Der ewige Kampf mit dem Bericht: Mein Ausflug zu der Germania

Es ist schon eine komische Sache mit der Motivation. Eine ganze Woche hatte ich Zeit, meinen Bericht über den Ausflug nach Bingen zu schreiben. Genug Zeit, sollte man meinen. Doch irgendwie fand ich einfach nicht den Antrieb dazu. Manchmal merke ich, dass die Luft ein wenig raus ist, und das Schreiben fällt schwer.
Aber was sein muss, das muss. Mein Ausflug nach Bingen und Rüdesheim am Rhein hat so viele Eindrücke hinterlassen, dass ich hier unbedingt darüber erzählen muss.

Ein lang ersehntes Ziel: Das Niederwalddenkmal

Schon seit vielen Jahren gehörte der Besuch der Germania, dieses bedeutenden Denkmals, das für viele Deutsche seit über hundert Jahren eine große Rolle spielt, auf meine To-Do-Liste. Ich liebe es, solche historischen Orte zu entdecken. Viele habe ich schon besucht: Ob in Leipzig das Völkerschlachtdenkmal oder das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal auf dem Kyffhäuser. Zu dieser Liste kann ich auch das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf der Syburg in Dortmund in Porta Westfalica. Sie liegen alle zumindest auf dem Weg, wenn ich nach Polen fahre. Ein kurzer Abstecher macht die Reise zumindest interessanter.
Solche Locations gibt es auch in Süddeutschland. Die muss ich auch irgendwann sehen. Für solche Entdeckungsreisen braucht man jedoch nicht nur Zeit, sondern auch ein wenig Glück. Und das hatte ich diesmal. Das Niederwalddenkmal (früher „Germania“ genannt – ich mag den alten Namen, er klingt so heroisch!) liegt nur 25 km von Bad Kreuznach entfernt, wo ich schon seit fünf Wochen meine Reha verbringe.

Und hier fängt meine Erzählung an:

Am 29. Mai war es so weit: mein lang geplanter Ausflug zu der Germania! Was ich erst am Bahnhof merkte – es war Vatertag. Und das sollte ich im Laufe des Tages noch oft zu Gesicht bekommen. Der zusätzliche freie Tag passte perfekt für diese kleine Eskapade, die mir, ehrlich gesagt, schon im Vorfeld ein bisschen Aufregung bereitete (aber darüber hab ich ja schon kurz berichtet).
Der Zug kurz nach neun Uhr ist mir dann auch noch buchstäblich vor der Nase weggefahren. Na toll, eine halbe Stunde Wartezeit auf den nächsten. Keine super Idee, aber da ich hier kein Auto hab, blieb mir nichts anderes übrig als zu warten. Die Fahrkarte für Hin- und Rückfahrt hatte ich ja schon am Schalter gekauft, also war Aufgeben, obwohl meine Anspannung von Minute zu Minute stieg, keine Option.

Wenn die Angst mitfährt und sich langsam auflöst

Ich weiß nicht, was mit mir in den letzten Monaten los ist… Ich stelle mich dennoch meinen Ängsten, aber manchmal sind die wirklich unerträglich. Klitschnass geschwitzt stieg ich schon in den Zug und nahm am Fenster Platz, weit weg von den Menschenmassen. Wahnsinn, so früh am Morgen an einem Feiertag und der Zug war ziemlich voll! Männergruppen wollten ihren Vatertag zusammen verbringen. Laute Gespräche und kurze musikalische Einlagen machten die Fahrt aber doch ein wenig angenehmer und brachten mich auf andere Gedanken.
Die Anspannung begann sich langsam zu lösen, als ich die Germania das erste Mal aus dem Zug sah. Meine ersten Gedanken waren allerdings ein wenig enttäuschend: „War das überhaupt die Germania? Sie sieht irgendwie klein aus.“ Und wirklich, aus dem Zug, aus der Ferne, sah das monumentale Denkmal tatsächlich winzig aus. Sehr schnell wurde mir aber klar, dass die Entfernung zum Denkmal bestimmt fünf, sechs Kilometer betrug, wenn nicht noch weiter. Also, so klein ist es dann doch nicht!
Nachdem der Zug am Bahnhof Bingen ankam, war ich einer der Ersten, die rausstürmten. Endlich an der frischen Luft! Die Fahrt war nicht schlecht, aber die Anspannung, obwohl sie sich mit der Zeit ein wenig löste, steckte noch in mir. Aber das sollte sich bald ganz ändern.

Der Rhein: Ein Anblick, der sprachlos macht

Schnell raus aus dem Bahnhof, eine kurze Orientierung – Google Maps hatte ich ja lange genug studiert, ich fühlte mich fast schon heimisch. Nach einem Viertelstündchen Spaziergang stand ich dann am Rhein.
Was für ein Ausblick! Ich habe schon oft Zeit am Rhein verbracht, ob in Düsseldorf, im Ruhrgebiet oder an meinem Lieblingsort Zons. Der Rhein ist für mich kein Unbekannter. Doch ein Gefühl wie an diesem Tag hatte ich schon lange nicht mehr.


Ich stand einfach sprachlos am Rheinufer und genoss den Anblick. Der Rhein selbst mit seinem breiten Flussbett, die Weiße Flotte, die schon auf ihre Gäste wartete, aber vor allem die andere Rheinseite: eine hügelige Landschaft, zu hundert Prozent mit Weinreben bewachsen. Links ein Turm mitten im Rhein, dahinter eine mittelalterliche Burgruine, und vor mir, ganz oben auf der Spitze des Weinbergs, die Germania, die auf den Vater Rhein blickt. Schon dieser Ausblick hätte mir im schlimmsten Fall gereicht. Aber ich war inzwischen so voller Adrenalin, dass mich selbst ein Gewitter nicht davon abgehalten hätte, nach oben zu gehen.

Fährfahrt, Wohn-Träume und der Berg ruft

Nun musste ich nur noch eine Möglichkeit finden, auf die andere Flussseite zu gelangen. Die Schiffe vor mir waren Ausflugsschiffe für Tagestouristen. Ich brauchte aber eine Fähre, und die hatte ihre Anlegestelle zwei Kilometer weiter. Zwei Kilometer? Ein Klacks! Eine perfekte Aufwärmphase vor dem Aufstieg zur Germania.
Die Promenade in Bingen mit ihren vielen Neubauwohnungen direkt am Fluss… Ich bin gespannt, wie sich das bei Hochwasser verhält. Sie sind zwar etwas höher gebaut, aber der Rhein kann bei Hochwasser auch ziemlich anschwellen. Und doch, so zu wohnen muss wirklich traumhaft sein. Mit so einem Ausblick vom Balkon, den Geräuschen des Rheins und der vorbeifahrenden Schiffe.
Mit diesen Gedanken ging mein Marsch schnell zu Ende. Irgendwann stand ich vor der Anlegestelle, wo sich schon die ersten Menschen, Autos und Fahrradfahrer versammelt hatten und auf die Fähre warteten, die langsam am Horizont auftauchte. Wenige Minuten später war ich schon an Bord. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal mit einer Fähre gefahren bin… Das muss vor 24 Jahren in Ungarn auf dem Plattensee gewesen sein, als wir dort einen Kurzurlaub mit der ganzen Familie genossen haben. Plötzlich hatte ich die Bilder von damals vor Augen. Nur das Wetter… damals war es viel wärmer, und die Jungs… waren bei mir. Ach, ich werde ein wenig melancholisch. Habe ich langsam Heimweh, oder warum beschäftigen mich gerade diese Gedanken?
Egal, die Fahrt auf die andere Seite dauerte nicht lange, vielleicht zehn Minuten, und schon legte die Fähre auf der anderen Rheinseite an. Zehn Minuten, um von Rheinland-Pfalz nach Hessen, von Bingen nach Rüdesheim am Rhein zu gelangen.


Von hier hatte ich zwei Möglichkeiten: Entweder zu Fuß gehen – der Aufstieg begann fast direkt gegenüber – oder die Seilbahn nehmen, die mich direkt über die Weinberge zur Germania brachte.
Aber ich war nicht hierher gekommen, um mich fahren zu lassen! Ich hatte mich lange genug in der Klinik vorbereitet. Muskeltraining, Ausdauertraining und alle anderen sportlichen Aktivitäten hatten ihre Wirkung hinterlassen. Und das wollte ich heute überprüfen. Ich nahm also den Weg zu Fuß.

Der Aufstieg: Kampf, Zweifel und pure Freude

Die ersten paar Meter zwischen den Häusern und geschlossenen Restaurants waren noch ruhig und entspannt. Aber das änderte sich schnell. Eine Steigung, die mich schon nach den ersten 250 Metern ins Schwitzen brachte. Schon nach den ersten Minuten begann ich zu zweifeln. Ich überlegte, zur Seilbahnstation zurückzugehen.

Aber nein! So leicht konnte ich nicht aufgeben. Es gingen ja auch Menschen nach oben, die ein paar Jahre älter waren als ich, vielleicht nicht ganz so „dick“ und ohne vollgepackten Rucksack… Ja, ihr habt richtig verstanden. Ich schleppte meinen Rucksack mit dem ganzen Foto-Kram mit mir. Ich verstehe nicht, wieso ich das ganze Zeug überhaupt mit zur Reha genommen hatte. Egal, jetzt hatte ich die Sachen auf dem Rücken, also musste ich da durch.
Nach dem ersten Schweißausbruch fand ich das richtige Tempo. Es war nicht die Steigung, die mir so zu schaffen machte, sondern mein anfängliches Tempo. Nachdem ich es ein wenig gedrosselt hatte, lief es auf einmal „locker vom Hocker“.


Endlich konnte ich es genießen, hier zu sein. Die Germania auf der rechten Seite wurde allmählich größer, und der Blick nach links über den Rhein faszinierte mich immer wieder. Ich befand mich in einem Paradies. Kaum zu glauben, aber die Luft zwischen den Weinreben duftete so wunderbar, und die Geräuschkulisse mit dem Vogelgesang und den immer leiser werdenden Schiffen auf dem Rhein war einfach magisch. Keine Autos, und immer seltener traf ich auf Menschen. Die meisten waren irgendwann nach rechts in Richtung Denkmal abgebogen.


Ich hatte allerdings eine andere Route gewählt. Ich wollte noch die Burg sehen, die ich am Anfang von Bingen entdeckt hatte.
Dafür musste ich ein paar Kilometer höher hinauf. Und das tat ich auch. In so einer Verfassung hatte ich mich schon lange nicht gesehen. Waren das die täglichen Trainingseinheiten gewesen? Ich glaube schon. Früher hatte ich schon bei einem Spaziergang im Nordpark oft aufgegeben. Heute stand ich vor einem Mount Everest im Vergleich zum Nordpark, und dabei konnte ich nicht nur von dem Ganzen träumen, sondern die Gegend wirklich wahrnehmen.
Nach etwa einer halben Stunde sah ich die Burg. Sie lag ein paar Meter unter mir. Also hätte ich ein paar hundert Meter nach unten gehen müssen… und dann wieder zurück. Nein, das wäre zu viel gewesen. Das wollte ich nicht versuchen, und hier habe ich rechtzeitig die Reißleine gezogen. Ich wollte ja noch die Germania erleben. Dafür musste ich weiter nach oben und ein Stück zurück in Richtung Rüdesheim.

Die Germania: Ein wahr gewordener Traum

Je näher ich dem Denkmal kam, desto mehr Menschen zeigten sich auf dem Weg. Irgendwann waren die Weinreben nur noch rechts auf der Rheinseite zu sehen, links wuchs ein dichter Wald. Ich war inzwischen ganz oben. Die Geräuschkulisse schwoll an. Irgendwo zwischen den Bäumen musste es schon sein. Die vielen Menschen, denen man im Wald begegnete, und der steigende Geräuschpegel waren ein gutes Zeichen. Und es war auch so.


Auf einmal befand ich mich in einem parkähnlichen Ensemble, wo in der Mitte auf einem riesigen Sockel die wunderschöne und herausragende Figur stand: die Germania. Seit der Antike als Symbol für die germanischen Völker, später für den deutschen Sprachraum stehend, ist sie eine beeindruckende Personifikation. Sie misst 12,5 Meter und thront auf dem oberen Sockel des Denkmals. Auffällig ist vor allem die Kaiserkrone, die sie in ihrer rechten Hand hält. Die linke ruht hingegen auf einem auf dem Boden gestellten Schwert.
Einfach Wahnsinn, wie das Denkmal auf die Menschen wirkt! Kaum zu glauben, sie alle sind einfach begeistert hier. Obwohl die meisten hier alles andere als Deutsch sprechen, sind sie einfach fasziniert von der Kunst, die damals in dieses Denkmal gesteckt wurde. Aber auch die Lage des Denkmals ist einmalig.
Für mich war es wie ein Traum, der sich in diesem Moment erfüllte. Vielleicht störten mich die vielen Menschen ein wenig. Ich konnte mich nicht wirklich auf das konzentrieren, was ich sah und gerade erlebte. Aber ich war wirklich glücklich, nicht nur die Germania zu sehen, sondern auch den Aufstieg geschafft zu haben. Für mich war das wie eine Prozession zu einem heiligen Bildnis in der katholischen Kirche. Ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.

Irgendwann muss man Runter

Nach einer halben Stunde in der Menschenmenge machte ich mich auf den Rückweg. Es war kurz vor 14 Uhr. Ich hatte für den Aufstieg 2,5 Stunden gebraucht, mit dem Umweg zur Burg. Vor mir lag ein Weg nach unten, der manchmal auch länger dauern kann. Diesmal war es aber nicht so: 1,5 Stunden ist schon ein gutes Zeichen, dass ich noch viel draufhatte.


Ich konnte mir noch dies und das anschauen, aber langsam wurde ich auch müde. Seit kurz vor neun war ich unterwegs, irgendwann muss man auch Auf Wiedersehen sagen.
Die Fähre zurück wartete schon auf mich. Kurz nachdem ich aufgestiegen war, legte sie ab, um in ein paar Minuten in Bingen anzudocken. Jetzt nur noch der Weg zum Bahnhof und mit dem Zug Richtung Bad Kreuznach.
Es war ein fantastischer Tag. Ein Traum, der endlich wahr geworden ist. Auf meiner To-Do-Liste gibt es nicht mehr viel, das ich einfach so sehen muss. Von vielen solcher Motive habe ich vielleicht auch keine Ahnung. Deswegen, wenn ihr noch eine Idee habt, was zu meiner To-Do-Liste passen könnte, immer her damit! Platz ist in der Liste noch genug! Bestimmt irgendwann werde ich die Walhalla besuchen, die leider weit in Bayern liegt. Aber wer weiß, vielleicht bekomme ich irgendwann die Chance, dort vorbeizuschauen.

Wochenend-Blues? Nicht mit mir!

Ach, das Wochenende! Wer kennt’s nicht? Nach einer knochenharten Woche im Therapie-Marathon sehnt man sich einfach nur nach Ruhe. Endlich mal Zeit, um den Kopf frei zu kriegen, raus in die Natur zu gehen oder, ganz ehrlich, einfach nur faul auf der Couch zu lümmeln. Und ja, auch die Wäsche wartet – denn wann bitte soll man das sonst in der Woche schaffen?

Samstag: Besuch aus dem Paradies (fast!)
Samstag war dann aber alles anders. Ich lag so auf meiner Liege und hab vor mich hin gechillt, da klingelt’s plötzlich. Und wer steht da? Meine Frau!


Unangemeldet! Ganz ehrlich, zum Glück war ich nicht gerade auf Wanderschaft, sonst hätte sie vielleicht gedacht, ich hab mich aus dem Staub gemacht. Die Freude war auf beiden Seiten riesig. Allein die Tatsache, dass sie den weiten Weg nach Bad Kreuznach auf sich genommen hat – das hätte ich nicht erwartet!
Der Tag war gerettet. Wir haben einen ewig langen Spaziergang durch den Kurpark gemacht, einfach herrlich. So eine Qualitätzeit hat man zu Hause viel zu selten. Leider vergingen die Stunden wie im Flug, und schwupps, war der Samstag auch schon Geschichte.

Sonntag: Gipfelstürmer wider Willen
Nach einer kurzen Nacht – der ESC ging einfach vor! – hatte ich mir für Sonntag was Besonderes vorgenommen. Ein längerer Spaziergang mit meiner Kamera sollte es sein, ganz nach Bad Münster. Vor zwei Wochen bin ich die Strecke schon mal gegangen, aber diesmal sollte es getoppt werden! Von der St. Franziska Stift Bad Münster sind es nur fünf Kilometer – Peanuts! Gestern mit meiner Frau haben wir fast zehn Kilometer geschafft, und das, obwohl sie „NUR“ ein paar Stunden hier war. Heute musste ich also zeigen, was ich draufhabe.
Das Wetter war perfekt zum Wandern, auch wenn’s früh morgens im Schatten noch etwas frisch war. Also nichts wie los! Im schlimmsten Fall würde ich Bad Münster eben komplett erkunden, oder unterwegs kam mir eine neue Idee. Und so kam es auch…

Der Berg ruft! (Und ich antworte)
Der Weg nach Bad Münster ist wirklich ein Traum. Mitten im Tal schlängelt sich die Nahe dahin, und daneben haben wir Menschen uns einen breiten, fast zweispurigen Weg geschaffen. Ideal für Radfahrer und Wanderer, die dem Autoverkehr entfliehen wollen. Und das alles vor einer atemberaubenden Kulisse: die Berge, die sich kurz vor Bad Münster am Stein erstrecken.
Den Rotenfels auf der rechten Seite hab ich schon vor zwei Wochen gesehen, der ist ja auch kaum zu übersehen. Damals war ich aber mehr mit dem Fluss beschäftigt. Am Sonntag hab ich die Schönheit des Berges dann aber so richtig entdeckt. Seine Einzigartigkeit? Kurz danach bei Google gecheckt!
Dieser Rotenfels ist das bekannteste Stück eines riesigen Vulkangestein-Massivs, das sich von Bad Kreuznach bis Bad Münster am Stein zieht. Der Brocken entstand vor etwa 290 Millionen Jahren, als glühendes Magma an die Oberfläche drängte und erstarrte. Mit 202 Metern Höhenunterschied ist der Rotenfels übrigens die höchste Steilwand nördlich der Alpen! Na, wenn das mal kein besonderes Ziel für einen Sonntagsspaziergang ist!


Dank Google und Smartphone war der Zugang zum Wanderweg schnell gefunden. Ein bisschen schade, dass das erste Hinweisschild erst kurz vor dem Aufgang stand – viele, die nicht gezielt suchen, würden es vielleicht übersehen. Aber ich hab’s ja gefunden!

Der Aufstieg: Schweißperlen und Adrenalin
Der Anfang des Aufstiegs war harmlos. Entspannt ging es im Schatten der Bäume bergauf. Doch nach ein paar Metern war der Schatten passé, und ich stand am Rande des Riesenfelsens mit einem traumhaften Blick nach unten auf Bad Münster. Fast wie im Hochgebirge – so ein Gefühl hatte ich zeitweise. Und die Bäume hier oben! Wahnsinn, so viele Eichen auf einem Fleck hab ich lange nicht gesehen. Überhaupt sind die Wälder hier größtenteils Laubbäume – auch ein Erlebnis für mich.
Nach etwa 25 Minuten erreichte ich den ersten Teil meiner Wanderung: den Stegfelsen.


Von hier hätte ich gemütlich durch den Wald nach Bad Kreuznach zurückgehen können. Oder aber: den Felsen ganz bezwingen! Ich musste ernsthaft überlegen. Mein Wasservorrat war nicht gerade für einen Marathon gedacht. Aber angeblich sollte ganz oben eine „Kneipe“ sein – zumindest stand so etwas auf der Karte unten. Also, verdursten würde ich wohl nicht. Es gab nur eine Entscheidung: Ich gehe weiter!
Zwei Wege führten nach oben, welcher welcher war, war mir in diesem Moment egal. Eine Entscheidung, die sich nach wenigen Metern als ziemlich abenteuerlich herausstellte. Der Weg führte steil bergauf über Geröll und Baumwurzeln. Teilweise gab es in den Fels gehauene Treppen, aber meistens ging es über einen Pfad, der bei dem Wetter okay war, aber bei Regen eine echte Herausforderung darstellen würde.

Es war ein fantastisches Gefühl, das nur durch die Kamera, die ich um den Hals trug, ein wenig getrübt wurde. Das ewige Aufpassen, um das teure Spielzeug nicht zu zerstören, hat mir ein bisschen Nerven gekostet. Und meine Kondition war wirklich an der Grenze. Hätte ich noch Wasser in der Flasche gehabt, wäre ich bestimmt umgekehrt.
Aber da die Flasche leer war, blieb mir nichts anderes übrig, als weiterzugehen – ich musste ja auch noch den Weg zurück nach Bad Kreuznach schaffen. Mit einem Glücksgefühl und einem Adrenalin-Schub war ich nach etwa 40 Minuten oben! Nass geschwitzt, aber überglücklich, dass ich das an diesem Tag geschafft hatte.
Nur die geschlossene Kneipe hat mir ein bisschen den Spaß verdorben. Den Rückweg musste ich also mit trockenem Mund antreten. Aber dafür mit ein paar tollen Fotos und vor allem mit vielen Momenten, die mir für immer in Erinnerung bleiben werden.
Zurück habe ich übrigens einen anderen Weg gefunden, der flacher und weniger anspruchsvoll war und mich direkt nach Bad Kreuznach führte. Ein Wochenende, das ich so schnell nicht vergessen werde!

Adieu, unbeschwerte Knipserei? Gedanken zum neuen polnischen Fotogesetz


Polen hat ein neues Gesetz erlassen, das das Fotografieren und Filmen bestimmter öffentlicher Orte und Infrastrukturobjekte ohne Genehmigung verbietet. Diese Maßnahme, die seit dem 17. April 2025 in Kraft ist, betrifft rund 25.000 sogenannte „strategische Orte“ im ganzen Land. Dazu gehören unter anderem Brücken, Tunnel, Flughäfen, Bahnanlagen, Kraftwerke und militärische Einrichtungen.

Was bedeutet das für Reisende und Fotografen?
Wer ohne die erforderliche Genehmigung an diesen Orten fotografiert oder filmt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Das Gesetz sieht Geldstrafen von bis zu 20.000 Złoty (ca. 4.600 Euro) vor. In schwerwiegenden Fällen drohen sogar Arreststrafen von fünf bis 30 Tagen sowie die Beschlagnahmung der Kamera oder des Smartphones.

Aber warum dieses Gesetz?
Die polnische Regierung begründet das neue Gesetz mit dem Schutz vor Spionage und Sabotage, insbesondere durch ausländische Geheimdienste. Es soll die Sicherheit kritischer Infrastruktur im Land erhöhen.

Auswirkungen auf den Tourismus
Dieses neue Gesetz könnte besonders für Touristen relevant sein, die unwissentlich verbotene Objekte fotografieren. Viele beliebte Fotomotive fallen unter die neue Regelung. Reisende sollten sich daher vorab informieren, wo das Fotografieren erlaubt ist und wo nicht. Verbotsschilder sollen die entsprechenden Zonen kennzeichnen.


Natürlich, in Anbetracht der aktuellen globalen Lage und der Ereignisse der letzten Zeit, kann man die Beweggründe für solche Einschränkungen vielleicht sogar nachvollziehen. Der Schutz kritischer Infrastruktur und die Abwehr potenzieller Bedrohungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Da erscheint es logisch, dass Staaten sensibler dafür werden, was wo fotografiert und gefilmt wird.

Trotzdem hinterlässt diese Entwicklung ein zwiespältiges Gefühl. Die Freiheit, die Welt um uns herum visuell zu erkunden und die eigenen Eindrücke festzuhalten, ist ein wertvolles Gut. Wenn diese Freiheit nun an bestimmten Orten beschnitten wird, ändert das die Art und Weise, wie wir reisen und die Welt wahrnehmen, auf eine subtile, aber spürbare Weise.
(Geschrieben mit KI)

Europa Zukunft in Gefahr?

Eine Woche vor den wichtigsten Wahlen der letzten Jahrzehnte…und wir in Deutschland müssen uns mit einem beispiellosen Angriff der amerikanischen Administration auf der Münchner Sicherheitskonferenz auseinandersetzen. Es ist unfassbar, sich von Leuten belehren zu lassen, die noch vor ein paar Jahren den Wahlausgang nicht akzeptieren wollten und mit einem Überfall auf ihren eigenen Kongress die Wahlen in Frage gestellt haben. Und ausgerechnet diese Leute wollen uns heute erklären, wie Demokratie funktioniert. Wirklich?

Menschen, die am helllichten Tag die rechtspopulistische AfD unterstützen und somit einen klaren Einfluss auf unsere Wahlen nehmen. Putin macht das wenigstens durch seine Hintermänner und versucht, verdeckt Einfluss zu nehmen. Die Amerikaner machen das öffentlich, ohne sich Gedanken darüber zu machen, dass WIR in Europa dadurch noch mehr gespalten werden als bisher.

Aber der Einfluss auf unsere Wahlen ist das kleinste Problem.

USA-Vizepräsident JD Vance hat in München noch mehr von sich gegeben, was nicht nur uns, sondern ganz Europa spaltet und in Frage stellt. Sind wir noch Verbündete der USA oder sind wir inzwischen nur noch Vasallen, die nichts mehr zu melden haben? Schon jetzt hat Trump Gespräche mit Putin aufgenommen, ohne die EU oder zumindest die Ukraine dabei zu haben. Schon jetzt will die USA Verhandlungen führen, ohne die Interessen der beteiligten Länder zu akzeptieren.

Ein Spiel, das die USA schon einmal gemacht hat und Europa vor 80 Jahren über die Köpfe der Beteiligten hinweg in zwei Lager geteilt hat. Eine Entscheidung, die man erst nach 60 Jahren mit viel Glück revidieren konnte. Jetzt will man das noch einmal machen, ohne zu fragen, was WIR oder die Ukraine überhaupt wollen.

Dass man diesen Krieg beenden muss, steht außer Frage. Davon träumen nicht nur die Europäer, sondern vor allem die Ukrainer, die nach drei Jahren Krieg langsam müde sind. Aber wollen WIR wirklich zulassen, dass der Angreifer und Verursacher der Tragödie straffrei davonkommt und Gebiete gewinnt, die vielleicht heute zerstört sind, aber rechtlich zur Ukraine gehören? In diesem Thema darf nur die Ukraine entscheiden, ob sie auf ein Fünftel ihres Landes verzichten will… die Ukraine, aber nicht die USA.

Die Situation, die in München am Freitag entstanden ist, hat mir sehr zu denken gegeben. Ist Europa wirklich so schwach oder haben wir uns in den letzten Jahrzehnten auf den faulen Hintern gesetzt mit dem Gedanken, dass die USA das für uns erledigen? Es ist Zeit, endlich unsere Probleme durch uns selbst zu lösen. Europa mit seinen 500 Millionen Einwohnern ist groß genug, um sich um seine eigene Sicherheit zu kümmern. Wir brauchen dafür keine Amis, die uns nicht nur sagen, wie wir das machen sollen, damit unsere Kinder in Frieden leben können. Es ist Zeit, endlich an uns zu glauben und uns von amerikanischen Chaoten nicht sagen zu lassen, wie Demokratie funktioniert und wie wir zu leben haben.

Ich bin von Natur aus Pazifist, der mit der Armee und Waffen nicht wirklich etwas zu tun haben will. Aber mir ist auch bewusst, dass Frieden eine fähige und vor allem starke Armee bedeutet, die man leider unterhalten muss. Aber NUR die starke Armee kann uns in der heutigen Situation garantieren, dass unser Leben weiter in Frieden verläuft.

Das römische Sprichwort sagt:

Si vis pacem, para bellum
Wenn du den Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor.

Ein Sprichwort, das mich schon seit Jahren beschäftigt, das aber seit einiger Zeit wirklich klar ist.