Unser „Adventszeit in Black & White“ Projekt ist zurück – trotz meiner Vergesslichkeit!
Hallo liebe Community, liebe Blog-Freunde und alle, die Schwarz-Weiß-Fotografie lieben!
Seit über zehn Jahren gibt es eine kleine, aber feine Tradition auf meinem Blog, die mir in der Vorweihnachtszeit besonders am Herzen liegt: Unsere gemeinsame Adventszeit in Black & White Foto-Aktion.
Und was soll ich sagen? Ich habe es fast vermasselt!
Dieses Jahr war ich unglaublich im Stress und – ich muss es ehrlich zugeben – die Zeit ist mir komplett durch die Finger geronnen. Ich habe voll verpennt, das Projekt rechtzeitig anzukündigen und euch alle einzuladen! Ich bin geradezu über meine eigene Vergesslichkeit gestolpert.
Ein Herzensprojekt, das weiterleben muss
Man könnte argumentieren, dass das Interesse in den letzten Jahren ein wenig nachgelassen hat. Immer seltener und immer weniger Bloggerinnen und Blogger haben mitgemacht. Aber soll ich deswegen eine so alt angesehene Parade einfach fallen lassen? Nein, das wäre wirklich nicht schön!
Gerade, weil es eine so lange Tradition ist, möchte ich sie nicht aus diesem Grund sterben lassen. Daher gilt: Lieber spät als nie!
Der (verspätete) Startschuss – Mach mit!
Heute ist bereits der erste Advent – und ich starte jetzt einfach und hoffe von Herzen, dass die eine oder andere Bloggerin oder der eine oder andere Blogger spontan mitmacht. Denn genau jetzt beginnt die Zeit, in der die Schwarz-Weiß-Fotografie eine ganz besondere Magie entfaltet.
Die Advents- und Weihnachtszeit hält so vieles bereit, dem man für einen Moment die bunten Farben entziehen kann, um sich auf Formen, Licht, Schatten und Emotionen zu konzentrieren. Denkt an beleuchtete Fenster, den stillen Moment beim Plätzchenbacken, verschneite Landschaften oder einfach nur die Ruhe, die die Adventszeit mit sich bringen sollte.
Die Kurzen Regeln im Überblick:
Wann? An den vier Sonntagen in der Adventszeit. Heute ist der erste Advent.
Was? Schreibe einen Beitrag, der ein Advent- und Weihnachts-Thema aufgreift.
Wie? Dein Beitrag soll im Stil Black & White gehalten sein – sei es die Hauptfotografie, die Grafik oder die Stimmung des Textes.
Und? Verlinke uns gegenseitig, damit wir alle Beiträge finden können!
Ich freue mich über jede und jeden, der sich spontan noch anschließt! Lasst uns diese schöne Tradition am Leben erhalten.
Ein Weihnachtsgeschenk mit Tradition: Der neue Gärtopf ist da! (H1)
Heute ist ein besonderer Tag – aber eigentlich begann er schon gestern. Da ist nämlich mein Weihnachtsgeschenk angekommen, das ich sofort auspacken durfte: Ein 8-Liter-Sauerkraut-Keramikfass!
Schon letztes Jahr habe ich versucht, Sauerkraut selbst zu machen – allerdings direkt in Gläsern. Das war mein erster Versuch überhaupt, seit ich als Kind meinen Eltern dabei zugesehen habe. Es war ein Erlebnis, das man erst jetzt so richtig zu schätzen weiß. Damals war es eher eine peinliche Geschichte, wie das Sauerkraut in einem riesigen Fass mit den Füßen gestampft wurde.
Vielleicht war das der Grund, warum ich nie selbst Sauerkraut gemacht habe. Doch mit den Jahren habe ich angefangen, den Wert des Selbstgemachten zu schätzen. Was man in Deutschland in Geschäften kaufen kann, ist oft ganz anders als wirklich gutes Kraut. Es ist genießbar, ja, aber es unterscheidet sich sehr von dem, was man in Polen isst.
Da ich aber nicht jedes Mal Sauerkraut aus Polen schmuggeln kann, habe ich mich letztes Jahr endlich entschlossen, selbst Hand anzulegen. Das Resultat: Zwei Gläser Sauerkraut, die mir aber überhaupt nicht gelungen sind. Die ganze Sache landete nach ein paar Wochen im Klo.
Doch dieses Jahr wird alles anders! Mit meinem neuen 8-Liter-Fass bin ich bestens ausgestattet und fest entschlossen, ein würdiges Kraut herzustellen, das an die polnische Tradition anknüpft.
Die Vorbereitung: Kraut, Karotten und das Maschinen-Dilemma
Also habe ich heute drei mittelgroße Krautköpfe nach Hause gebracht. Dazu noch ein paar Karotten und ein paar Äpfel – mehr braucht man eigentlich nicht. Na und eben das Keramikfass, das zwar viel kleiner ist als damals in Polen bei meinen Eltern, aber für uns allemal reicht. Vor allem, weil ich erst das zweite Mal meinen Versuch starte.
Die drei Krautköpfe hatten etwas mehr als 5 kg, die ich mit dem Küchenroboter geschnitten habe. Letztes Jahr habe ich das noch mit dem Messer gemacht – aber da war auch nur ein kleiner Kopf dabei. Heute wollte ich mir die Arbeit sparen, also nutzte ich den Roboter.
Das Problem entstand allerdings schon am Anfang: Welchen Messersatz soll ich dafür verwenden? Alle, die ich in dem Set hatte, haben das Kraut ganz ungewöhnlich geschnitten. Ich hoffe, es wird deswegen nicht wieder ein Reinfall, nur weil ich mir die Arbeit sparen wollte. Letztendlich war ich nach anderthalb Stunden mit allem fertig.
Danach musste ich nur noch die Küche aufräumen, die aussah wie nach einer Krautkopf-Explosion.
Mein Polnisches Sauerkraut-Rezept für 5 kg
Hier ist, was letztendlich in den Topf gewandert ist:
5 kg Weißkraut (drei mittelgroße Köpfe)
4 mittelgroße Karotten (gerieben)
2 Äpfel (gerieben/gewürfelt)
100 g Salz (20 Gramm Salz pro einem Kilogramm Kraut)
Nach dem Schichten kamen das Salz, die Karotten und die Äpfel dazu, gefolgt von viel Stampfen! Nun heißt es warten. Ich halte euch über den Fermentationsprozess auf dem Laufenden!
Fazit & Aufruf
Wie macht Ihr euer Sauerkraut für den Winter? Habt Ihr spezielle Tipps, was das Schneiden oder das Stampfen angeht? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!
Die verzweifelte Rettung und das Bündnis der Feinde
Pieps lag regungslos im Gras. Der Schmerz hatte ihn verlassen, ersetzt durch eine eisige Stille. Die Welt schwand. Er blickte schwach auf das, was über ihm geschah: Der Falke flog triumphierend davon und die Katze verschwand zischend in der Ferne. Der Falke, sein alter Feind, hatte ihm das Leben gerettet. Doch eine absurde Gedanke, die ihm die letzte Kraft raubte. Er merkte nicht einmal, wie Mina, die Strandläuferin, von hinten auf ihn zugerannt kam.
Mina sah Pieps. In diesem Moment brach ihr Herz. Alles, was sie fühlte, war die blanke, scharfe Angst vor dem Verlust. Pieps war still, seine kleinen Augenlider geschlossen, sein Fell vom Blut verklebt. Das darf nicht das Ende sein, dachte sie verzweifelt. Sie sank neben ihm auf die Knie. Sie weinte, ihre Tränen liefen unkontrolliert, aber sie wischte sie weg. Sie musste ihn retten.
Ihr blieb nur dieser eine, letzte, unmögliche Versuch. Mit zitternden Händen reinigte sie vorsichtig die schlimmste Wunde mit einem Fetzen Stoff aus ihrer Tasche und stoppte den Blutverlust. Dann der letzte Versuch: die winzige Herzmassage. Sie drückte, ihr eigenes Herz raste. Sie drückte erneut, flüsterte seinen Namen, flehte die Sonne an, die sie sonst mied. Und dann, beim dritten Mal, ein Wimmern. Pieps keuchte. Ein tieferer Atemzug riss ihn zurück ins Leben. Die Tränen auf Minas Wangen wurden zu Tränen der Erleichterung.
Pieps öffnete die Augen. Er sah verschwommen, sah nur Minas riesige, weinende Gestalt. Er sah nicht Mina. In seinem Fiebertraum sah er seine Mutter und die Wärme seines alten Nests. Ein leises Fiepen entkam ihm.
Das Rauschen der Flügel. Falkenpeter landete. Er blickte auf Pieps, dann auf Mina. Eine seltsame Abneigung, ein alter Groll lag in seinem Blick, denn Pieps war sein Erzgegner, doch etwas war anders. Pieps war ein Kämpfer mit Würde. Falkenpeter wusste, dass der kleine Körper jetzt sofort Ruhe und Heilung brauchte.
„Hier wird er sterben, wenn wir warten. Ich bringe ihn heim“, sagte er, seine Stimme unerwartet sanft.
Mina, die dem Feind nicht traute, schüttelte sofort den Kopf. „Ich komme mit. Ich lasse ihn nicht allein.“
Falkenpeter verstand die Sorge der Freundin. „Gut“, sagte er, trotz seiner Abneigung gegen den kleinen Mäuserich. Er bot die Hilfe an, weil Pieps sie in diesem Moment brauchte. „Wir brechen sofort auf, sonst schaffen wir es nicht vor der Nacht.“
Die lange Heimreise und die Ankunft im Dunlenwald
Sie flogen. Pieps, gut eingepackt bei Mina, spürte nur den Wind und den pochenden Schmerz. Mina sah von dieser luftigen Höhe aus die Welt, die Pieps mit so viel Mühe und Gefahr durchwandert hatte. Die tiefen Schluchten, die hohen Berggipfel, das endlose Grasland. Es war ein unglaubliches Glücksgefühl, alles von oben so klein zu sehen. Doch es war auch traurig: Pieps, dem kleinen Entdecker, blieb dieser einzigartige Anblick durch seine Verletzung verwehrt. Mina beschrieb ihm leise alles, was sie sah, in der Hoffnung, dass ihre Stimme Pieps beruhigte.
Am Horizont tauchte der dunkle Wald auf. Je näher sie kamen, desto kühler und feuchter wurde die Luft. Der Wald war wirklich dunkel und unheimlich, ein Ort, den Mina und Falkenpeter noch nie gemeinsam betreten hatten. Das fallende Sonnenlicht, das nur mühsam durch die riesigen Baumkronen drang, schuf gesprenkelte Flecken auf dem Boden. Für Falkenpeter war es ungewohnt. Er, der im grellen, warmen Licht des Himmels jagte, fühlte sich hier, in der kühlen Dämmerung des Waldes, unheimlich beobachtet und unwohl. Mina hingegen atmete auf. Sie akklimatisierte sich schnell. Die Kühle des Schattens tat ihren Nachtaugen gut, und die Schmerzen, die ihr die Sonnenstrahlen verursachten, ließen nach. Der Wald machte auf sie beide großen Eindruck, war aber auch mit Furcht verbunden.
Sie brauchten Hilfe, um das winzige Zuhause zu finden. Falkenpeter rief leise. Sofort kamen Tiere, die Pieps kannten. Sie alle hatten von Pieps‘ Abenteuer gehört und waren stolz auf ihn. Zwei Eichhörnchen, ein alter Igel und eine mutige kleine Maus eilten herbei.
„Pieps’ Zuhause ist an der alten Eiche! Wir zeigen es euch!“, rief das mutigste Eichhörnchen. Die anderen Tiere beobachteten das ungewöhnliche Trio – Falke, Strandläuferin und die verletzte Maus – nur von Weitem.
Endlich erreichten sie den großen Wurzelstock einer alten Eiche. Mina stieg vorsichtig ab, Pieps behutsam in ihren Händen.
Im Inneren wartete Pieps‘ Mutter. Sie war völlig aufgelöst. Mit einem Schrei der Erleichterung nahm sie ihn Mina ab. „Mein Junge! Mein tapferer, dummer, kleiner Junge!“, flüsterte sie. Als sie Mina und Falkenpeter ansah, kamen ihr Tränen der Dankbarkeit. „Er hat so mutige und starke Freunde gefunden!“
Die Mutter bettete Pieps sofort in sein weiches Nest. Sie ließ ihn schlafen, er brauchte die Ruhe mehr als alles andere. Dann kam sie zu Mina und Falkenpeter, um zu erfahren, was geschehen war. Die lange, unglaubliche Geschichte beschäftigte alle drei bis tief in die Nacht.
Als die Sterne am dunklen Himmel funkelten, erhob sich Falkenpeter. „Ich muss los. Aber Pieps ist in Sicherheit. Das ist alles, was zählt.“ Mit einem tiefen Rauschen flog er in die Dunkelheit davon.
Mina aber blieb. Sie wusste, dass Pieps in Sicherheit war. Sie blieb bei der Mutter und Pieps, um zu wachen und alle Geschichten noch einmal zu erzählen.
Die Genesung und der Besuch der Waldwächterin
Es dauerte einige Tage der Ruhe und sorgsamen Pflege, bis Pieps langsam wieder ganz zu sich kam. An dem Morgen, an dem er Besuch bekam, lag er noch immer in seinem warmen „Nest“. Mit offenen Augen genoss er die vertrauten Geräusche des Hauses. Er hörte seine Mutter, die in der Küche das Essen vorbereitete, und seine Brüder, die draußen spielten.
Aber da war noch jemand in der Küche. Eine Stimme, die er jetzt noch nicht ganz zuordnen konnte, die ihm aber sehr bekannt vorkam… Nur woher? Pieps lag im Bett und versuchte sich angestrengt zu erinnern.
Plötzlich ging die Tür auf, und Pieps sah Mina, die leise versuchte, einen vorsichtigen Blick in das Zimmer zu werfen.
„Ach, er schläft nicht“, sagte Mina zu jemandem, der sich in der Küche befand. „Wir können kurz rein, aber nicht lange, bitte.“
Pieps spitzte die Ohren. Wer war da?
„Pieps, hier ist jemand zu dir gekommen… Er will dir nur Hallo sagen“, sagte Mina und öffnete diesmal die Tür ganz.
Ein Geräusch verschobener Stühle in der Küche war zu hören, und in der Tür stand Azaela, die Wächterin des Waldes.
„Guten Morgen, Pieps, schön dich wiederzusehen!“, sagte sie direkt, indem sie den Raum betrat.
Pieps war überglücklich. In den letzten Tagen hatte er so oft an die Treffen mit Azaela gedacht. So oft hatten ihre Erzählungen seine Schritte begleitet und ihn vor Gefahr geschützt.
„Azaela, ich freue mich, dich zu sehen!“, sagte Pieps. Er wollte aufstehen, um seinen lieben Gast zu begrüßen, aber schnell lag er wieder da. Er war wach, aber nicht wirklich stark genug.
„Bleib liegen, Pieps. Wir sprechen, wenn du wieder ganz zu Kräften gekommen bist“, sagte Azaela und mit einem leichten Winken versuchte sie, Pieps im Bett zu halten.
Er war immer noch geschwächt. Obwohl er jetzt Lust gehabt hätte, mit Azaela, Mina und seiner Mutter in der Küche zusammenzusitzen, merkte er, dass jeder Schritt zu viel war. Aber er merkte auch, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis er wieder seine ersten Schritte draußen machte. Allein dieser Gedanke löste in ihm ein großes Glücksgefühl aus.
Das Fest des Mutes: Die große Überraschungsparty
Am nächsten Tag war es so weit. Schon seit dem Morgengrauen hörte er von draußen eine laute, fröhliche Geräuschkulisse, die ihn kribbelig machte. War das nur der Wind, oder gab es ein kleines Fest? Pieps, getrieben von ungeduldiger Neugier, konnte es nicht länger erwarten. Er humpelte zum Kleiderschrank, wo seine besten, unversehrten Sachen hingen und die kleinen, robusten Wanderschuhe von Azaela standen.
Langsam zog er sich an. Jede Bewegung war ein Sieg. Er wollte Mina und seiner Mutter beweisen, dass er wieder stark und unverwundbar war.
In dem Moment, als er die Schuhe zuschnürte, legten sich die Geräusche von draußen jäh. Eine dicke, fast unnatürliche Stille trat ein. Man hörte nur noch das leise Vogelgezwitscher. Pieps öffnete die Tür zur Küche. Auf dem Herd stand ein riesiger Topf, aus dem der warme Duft von stärkender Brühe stieg. Wer soll das alles essen?, fragte er sich.
Doch niemand war da. Seine Mutter war fort, Mina war verschwunden. Sogar seine lästigen Geschwister – die sonst jede Gelegenheit nutzten, um Unfug zu treiben – waren mucksmäuschenstill. Die Abwesenheit war so ungewöhnlich, dass Pieps lächelte. Endlich, dachte er, habe ich die Ruhe, die ich mir so sehr gewünscht habe.
Mit wackeligen Beinen machte Pieps seine letzten Schritte in Richtung Gartentür. Er war noch unsicher, aber die verletzte Seite schmerzte kaum noch. Er fühlte sich gut, stark genug, um endlich die Tür zu öffnen und seinen geliebten Schaukelstuhl im Garten zu suchen.
Er stieß die Tür zum Garten auf, und die Welt um ihn herum explodierte in einem Feuerwerk der Freude:
Die unnatürliche Stille wurde augenblicklich von einem tosenden Jubel, schallendem Lachen und enthusiastischem Klatschen zerrissen! Pieps zuckte zusammen, seine Augen weiteten sich. Der ganze Garten war keine Oase der Ruhe, sondern ein Meer aus bunten Lichtern und bewegten Silhouetten. Ein Duft von frischen Erdbeeren, gerösteten Nüssen und gebackenem Honigkuchen hing in der Luft. Es war eine überwältigende Überraschungsparty, die alle seine Lieben aus der Ferne zusammengebracht hatte, um ihn heim zu holen.
Überall sah er vertraute Gesichter, die ihm auf seiner Reise geholfen hatten. Er sah seine Mutter, die sich weinend vor Rührung die Tränen wegwischte. Dort stand Azaela, die weise Wächterin des Waldes, die warm mit Mina lachte, während sie Beeren für die Gäste aufschüttelte. Er sah die schillernde Käferfamilie aus dem Grasmeer, deren leuchtend bunte Flügel nun im Sonnenlicht auf einem Pilz tanzten. Sogar Elisa Grasgrün und seine gesamte Familie waren gekommen, deren unermüdliche Kinder ausgelassen mit Pieps‘ eigenen, jetzt mucksmäuschenstillen Geschwistern Fangen spielten.
Sie alle hatten den langen Weg zum Funkenwald gefunden – und das alles dank Falkenpeter. Der ehemalige Feind hatte das ganze Grasmeer, alle Vögel und alle Eichhörnchen informiert, dass Pieps, der tapfere Mäuserich, gesund und wohlbehalten nach Hause gefunden hatte, und hatte sie zu einem Fest des Mutes eingeladen.
Die Sonne schien hell auf den lachenden Pieps, der mitten in seiner feiernden Gemeinschaft stand. Umgeben von all seinen alten und neuen Freunden, wusste er: Er war nicht nur heil an seinem Ziel angekommen, er hatte auch etwas viel Größeres gefunden.
Die universelle Botschaft: Was wir von Pieps lernen können
Pieps‘ Saga ist mehr als nur ein Abenteuer; sie ist eine zeitlose Fabel über Mut und innere Stärke. Der kleine Mäuserich lehrt uns, dass wahre Tapferkeit nicht in der Abwesenheit von Angst liegt, sondern in der klaren Entscheidung, trotz des Zitterns weiterzugehen. Diese Geschichte dient als wertvolle Lebenslektion für Kinder und Erwachsene gleichermaßen, indem sie die metaphorische Reise der persönlichen Entwicklung und der Überwindung scheinbar unmöglicher Hürden darstellt. Der Funken, den Pieps in sich trägt, symbolisiert das unerschütterliche Potenzial, das in jedem von uns schlummert.
Die Verwandlung der Feinde: Falkenpeter und die Kraft der Würde
Ein zentrales Element der Geschichte ist die unerwartete Allianz zwischen dem Mäuserich Pieps und seinem einstigen Erzfeind Falkenpeter. Die Wandlung des Jägers zum Retter unterstreicht die tiefe Botschaft, dass Würde und Respekt stärker sind als alte Rivalitäten. Pieps‘ unerschrockene Art und Falkenpeter’s Gespür für einen würdigen Gegner zeigen auf eindrucksvolle Weise, wie selbst die größten Konflikte durch Mitgefühl und die Bereitschaft zur Kooperation gelöst werden können. Dieses Bündnis der ungleichen Freunde ist der schönste Beweis, dass wahre Stärke oft in der Fähigkeit zur Vergebung und Akzeptanz liegt.
Das glückliche Fazit: Der wahre Wert der Heimkehr
Die Saga von Pieps, dem kleinen Abenteurer, ist mehr als nur eine Erzählung von Mut; es ist ein leuchtendes Manifest der inneren Stärke. Es zeigt uns, dass wahre Größe nicht in der Körpergröße liegt, sondern im unerschütterlichen Willen, der uns antreibt, die Grenzen unserer eigenen Angst zu überwinden. Pieps‘ Mut war nie die Abwesenheit von Furcht, sondern die klare Entscheidung, trotz des Zitterns weiterzugehen und sich den gewaltigsten Herausforderungen zu stellen.
Auf seiner epischen Wanderung begegnete Pieps den Wundern und Schrecken der weiten Welt: den schwindelerregenden Höhen der Gipfel, der flimmernden Weite des Grasmeeres und der geheimnisvollen Kühle des Dunklen Waldes. Er knüpfte ein Netz der Freundschaft, das die Gesetze der Natur auf den Kopf stellte – wer hätte gedacht, dass ein Mäuserich und ein Falke am Ende Verbündete werden? Diese Bündnisse sind das wahre Gold seiner Reise.
Doch das tiefste, das bunt schimmernde Glück, fand Pieps nicht in der Ferne, sondern am Ende des Weges. Die Abenteuer waren die Schule, die ihm zeigten, was wirklich zählt: Die Heimat ist kein Ort, sondern ein Gefühl, gewoben aus den Stimmen seiner Familie und dem Lachen seiner Freunde. Man mag die größten Seen sehen und die wärmste Sonne spüren, aber nichts ist so beruhigend, so strahlend und unverzichtbar wie die Umarmungen der Lieben. Die wahre Belohnung für jeden tapferen Schritt ist es, dorthin zurückzukehren, wo man am meisten geliebt wird. Denn zu Hause, inmitten derer, die einen halten, ist es am schönsten.
Die verzweifelte Rettung und das Bündnis der Feinde Pieps lag regungslos im Gras. Der Schmerz hatte ihn verlassen, ersetzt durch eine eisige Stille. Die Welt schwand. Er blickte schwach auf Weiter lesen...
Die Ankunft der Sandläuferin Pieps, erschöpft von der Reise und den vielen neuen Eindrücken des Meeres, sank im Sand in einen tiefen Schlaf. Er hatte sich direkt am Rand des Weiter lesen...
Die Nacht war still und friedlich gewesen, hoch oben in den Ästen des alten Baumes. Pieps hatte sich dort ein kleines Nest aus Moos gebaut. Doch so richtig wohl fühlte Weiter lesen...
Pieps wachte auf. Er war müde von dem gestrigen, langen Weg durch das Grasmeer, doch der neue Tag brachte eine leichte, hoffnungsvolle Wärme. Langsam stand er auf und bereitete sich Weiter lesen...
Die unerwartete Begegnung Doch Pieps’ Hoffnung, dass das Kratzen und Zischen aufgegeben hätte, verflog, als die Stille durchbrochen wurde. Es klopfte leise an seine Tür. „Schläfst du, Pieps?“, flüsterte eine Weiter lesen...
Der Morgen am Waldrand Pieps erwachte genau dort, wo ihn die Müdigkeit am Abend zuvor überwältigt hatte. Die Sonne kitzelte seine Nase, und die Luft roch kühl und würzig nach Weiter lesen...
Nachdem die Höhle von dem unheimlichen Wesen besetzt schien, ging Pieps weiter, um einen Platz für die Nacht zu suchen. Es war schon dunkel. Die Wolken, die am Nachmittag aufgezogen Weiter lesen...
Ein kalter Tropfen glitt über Pieps’ Nase und kitzelte ihn wach. Blinzelnd öffnete er die Augen. Über ihm spannte sich das grüne Dach eines großen Blattes, das ihn in der Weiter lesen...
Vor langer, langer Zeit, in einem alten, tiefen Wald, wo die Bäume so dicht standen, dass das Sonnenlicht oft nur als goldener Staub auf den Boden fiel, lebte eine kleine Weiter lesen...
Pieps, erschöpft von der Reise und den vielen neuen Eindrücken des Meeres, sank im Sand in einen tiefen Schlaf. Er hatte sich direkt am Rand des Lagerplatzes eingerollt, wo die Menschen Kisten und Fässer abgeladen hatten.
Zur selben Zeit kämpfte sich Mina, die Sandläuferin, durch die spärlichen Küstenbüsche. Ramiro hatte sie geschickt, weil Pieps den schwierigen Weg durch die Schlucht vermutlich nicht alleine bewältigen würde. Die ganze Nacht hatte Mina nach ihm gesucht, denn Ramiro hatte Sorge, der kleine Abenteurer könne auf sich gestellt in Gefahr geraten.
Mina war erschöpft von der langen Nacht. Die Sonne war gerade aufgegangen, und alles um sie wirkte still – nur der weiche Wind im Dünengras bewegte sich.
Am Rand des Lagers entdeckte sie den Jungen, der auf einer Kiste schlief – und direkt neben ihm den großen, grauen Kater.
Die Katze war wachsam und gefährlich. Sie schlief zwar gerade, aber sie war viel zu nah an Pieps, und Mina wusste, dass jeder Moment, den Pieps hier verbringen würde, riskant war.
Der Weckruf
Mina schlich sich so nah heran, wie sie es wagte. Der Kater durfte nicht aufwachen.
Dann flüsterte sie heftig:
„Pieps…? Pieps, wach auf! Sofort!“
Mina hatte ihn noch nie zuvor getroffen, doch die Panik riss ihr die Worte förmlich aus der Kehle.
Pieps zuckte zusammen, seine kleinen Beine zappelten verwirrt.
„Was… was ist denn los? Sind die Schiffe—?“
„Keine Fragen!“, fauchte Mina mit kaum hörbarer Stimme. „Der Kater wird gleich wach. Du darfst hier nicht schlafen! Aufstehen – jetzt!“
Sie packte ihn am Ärmel seines kleinen Jacketts und zog ihn mit sich. Sie rannten nicht, aber sie bewegten sich schnell und geduckt durch den weichen Sand – weg von den Kisten, weg von der Gefahr.
Erst im Schutz des hohen Dünengrases ließ Mina ihn los. Sie presste sich in eine sandige Mulde unter knorrigen Wurzeln. Von hier aus konnten sie den Lagerplatz überblicken, ohne selbst gesehen zu werden.
„Schau dorthin.“ Ihre Stimme zitterte. „Der Junge und sein Kater. Dieser Kater ist ein Jäger, Pieps. Ein gefährlicher Jäger. Wir bleiben hier, bis die Sonne untergeht. Versprich mir, dass du hierbleibst. Egal, was passiert.“
Pieps nickte nur.
„Ich verspreche es, Mina“, sagte er – doch in seinem Bauch lag ein Knoten, der sich nicht löste. Die Kisten, die Gerüche, die Neugier… sie zogen ihn magisch an.
Mina hingegen konnte nicht länger wach bleiben. Die Müdigkeit übermannte sie, und wenig später schlief sie tief und fest.
Zu nah
Pieps hockte im Versteck. Der Junge… die Kisten… die seltsamen Dinge der Menschen…
So gern hätte er alles aus der Nähe gesehen.
Aber er hatte es Mina doch versprochen.
Und denoch… Mina schlief. Sie würde es nie erfahren.
In diesem Moment war Pieps’ Entscheidung gefallen. Jetzt oder nie.
Langsam kroch er aus dem Versteck, so vorsichtig, wie er nur konnte. Sein Herz klopfte schneller und schneller, doch die Neugier trieb ihn voran. Zentimeter für Zentimeter schlich er sich den Kisten entgegen.
Der Junge und der Kater schliefen noch auf einer Kiste. So nah. So unglaublich nah.
Die Jagd beginnt
Mit einem plötzlichen Rascheln im Gras änderte sich alles.
Pieps zuckte zusammen und blickte instinktiv zur der Kisten – doch dort lag der Kater nicht mehr.
Bevor er das Geräusch deuten konnte, schoss die graue Katze mit einem scharfen, bedrohlichen Laut aus dem hohen Gras hervor. Lautlos hatte sie sich herangepirscht und Pieps’ Missachtung der Regeln beobachtet.
Sie landete direkt vor ihm.
Ein Schlag mit der rechten Pfote – Pieps erstarrte. Nicht vor Schmerz, aber von Angst der im in dem Moment überwältigte.
Ein zweiter Schlag, mit der linken – spielerisch, wie mit einem Katzenspielzeug.
Als ob die Katze mit ihm spielen wollte
Pieps dachte nicht nach. Er riss sich los und rannte. Doch der Kater war schnell. Viel zu schnell.
Immer wieder versperrte er Pieps den Weg, sprang auf Kisten, lauerte, schlug nach ihm. Pieps huschte zwischen Holz und Schatten hin und her, doch überall tauchte die graue Pfote wieder auf.
Schließlich fand er eine schmale Lücke zwischen zwei Kisten, kroch hinein und duckte sich. Eine Falle – aber eine, die ihm einen Moment zum Nachdenken verschaffte.
Der Kater fauchte und versuchte, ihn herauszuangeln.
Pieps wusste: Lange würde er hier nicht sicher sein.
Als der Kater kurz ruhiger wurde, fasste Pieps Mut.
Jetzt oder nie.
Er schoss aus seinem Versteck hervor. Er rannte, bog ab, rannte weiter.
Jeder Richtungswechsel gab ihm ein kleines bisschen Vorsprung, aber die Katze holte diesen Vorsprung mit einem einzigen Sprung wieder ein. Immer wieder landeten ihre Pfoten direkt vor ihm im Sand.
Mit der Zeit wurde Pieps langsamer. Viel langsamer. Dann stolperte er – und fiel.
Sofort lag die schwere Pfote des Katers auf seinem Rücken. Die Welt wurde eng, grau, furchteinflößend.
Pieps Gedanken flüchteten zu seiner Mutter, seinen Geschwistern. Erinnerungen, die ihn schwächten, statt ihm Kraft zu geben. Er versuchte zu schreien, doch es kam nur ein leises Wimmern.
Der Jäger der Lüfte
Ein großer Schatten glitt lautlos über den Sand und blieb für einen Augenblick direkt über dem Kater stehen.
Pieps erkannte die Silhouette sofort: den Jäger der Lüfte, den dunklen Vogel, den er schon einmal gesehen hatte.
Der Kater bemerkte die Gefahr allerdings zu spät.
Mit einem durchdringenden Schrei stürzte der Vogel herab. Seine Krallen trafen den Kater mit voller Wucht.
Der Kater brüllte auf, stolperte zur Seite und ließ Pieps frei. Jetzt war der Jäger plötzlich zu Gejagten.
Fauchend drehte sich die Katze um, bereit, den nächsten Angriff abzuwehren.
Der Vogel stieß erneut herab.
Chaos.
Staub.
Gefieder gegen Krallen.
Und mitten darin: Pieps – frei, aber noch längst nicht gerettet.
Die verzweifelte Rettung und das Bündnis der Feinde Pieps lag regungslos im Gras. Der Schmerz hatte ihn verlassen, ersetzt durch eine eisige Stille. Die Welt schwand. Er blickte schwach auf Weiter lesen...
Die Ankunft der Sandläuferin Pieps, erschöpft von der Reise und den vielen neuen Eindrücken des Meeres, sank im Sand in einen tiefen Schlaf. Er hatte sich direkt am Rand des Weiter lesen...
Die Nacht war still und friedlich gewesen, hoch oben in den Ästen des alten Baumes. Pieps hatte sich dort ein kleines Nest aus Moos gebaut. Doch so richtig wohl fühlte Weiter lesen...
Pieps wachte auf. Er war müde von dem gestrigen, langen Weg durch das Grasmeer, doch der neue Tag brachte eine leichte, hoffnungsvolle Wärme. Langsam stand er auf und bereitete sich Weiter lesen...
Die unerwartete Begegnung Doch Pieps’ Hoffnung, dass das Kratzen und Zischen aufgegeben hätte, verflog, als die Stille durchbrochen wurde. Es klopfte leise an seine Tür. „Schläfst du, Pieps?“, flüsterte eine Weiter lesen...
Der Morgen am Waldrand Pieps erwachte genau dort, wo ihn die Müdigkeit am Abend zuvor überwältigt hatte. Die Sonne kitzelte seine Nase, und die Luft roch kühl und würzig nach Weiter lesen...
Nachdem die Höhle von dem unheimlichen Wesen besetzt schien, ging Pieps weiter, um einen Platz für die Nacht zu suchen. Es war schon dunkel. Die Wolken, die am Nachmittag aufgezogen Weiter lesen...
Ein kalter Tropfen glitt über Pieps’ Nase und kitzelte ihn wach. Blinzelnd öffnete er die Augen. Über ihm spannte sich das grüne Dach eines großen Blattes, das ihn in der Weiter lesen...
Vor langer, langer Zeit, in einem alten, tiefen Wald, wo die Bäume so dicht standen, dass das Sonnenlicht oft nur als goldener Staub auf den Boden fiel, lebte eine kleine Weiter lesen...
Die Nacht war still und friedlich gewesen, hoch oben in den Ästen des alten Baumes. Pieps hatte sich dort ein kleines Nest aus Moos gebaut. Doch so richtig wohl fühlte er sich trotzdem nicht. Der Wind strich kalt durch die Blätter, irgendwo quietschte leise ein Ast wie eine schlecht geschmierte Tür, und das Echo hallte unheimlich durch die Felsen ringsum.
Zum Glück spannte die leuchtende Spinne, die in diesem alten Baum wohnte, ihr Netz ganz in Pieps’ Nähe. Die feinen Fäden glimmten im Dunkeln wie winzige, perfekt aufgereihte Feenlichter und hüllten den Schlafplatz in ein sanftes, geborgenes Licht. Pieps kuschelte sich tief in sein Moos.
Er dachte an zu Hause – an das Zimmer seiner Mutter. Er erinnerte sich, wie er als ganz kleiner Mäuserich große Angst vor der Dunkelheit hatte, Angst vor den Schatten, die sich an der Wand bewegten. Seine Mutter hatte ihm immer Mut zugesprochen und jeden Abend die kleine Osterglocken-Laterne auf seinen Nachttisch gestellt. Ihr warmes, gelbes Leuchten war sein Schutzschild gewesen. Dieses vertraute Licht, diese kleine Portion Heimatsicherheit, fehlte ihm hier sehr.
„Fast wie daheim…“, murmelte Pieps, als er in das leuchtende Spinnennetz blickte, dessen Licht der Osterglocken-Laterne so ähnelte. Mit diesem tröstenden Gedanken schlief er ein – ruhig, warm und sicher, als läge er in Mamas Zimmer.
Das Schwere Moment
Der kalte, gemeine Morgen Der Morgen jedoch war weniger freundlich. Er war ein Morgen, den sich ein Eiszauberer ausgedacht hatte. Die feuchte, kühle Luft der Schlucht kroch Pieps durchs Fell wie ein neugieriger, böser Geist. Die ersten Sonnenstrahlen blieben hoch oben an den Felsen hängen, als hätten sie Angst vor dem Abstieg. Pieps gähnte, schüttelte sich und rieb sich die kalten Pfoten.
„Brrr… das ist kein Wetter für eine Maus!“, quiekte er leise, aber dann grinste er tapfer. Dieses Grinsen hielt allerdings nur für etwa zehn Minuten.
Der Pfad war schmal, hart und rutschig. Er war keine Wegstrecke, er war eine gemeine Riesenrutsche, die Pieps unaufhörlich zu Fall bringen wollte. Flink schulterte er seinen winzigen Rucksack. Zuerst ging es bergauf, dann steil abwärts, und an manchen Stellen musste er sogar schwierig klettern wie ein kleiner Spiderman im Fellanzug.
Hunger als gnadenloser Beifahrer Doch die Situation wurde von Minute zu Minute dramatischer. Die Kälte biss sich fest. Und dann kam der Hunger. Der Mangel an Nahrung wurde zu einer körperlichen Last, die schwerer wog als sein ganzer Rucksack. Erst gegen Mittag spürte er, wie leer sein Bauch war. Sein Magen knurrte nicht mehr, er brüllte! Er klang wie ein wütender Frosch im Frühling, der seinen Regenschirm verloren hatte.
Pieps setzte sich erschöpft auf einen spitzen Stein, öffnete seinen Rucksack – und seufzte, ein Seufzer, der die ganze Schlucht füllte. „Oh nein… fast leer!“ Es war keine Mahlzeit mehr, es war die Beerdigung für drei Krümel und einen rosinengroßen Rest. Die Krümel verschwanden in einem Haps. Da wurde Pieps mit voller Wucht klar, wie ernst seine Lage wirklich war.
Zurückgehen? Unmöglich. Der Weg war zu weit, und seine Osterblumen-Laterne war schon lange ausgegangen. Also blieb nur eine Richtung: nach vorn!
Die schwersten Stunden Seine Pfoten pulsierten jetzt wie zwei beleidigte Gummibälle. Die Kälte hatte sich in seinen Knochen häuslich eingerichtet, und seine Beine fühlten sich an wie zwei kleine Betonstangen. Jeder Atemzug brannte in seiner Brust. Manchmal hatte er das Gefühl, die Felsen würden ihn verspotten: unbeweglich, kalt und endlos zynisch.
Einmal stolperte Pieps über einen Stein und blieb einfach liegen. Der Hunger und die Kälte machten ihn schwindlig, und er spürte, wie ihm die Augen zufielen.
„Nur kurz ausruhen…“, dachte er.
Aber dann kam ihm blitzartig das Bild seiner Mutter in den Sinn. Ihre Stimme hallte in seinem Kopf, laut und klar: „Pieps, du bist stärker, als du denkst! Du bist unser kleiner Mause-Held!“
Er rappelte sich auf, atmete so tief durch, dass sich sein Fell aufplusterte, und flüsterte:
„Pieps Nur noch ein Schritt.“
Und so ging er weiter – müde, frierend, aber mit einem winzigen Rest Hoffnung, der in seiner Brust glomm wie die Erinnerung an eine kleine, warme Laterne.
Die Erlösung und das Blaue Wunder
Der schmerzhafte Augenblick der Freiheit Und dann – ZACK! – hinter der nächsten, unscheinbaren Biegung – blieb Pieps wie angewurzelt stehen.
Die Schlucht war einfach weg!
Die dunklen, unfreundlichen Felswände lagen plötzlich hinter ihm, und vor ihm öffnete sich eine weite Fläche. Das helle, warme Licht traf seine Augen wie ein Schlag und zwang ihn, sich abzuwenden. Es war zu viel, zu schnell. Nach zwei Tagen im Schatten der Schlucht war dieser ungefilterte Glanz fast schmerzhaft.
Pieps kniff die Augen zusammen und tastete sich langsam vor. Erst dann, als sich seine Pupillen weiteten, begriff er den Sieg: Das Grün leuchtete so hell, dass es in den Augen weh tat (auf eine gute Art!). Der Wind duftete nach Gras und tausend Blumen. Über ihm spannte sich ein grenzenlos blauer Himmel, der aussah, als hätte ihn jemand frisch geputzt.
„Ich hab’s geschafft!“, schrie er leiser als erwartet, sank keuchend ins hohe Gras und lachte dann doch, bis seine Backen schmerzten. Er fand ein paar süße Körner und Beeren und stopfte sich die Backen voll, bis seine Wangen aussahen wie zwei überfüllte Sofakissen. Es schmeckte nach Leben, nach Sonne, nach einem riesigen Sieg! Zum ersten Mal seit Langem fühlte er sich frei.
Die gefährliche Entdeckung, vor lauter Freude merkte Pieps gar nicht, dass sich die Wiese sanft nach unten neigte. Hinter einem kleinen Hügel glitzerte etwas. Erst dachte er, es wäre ein riesiger Teich – doch das Blau war viel zu groß, zu weit, zu hell.
Er ging ein paar Schritte, blinzelte und blieb stehen.
„Das… das ist doch kein Himmel, der auf die Erde gefallen ist!“
Vor ihm lag das Meer – eine gigantische, funkelnde Fläche, die so weit war, dass sie sich am Horizont mit dem echten Himmel verband. Das Licht tanzte auf den Wellen wie Tausende von Diamanten, und der Wind roch nach Salz, Freiheit und Abenteuer. Pieps stand da, sprachlos, überwältigt.
„So viel Blau hab ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen…“, flüsterte er. Er war angekommen – am Ende der Schlucht, am Anfang von etwas ganz Neuem.
Der Höhepunkt: Azaleas Warnung und der Anker Doch in diesem Moment purer Freude erstarrte Pieps. Sein Blick fiel auf einen dunklen Punkt in der Ferne, der über die glitzernde Wasserfläche glitt. Langsam wurde er größer. Zwei schlanke Masten ragten in den Himmel, und weiße Segel blähten sich im Wind.
Ein Schiff!
Sein Herz machte einen Salto, aber nicht vor Freude, sondern vor Panik.
Azaela, die große Gottesanbeterin, die auf diesen Schiffen mitgereist war und fast ganze Welt schon gesehen hatte, hatte ihn mehrmals gewarnt. Sie hatte von den unfreundlichen, gefährlichen Menschen erzählt, die diese Schiffe steuern. Ihre Stimme hallte in seinem Kopf: „Wenn du dort etwas Weißes siehst, etwas, das Flügel hat, aber nicht fliegt – renn! Es bringt immer Ärger. Es ist die Ankunft von… den Anderen.“
Das Schiff kam näher – majestätisch, geheimnisvoll, und in Pieps’ Augen jetzt bedrohlich. Die weißen Segel wirkten wie hungrige Gespenster.
Pieps’ Herz hämmerte gegen seine Rippen wie ein gefangener Trommler. Er musste sich an Azaelas wichtigste Regel halten: Lass dich auf keinen Fall finden. Doch die Neugier, diese furchtbare und doch sieghafte Neugier, überwältigte seine Angst. Er hatte es bis zum Meer geschafft, er wollte sehen, was Azaela gemeint hatte. Er wollte die Landung der Anderen beobachten.
Er huschte durch das hohe Dünengras, das dort begann, wo die Wiese endete, und robbte auf den Bauch. Er kroch so nah an den Strand, wie er sich traute, aber blieb verborgen, in sicherer Entfernung, und starrte auf das immer größer werdende Segelboot. Er konnte jetzt das Knarren des Holzes hören, das leise Wummern der Wellen und – ja! – ferne Stimmen.
Die Angst und die Erschöpfung des Tages schlugen jetzt gnadenlos zu. Pieps wollte wach bleiben, wollte sehen, wie sie von Bord gingen, doch seine Augenlider wurden schwer wie Blei. Er kämpfte, aber die Dunkelheit zog ihn hinab.
Mit dem letzten Fünkchen Bewusstsein spürte er, wie der Schatten des Schiffes immer länger wurde, fast bis zu seinem Versteck reichte. Das Schiff hatte geankert. Es war da. Es wartete. Und mit dem Bild des weißen Segels vor seinem inneren Auge – schlief Pieps, der Maus-Held, ein.
Die verzweifelte Rettung und das Bündnis der Feinde Pieps lag regungslos im Gras. Der Schmerz hatte ihn verlassen, ersetzt durch eine eisige Stille. Die Welt schwand. Er blickte schwach auf Weiter lesen...
Die Ankunft der Sandläuferin Pieps, erschöpft von der Reise und den vielen neuen Eindrücken des Meeres, sank im Sand in einen tiefen Schlaf. Er hatte sich direkt am Rand des Weiter lesen...
Die Nacht war still und friedlich gewesen, hoch oben in den Ästen des alten Baumes. Pieps hatte sich dort ein kleines Nest aus Moos gebaut. Doch so richtig wohl fühlte Weiter lesen...
Pieps wachte auf. Er war müde von dem gestrigen, langen Weg durch das Grasmeer, doch der neue Tag brachte eine leichte, hoffnungsvolle Wärme. Langsam stand er auf und bereitete sich Weiter lesen...
Die unerwartete Begegnung Doch Pieps’ Hoffnung, dass das Kratzen und Zischen aufgegeben hätte, verflog, als die Stille durchbrochen wurde. Es klopfte leise an seine Tür. „Schläfst du, Pieps?“, flüsterte eine Weiter lesen...
Der Morgen am Waldrand Pieps erwachte genau dort, wo ihn die Müdigkeit am Abend zuvor überwältigt hatte. Die Sonne kitzelte seine Nase, und die Luft roch kühl und würzig nach Weiter lesen...
Nachdem die Höhle von dem unheimlichen Wesen besetzt schien, ging Pieps weiter, um einen Platz für die Nacht zu suchen. Es war schon dunkel. Die Wolken, die am Nachmittag aufgezogen Weiter lesen...
Ein kalter Tropfen glitt über Pieps’ Nase und kitzelte ihn wach. Blinzelnd öffnete er die Augen. Über ihm spannte sich das grüne Dach eines großen Blattes, das ihn in der Weiter lesen...
Vor langer, langer Zeit, in einem alten, tiefen Wald, wo die Bäume so dicht standen, dass das Sonnenlicht oft nur als goldener Staub auf den Boden fiel, lebte eine kleine Weiter lesen...
Pieps wachte auf. Er war müde von dem gestrigen, langen Weg durch das Grasmeer, doch der neue Tag brachte eine leichte, hoffnungsvolle Wärme. Langsam stand er auf und bereitete sich auf den Weiterweg vor. Das tiefe Grollen des Wasserfalls erinnerte ihn schnell daran, wo er sich befand. Er packte seine Sachen, ging zum See und machte sich dort ein wenig frisch.
Die Begegnung im Gischt
Von den Spuren der Vielbeinigen, die er gestern gesehen hatte, war nichts mehr zu finden. Anscheinend hatten Wasser und Wind sie weggespült. Dafür zeigten sich viele andere, merkwürdige Abdrücke im nassen Sand.
Pieps, dessen Neugier ihm immer einen Schritt voraus war, folgte ihnen bis zum Fuße des Wasserfalls. Hier verschwanden die Spuren plötzlich im tosenden Wassergischt. Hatte die Kreatur einfach den Weg ins Wasser genommen?
Ein leichtes Gefühl der Sorge beschlich Pieps. Nicht, dass er Angst hatte, aber ihm wurde bewusst, dass er wieder einmal irgendwelchen Spuren folgte, anstatt den Ausgang der Berge zu suchen. Er wusste, dass ihn diese Neugier noch in große Schwierigkeiten bringen könnte.
„Und… du kleiner Schnüffler? Wem suchst Du hier?“
Eine tiefe Stimme, die fremdartig klang, durchbrach den Lärm des Wasserfalls. Die Stimme war so tief und mächtig, dass selbst das Dröhnen des Wassers sie nicht überdecken konnte.
Pieps zuckte zusammen, sprang auf und drehte sich nervös um. Hatte man ihn gemeint?
„Ja Du… ich spreche mit Dir!“
Diesmal klang die Stimme etwas leiser, bis auf einmal, bevor Pieps reagieren und antworten konnte, eine Kreatur aus dem Gischt des Wasserfalls hervorkam: ein ziemlich großes, mehrbeiniges, krebsartiges Wesen, das einen schimmernden Panzer trug.
Pieps wusste nicht, was er tun sollte. Fliehen? Es war längst zu spät.
„Suchst Du mich, kleiner Schnüffler? Ich sehe, meine Spuren haben dich zu mir geführt. Schön… ich habe nicht viel Besuch hier“, sagte die Kreatur.
Wie es schien, war das ungewöhnliche Wesen freundlicher, als es auf den ersten Blick wirkte. Es war Ramiro, der Einsiedlerkrebs.
Ramiros verlorene Heimat
Pieps‘ anfängliche Scheu wich schnell der Faszination. Er erzählte Ramiro von seiner Reise und der Suche nach einem Weg aus dem Tal.
Ramiro bewegte seinen Panzer langsam.
„Zu steil, ja. Aber du hast Glück, Pieps. Dieser Berg hat eine Narbe. Einen Weg hindurch. Du suchst nach dem Ende dieses Tales, aber ich sage dir: Suche nach dem Anfang der Welt.“
Ramiro erzählte eine Geschichte. „Ich bin von einem Ort gekommen, den wir Der Silberstrand nannten. Als ich klein war, muss ich von dort fortgetragen worden sein, denn ich fand mich eines Morgens einfach am Strand dieses kleinen Sees wieder. Ich weiß nicht, wie ich hierherkam.“
Er seufzte leise, ein Geräusch wie Sand, der über Stein reibt. „Oft habe ich versucht, nach Hause zurückzukehren. Ich bin immer bis zum Eingang dieses Berges gekommen, aber der Weg in der Dunkelheit war zu viel. Ich habe es nie geschafft, hindurchzugehen. Ich weiß nicht einmal, ob Der Silberstrand noch existiert.“
Ein trauriger Schatten huschte über seine Augen, doch er verzog seine Mundwerkzeuge zu einem warmen Ausdruck. „Früher war ich unglücklich darüber. Aber nun, wo ich alt bin, reicht mir dieses Tal. Ich bin glücklich hier am Wasserfall. Aber du, Pieps… du hast das Feuer in dir. Und dieser Weg, den ich dir zeige, er soll zur Weite führen, in die Welt hinaus. Du musst es versuchen. Ich freue mich für dich.“
Diese Geschichte von einer verlorenen Heimat und dem Mut zur Reise traf Pieps im Herzen. Seine Abenteuerlust entflammte mit neuer Intensität.
„Nimm dies“, sagte Ramiro und reichte Pieps die letzten getrockneten Beeren und Kerne, die er hatte. „Es ist das letzte Stück meiner Heimat. Ich bin zu alt und müde für so einen Weg. Ich kann dir nur den Eingang zeigen. Aber du, Pieps, du musst gehen. Der Silberstrand wartet.“
Der Einstieg in die Höhle
Ramiro zeigte Pieps einen breiten Spalt in der Felswand, groß genug, um Pieps von weitem aufzufallen. Es war der Eingang zu einer steinigen Höhle, die sich hinter dem Getöse des Wasserfalls in den Berg fraß.
Allein vor der Dunkelheit stehend, holte Pieps die Osternglocke-Laterne aus seinem Rucksack. Sie funktionierte noch, und das warme Licht war ein beruhigendes Stück Heimat.
Der erste Teil des Weges führte durch die steinige Höhle. Der Boden war rau, unbefestigt und übersät mit herabgefallenen Steinen und Brocken. Die Decke war niedrig, und hie und da hingen kalte Stalaktiten herab. Dank der Laterne fand Pieps den Weg leicht. Mit großer Freude, wieder voranzukommen, wanderte er mehrere Stunden.
Die Schlucht und das Dunkel
Nach dieser Zeit war er am Ausgang angelangt. Der Höhlenausgang war stark von Hängepflanzen und Lianen überwuchert. Pieps kämpfte sich hindurch und trat in eine schmale, offene Schlucht ein, die zwischen himmelhohen Felswänden verlief. Er sah den Himmel, der sich von Hellblau in leuchtendes Gelb und tiefes Rosa verfärbte. Der Sonnenuntergang kündigte an, dass es Zeit war, sich auszuruhen.
Der lange, unbequeme Weg in der Höhle machte sich in Pieps’ Knochen bemerkbar. Die Schlucht selbst war alles andere als friedlich. Ihre Wände waren dicht von Farnen und kleinen Bäumen bewachsen. Hinter jedem Felsvorsprung und in jedem Schatten schien Pieps beobachtet zu werden.
Die letzten Kerne von Ramiro waren verzehrt. In der Schlucht war nichts Essbares zu finden. Wer wusste schon, wie lange dieser Weg noch dauern würde?
Trotz des Hungers suchte Pieps einen Schlafplatz. Er fand einen Baum, dessen Krone tief über den Boden wuchs und ihm ein wenig Schutz vor möglichem Regen und Geborgenheit bot. Als die Dunkelheit hereinbrach, sah Pieps, wie aus der Ferne helle Augenpunkte aus der Dunkelheit heraus auf ihn blickten.
Doch ein noch faszinierenderer Anblick zog ihn in seinen Bann: Direkt über ihm, an einem Ast, hatte eine leuchtende Spinne ihr Nest gebaut. Ihr feines, silbriges Gewebe strahlte in einem sanften, grünen Licht, das fast schon hypnotisch wirkte. Faszinierte von dem magischen Schauspiel, ignorierte Pieps seinen knurrenden Magen und schloss die Augen. Er schlief ein, mit dem Wissen, dass er dem Licht des Silberstrandes nun ein großes Stück näher war.
Die verzweifelte Rettung und das Bündnis der Feinde Pieps lag regungslos im Gras. Der Schmerz hatte ihn verlassen, ersetzt durch eine eisige Stille. Die Welt schwand. Er blickte schwach auf Weiter lesen...
Die Ankunft der Sandläuferin Pieps, erschöpft von der Reise und den vielen neuen Eindrücken des Meeres, sank im Sand in einen tiefen Schlaf. Er hatte sich direkt am Rand des Weiter lesen...
Die Nacht war still und friedlich gewesen, hoch oben in den Ästen des alten Baumes. Pieps hatte sich dort ein kleines Nest aus Moos gebaut. Doch so richtig wohl fühlte Weiter lesen...
Pieps wachte auf. Er war müde von dem gestrigen, langen Weg durch das Grasmeer, doch der neue Tag brachte eine leichte, hoffnungsvolle Wärme. Langsam stand er auf und bereitete sich Weiter lesen...
Die unerwartete Begegnung Doch Pieps’ Hoffnung, dass das Kratzen und Zischen aufgegeben hätte, verflog, als die Stille durchbrochen wurde. Es klopfte leise an seine Tür. „Schläfst du, Pieps?“, flüsterte eine Weiter lesen...
Der Morgen am Waldrand Pieps erwachte genau dort, wo ihn die Müdigkeit am Abend zuvor überwältigt hatte. Die Sonne kitzelte seine Nase, und die Luft roch kühl und würzig nach Weiter lesen...
Nachdem die Höhle von dem unheimlichen Wesen besetzt schien, ging Pieps weiter, um einen Platz für die Nacht zu suchen. Es war schon dunkel. Die Wolken, die am Nachmittag aufgezogen Weiter lesen...
Ein kalter Tropfen glitt über Pieps’ Nase und kitzelte ihn wach. Blinzelnd öffnete er die Augen. Über ihm spannte sich das grüne Dach eines großen Blattes, das ihn in der Weiter lesen...
Vor langer, langer Zeit, in einem alten, tiefen Wald, wo die Bäume so dicht standen, dass das Sonnenlicht oft nur als goldener Staub auf den Boden fiel, lebte eine kleine Weiter lesen...
Im Skulpturenpark Waldfrieden von Tony Cragg findet man natürlich viele seiner eigenen Werke, aber auch spannende Arbeiten anderer Künstler der internationalen Kunstszene. Das ist eine großartige Gelegenheit, um auch andere Positionen und ihre Kunst kennenzulernen.
Klar, nicht alles überzeugt mich – und das muss es auch nicht. Wir haben eben alle unsere Vorlieben und unterschiedlichen Geschmäcker.
Die Skulptur „Immaterielles“ von Andreas Schmitten gehört allerdings ganz klar zur zweiten Gruppe, den Werken, die mich einfach fasziniert haben.
Schon von Weitem zog mich diese Skulptur in ihren Bann. War es die schiere Größe oder doch die makellose, weiße Oberfläche? Anfangs hielt ich sie fälschlicherweise für weißen Marmor. Tatsächlich wirkt dieser Lack leicht, sauber und fast steril – eben immateriell und widersprüchlich zum massiven Material.
Die Skulptur erzählt von jeder Seite eine andere Geschichte. Von vorne wirkt sie wie ein menschlicher Körper, dessen Kopf tief zwischen den Schultern versunken ist. Aber von der Seite (und diese Ansicht hat mir am besten gefallen) sah es für mich aus wie ein Aufschrei, bei dem der Unterkiefer förmlich auf den „Tisch“ gefallen ist! Eine wirklich faszinierende Einsicht.
Wenn man sich dann die anderen Versionen dieses Werkes, „Immaterielles“ von Andreas Schmitten, ansieht – zum Beispiel die Skulptur mit dem gleichen Namen in Frankfurt am Main oder Düsseldorf, bei der der Kopf von drei Armen getragen wird – erkennt man einen klaren Stil: Die makellos weiß lackierte Stahlskulpturen, die von Andreas Schmitten zu Markenzeichen geworden sind.