit gefehlt! Ich bin täglich Zeuge von hitzigen Fachdiskussionen:

  • ​„Wie könnte man den Ablauf in der Filiale noch optimieren?“
  • ​„Wie lässt sich die Frische-Qualität noch weiter steigern?“
  • ​„Hast du die Platzierung der Aktionsware gesehen?“

​Es ist nicht zu fassen: Ich sitze im Urlaub, aber um mich herum verwandelt sich jede Mahlzeit in eine echte Mitarbeiterversammlung. Ich muss zusehen, wie unser Familienausflug schleichend zur Strategiesitzung mutiert.

​Die Krönung in Oppeln

​Heute wurde jedoch der Gipfel erreicht. Wir sind nach Oppeln (Opole) gefahren. „Lass uns nur kurz zum LIDL“, hieß es von der Familien-Bande. Naiv wie ich bin, dachte ich, wir kaufen nur kurz ein paar Snacks für den Abend. Falsch gedacht!

​Kaum hatten wir die Filiale betreten, war der Familienfrieden vergessen und der Arbeitsmodus an. Der Einkaufskorb wurde zur Nebensache. Stattdessen wurde:

  1. ​Jede polnische Produktneuheit im Sortiment akribisch analysiert.
  2. ​Die Arbeitsabläufe der polnischen Kollegen sofort mit Deutschland verglichen.
  3. ​Die Sauberkeit und Warenpräsentation fachmännisch begutachtet.

​Fazit: Eine Familie auf Inspektion

​Es war der absolute Wahnsinn! Wenn ich jetzt auch noch angefangen hätte, die Regale gerade zu rücken, wären wir glatt als offizielle Revisions-Delegation von LIDL Deutschland durchgegangen. Die polnischen Kollegen hätten uns wahrscheinlich sofort die Schlüssel für den Laden in die Hand gedrückt!

​Eins weiß ich nach diesem Trip: Man kann die Familie aus dem LIDL holen, aber den LIDL niemals aus der Familie. Schöne Grüße aus der (unfreiwilligen) Fortbildung!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert