Wuppertal. Wer hier wohnt oder zu Besuch kommt, muss seit Jahren mit dem Schlimmsten rechnen: Es wird überall gebaut. Gefühlt nehmen die Baustellen in dieser Stadt einfach kein Ende. Und wenn eine Sache dann endlich mal fertiggestellt wurde, kann man fast darauf wetten, dass sie kurze Zeit später wieder aufgerissen wird, weil man dieses oder jenes vergessen hat.
Nichts für ungut, ich habe volles Verständnis dafür, dass man Dinge reparieren oder umgestalten muss, aber kann man das nicht so planen, dass man sich unnötige Arbeit und vor allem massenhaft Geld spart?
Es ist ja nicht nur eine einzelne Stelle: 100 Meter weiter am Bahnhof ist alles dicht, 100 Meter in die andere Richtung ist die nächste Riesenbaustelle. Die Straßen sind gesperrt, alles ist „durchverbudelt“. Und als wäre das nicht schon genug, gab es vor ein paar Tagen die Meldung: Man ist bei den Arbeiten auf einen alten Friedhof in der nähe von Elberfelder Rathaus gestoßen.
Mal ehrlich: Soll das eine Neuigkeit sein?
Selbst ich als „Otto Normalverbraucher“, der sich nur ein bisschen für die Stadtgeschichte interessiert, wusste schon vor Jahren, dass dort mal ein Friedhof dem städtischen Umbau weichen musste. Und jetzt tun alle so überrascht – warum eigentlich das ganze Theater? Es ist seit Jahren dasselbe Spiel: Man buddelt und buddelt, schließt eine Baustelle ab, nur um zehn Meter weiter festzustellen: „Ach, da haben wir was vergessen!“ Wahnsinn.
Bei dieser Art von Planung ist es kein Wunder, dass Wuppertal zu den am meisten verschuldeten Städten der Republik gehört. Bleibt nur zu hoffen, dass die neu gewählte Bürgermeisterin die Planer mal ordentlich „an die Kandare“ nimmt, damit dieses Chaos endlich vernünftig organisiert wird.
