1715


Vor ein paar Jahren habe ich auf meinem Blog eine ganz besondere Sammlung eröffnet: Eine Galerie für Türen und Portale. Eigentlich eine tolle Sache, aber in letzter Zeit herrschte dort leider ein wenig „Durchzug“. Neue und interessante Entdeckungen sind selten geworden – oder ich bin einfach mit geschlossenen Augen durch die Welt gelaufen.

Meine Sammlung ist zwar schon beachtlich gewachsen, aber ich muss gestehen: Letztes Jahr habe ich dem Ganzen viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Eigentlich schade! Hier im Bergischen Land ähneln sich die Türen oft sehr; echte Prachtstücke sind gar nicht so leicht aufzuspüren. Und wenn man immer nur die gleichen Wege geht, wird die Ausbeute natürlich nicht besser. Man kennt irgendwann jede Klinke beim Vornamen.

Deshalb habe ich mir vorgenommen, für meine Spaziergänge demnächst völlig neue Gebiete zu erkunden. Solange das Wetter allerdings so bleibt wie in den letzten Tagen, ist das mit dem Spazierengehen eher eine „Feucht-Fröhliche“ Angelegenheit – nur ohne das Fröhlich.

Aber hey, nach jedem Winter kommt früher oder später der Frühling. Und auf den freue ich mich heute schon riesig – und meine Kamera auch!

all4one Neujahrscup 2026

Ich muss ehrlich zugeben: Ich war schon auf vielen Turnieren, aber was der HSV Wuppertal hier mit dem Neujahrscup auf die Beine gestellt hat, ist beeindruckend. Innerhalb von nur einem Jahr (letztes Jahr war Premiere) hat sich das Ganze zu einer fast semiprofessionellen Veranstaltung entwickelt – und das trotz eines Termins, den eigentlich nur Pinguine lieben können.

Vom Auslachen zur Begeisterung

Rückblick: Als mein Sohn vor zwei Jahren mit der Idee um die Ecke kam, habe ich ihn ausgelacht. Wer macht bitteschön ein Jugendturnier im tiefsten Winter, mitten in der Weihnachtspause? Die Leute wollen Ruhe und nicht ihre Töchter bei Minusgraden durch die Gegend kutschieren. Tja, wie so oft im Leben: Ich habe mich gewaltig getäuscht!

Trotz Chaos auf den Straßen und gefühlt einem halben Meter Neuschnee (vielleicht war es etwas weniger, aber draußen war alles strahlend weiß) standen fünf von sechs gemeldeten Mannschaften pünktlich in der Halle. Und bei dieser „Aura“ standen die Helfer tatsächlich draußen am Grill, um Fans und Teams zu bewirten. Hut ab – das ist wahre Leidenschaft!

Anpfiff mit Hindernissen

Geplant waren 10 Spiele à 25 Minuten, insgesamt sechs Stunden Handball pur. Wie das bei solchen Events so ist: Der erste Anpfiff verzögerte sich wegen einer technischen Störung kurz, aber dann ging es Schlag auf Schlag.

Das Eröffnungsspiel bestritten der Gastgeber HSV Wuppertal gegen den HSV Solingen-Gräfrath. Genau jener Gegner, gegen den sich unsere Mädels zuletzt so schwergetan und nur mit Glück ein Remis geholt hatten. Eine harte Aufgabe, wenn man gerade erst aus dem Bett gekrochen ist!

Lektionen für die Regionalliga

Die Wuppertalerinnen hielten lange einen Vorsprung von zwei Toren. Doch Trainer-Wort hielt: „Heute spielt jeder! Es geht nicht darum, in der eigenen Halle zu dominieren, sondern das Teamgefühl zu stärken.“ Ein solches Turnier bietet die Chance, dass die jüngeren oder spiel schwächeren Mädchen Verantwortung übernehmen und von den Erfahrenen lernen.

Diesmal war der Druck vielleicht ein Quäntchen zu groß. Der Vorsprung schmolz gegen starke Solingerinnen dahin. Was mich überraschte: Das Trainerteam griff nicht ein, nahm keine Auszeit, sondern ließ die Mädels bis zum Ende kämpfen. Eine richtige Entscheidung! Wer in der Regionalliga spielt, muss lernen, in jeder Minute alles zu geben. Diese knappe Niederlage mit zwei Toren Rückstand tut weh, ist aber eine wertvolle Lektion für die Entwicklung.

Der Krimi gegen Tönisvorst

Im vierten Spiel wartete der Favorit: Die Zweitvertretung aus Tönisvorst. Deren erste Mannschaft führt ungeschlagen die Regionalliga, und auch die Zweite ist bärenstark – was sie mit einem 23:5 gegen Aldekerk eindrucksvoll bewiesen hatten.

In der eigenen Halle „wegpoliert“ zu werden, ist nicht cool. Der Coach stellte um und ließ die Formationen taktisch klug rotieren. Der Plan ging auf! Der HSV Wuppertal gewann das Spiel und blieb bis zum Ende im Rennen um den Pokal.

Ein emotionaler Abschied

Ich musste das Turnier leider vorzeitig verlassen, aber das Netz vergisst nichts: Die Mädels haben ein tolles Turnier gespielt und am Ende einen hervorragenden dritten Platz belegt (nur die Tordifferenz verhinderte eine bessere Platzierung). Gratulation!

Die Herren an der Pfeife: Souveränität pur

Was wäre ein Turnier ohne die Schiedsrichter? Ein besonderes Lob geht an das eingesetzte Duo und vor allem an einen jungen C-Jugend-Schiedsrichter. Man darf nicht vergessen: In der Hitze des Gefechts und bei dem Tempo der Regionalliga-Mädels den Überblick zu behalten, ist kein Pappenstiel.

Der junge Kollege hat das fantastisch gelöst. Er agierte wie ein „alter Wolf“ auf der Platte und hat den Mädels klipp und klar gezeigt, wo ihr Platz ist. Souverän, unaufgeregt und mit einer Autorität, die man in dem Alter selten sieht – da wächst ein echtes Schiri-Talent heran!
Zum Schluss ein persönliches Wort:
Danke an die Mädels und die Eltern für die Riesen-Überraschung!
Es hat mich sehr berührt. Ich werde euer Trikot mit Würde tragen (sobald es ankommt und passt 😉 ). Es ist mir eine große Freude, bei euren Spielen direkt von der Grundlinie aus zuzusehen, wie ihr den Handballsport lebt und lernt.


Neujahr auf Nordbahntrasse: Weiße Pracht statt Pulverdampf

Ein Spaziergang über die Nordbahntrasse – zwischen Winterwunder und Neujahrsputz.

Wenn sogar die Wuppertaler Talachse weiß leuchtet, dann gibt es keine Zweifel mehr: Der Winter ist offiziell in der Stadt angekommen. Während man auf den Höhenlagen wie Lichtscheid oder Cronenberg jedes Jahr mit Schnee rechnen kann, ist die weiße Pracht im Tal meist ein flüchtiger Gast. Oft hält sie sich dort kaum länger als ein paar Stunden.

Was für ein Timing! Pünktlich zum ersten Tag des Jahres versinkt alles unter einer dichten Schneedecke. Und obwohl ich eigentlich kein großer Winter-Fan bin, muss ich zugeben: Dieses Mal bin ich froh drum. Der Schnee wirkt wie ein natürlicher Filter, der den ganzen Dreck schluckt, den die Menschen in der Silvesternacht in die Luft geschossen haben.

Von Knallern, Gestank und alten Traditionen

Dieses Jahr habe ich das Spektakel unfreiwillig aus nächster Nähe miterlebt. Mein Fazit? Von weitem sieht Feuerwerk bezaubernd aus, aber aus der Nähe betrachtet… nun ja. Die ohrenbetäubende Geräuschkulisse, der beißende Gestank von Schwarzpulver und kleine Kids, die völlig ungeniert mit Raketen hantieren – nein danke!

Ich bin heilfroh, dass ich vor über zwanzig Jahren einen Schlussstrich unter diese Tradition gezogen habe. Den Tieren, den Mitmenschen und der Umwelt zuliebe muss das einfach nicht sein.

Ein Zeichen für die Gesellschaft: Wer räumt hier eigentlich auf?

Doch es gab einen Lichtblick am Neujahrsmorgen. Während ich über die Nordbahntrasse spazierte und die Ruhe genoss, verschwanden die Raketenreste nicht nur unter dem Neuschnee – sie wurden vielerorts aktiv beseitigt.

In vielen deutschen Städten gab es wieder die wunderbare Aktion, bei der vor allem muslimische Mitbürger am Morgen des 1. Januars auf die Straßen gingen, um den Müll der Nacht wegzuräumen. Ich finde das fantastisch! Es ist ein echter Beweis dafür, dass diese Menschen an die Gemeinschaft denken und zeigen wollen: „Wir gehören dazu und wir übernehmen Verantwortung.“

Ein kleiner, witziger (oder eher trauriger) Gedanke blieb mir dabei jedoch hängen: Es heißt immer „die Moslems“ räumen auf – aber wo waren eigentlich „die Deutschen“? Geschossen haben in der Nacht schließlich alle gemeinsam, egal welcher Herkunft. Es wäre doch gelacht, wenn wir es nächstes Jahr nicht schaffen, auch gemeinsam den Besen in die Hand zu nehmen.

Bis dahin genieße ich die seltene Stille im Tal – solange der Schnee im Wuppertaler Matsch noch durchhält!

Nature Thursday 2026 – #01


Mein Beitrag für Nature Thursday 2026 #01

Wie sagt man so schön? Gut Ding will Weile haben! Eigentlich war der erste Nature Thursday des Jahres schon gestern fällig, aber das Black & White Projekt hat sich am ersten Donnerstag des Monats den Vorrang geschnappt – Tradition schlägt Pünktlichkeit! 😉

Aber kein Stress: Ihr habt noch bis Samstagmittag Zeit, eure Beiträge zu verlinken und uns eure Natur-Entdeckungen zu zeigen.

Mein heutiges Motiv ist eine echte „Last-Minute-Rettung“ aus dem alten Jahr. Ich habe es am 31.12. ganz frisch in der Blumenvase auf dem Tisch aufgestöbert. Manchmal liegt das Gute eben direkt vor der Nase (oder zwischen den Blumen).

Ich bin wahnsinnig gespannt, was ihr für den ersten Donnerstag im Jahr vorbereitet habt!

P.S.: Damit 2026 auch optisch richtig durchstartet, habe ich uns ein brandneues 2026-Logo gebastelt.

You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter


Black & White – JANUAR 2026

Black & White 2026Ich bereite gerade meinen ersten Beitrag für das Black and White Projekt 2026 vor!
Wie gewohnt wird das Fotoprojekt immer am ersten Tag des Monats eröffnet. Da wir am 1. Januar alle noch mit dem Neujahr beschäftigt waren, starten wir diesmal mit einer kleinen Verspätung – aber keine Sorge: Da jeder Teilnehmer 15 Tage Zeit hat, reicht das völlig aus. Ihr seid also alle wieder herzlich eingeladen!

Nachdem ich mir im letzten Jahr kein festes Thema gesetzt habe, möchte ich 2026 öfter im Skulpturenpark Waldfrieden vorbeischauen. Es sieht ganz danach aus, als würde ich euch in nächster Zeit öfter mit Werken von Tony Cragg ‚langweilen‘ – aber ich hoffe natürlich, dass euch die Einblicke gefallen! Mein Ziel ist es, meine Technik in der Schwarz-Weiß-Fotografie zu verfeinern und mich künstlerisch weiterzuentwickeln


Tony Cragg “ Migrant“ (2015)
Die Skulptur von Tony Cragg, die ich heute präsentiere, trägt den Namen ‚Migrant‘. Ein gewagter Titel, der zum Nachdenken anregt. Man muss sich intensiv mit der Form auseinandersetzen, um die Aussage dahinter zu verstehen. Ich selbst habe den tieferen Sinn noch nicht ganz entschlüsselt, aber das Werk fasziniert mich sehr.

Besonders beeindruckend ist die Oberfläche der Bronzeskulptur: Wenn man direkt davor steht, wirken die feinen Strukturen fast organisch. Man kann kaum glauben, dass dieses Werk aus hartem Metall besteht – es wirkt in der Nahaufnahme beinahe weich wie flüssiges Wachs. Ich bin absolut begeistert von dieser Dynamik!

Was denkt ihr über die Skulpturen von Tony Cragg? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter