Nature Thursday 2026 – #03

Zwischen Wetterkapriolen, Bettruhe und der Schönheit der Edeldistel

Draußen toben die Wetterkapriolen, und drinnen hat mich die Bettruhe fest im Griff. Wenn der eigene Körper einen unter die Decke verfrachtet, wird der Radius klein. Ein Foto im Freien? Aktuell unmöglich. Doch die Natur findet ihren Weg zu mir – heute in Form eines Blumenstraußes meiner Frau.


Mein Beitrag für Nature Thursday 2026 #03

Makrofotografie aus der Isolation: Die Edeldistel

Da ich keine Kraft für große Fototouren hatte, habe ich mir die Zeit genommen, jede einzelne Pflanze des Straußes vor die Kamera zu holen. Ein Motiv hat mich besonders fasziniert: Die Edeldistel (Eryngium).
Sie gehört vielleicht nicht zu den „klassisch schönen“ Blumen, aber sie hat eine fast schon mystische, wehrhafte Ausstrahlung. Die knappe Schärfe im Bild macht die Aufnahme unruhig – ein Spiegelbild meiner eigenen Verfassung. Doch muss jedes Foto ein perfektes Kunstwerk sein? In der Natur ist auch das Unperfekte absolut sehenswert.

Botanische Details zur Edeldistel:

Symbolik: Standhaftigkeit und Schutz.
Optik: Stahlblaue Blütenköpfe und dornige Hochblätter.
Wirkung: Sie wirkt im Garten oft wie ein kleiner, natürlicher Schutzwall.

Dieses Foto ist mein persönlicher Gruß zum Nature Thursday Projekt. Ein Symbol für das Durchhalten, wenn es mal stachelig wird.

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Nature Thursday 2026 – #02

Wenn Pläne im Schnee versinken

​Ich frage mich, wieso meistens nichts daraus wird, wenn ich etwas plane. Den ganzen Morgen habe ich mich auf den Feierabend gefreut. Im Kopf habe ich schon Pläne geschmiedet, was wir (ich und meine Frau – sie hat diese Woche noch Urlaub) machen können. So schönes Weiß hält bei uns meistens nicht lange; dass es bis jetzt durchgehalten hat, ist schon fast ein Wunder. Aber wenn seit dem ersten Januar die Temperaturen nicht über null Grad gestiegen sind, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass der Schnee so lange hält. Bis heute war es jedoch trockene Kälte, kaum Neuschnee kam dazu … bis heute, wohlgemerkt!


Mein Beitrag für Nature Thursday 2026 #02

​Schon kurz vor eins kamen die ersten Leute zur Spätschicht mit einer Hiobsbotschaft: Draußen herrscht Armageddon! Überall um Wuppertal und Solingen steht alles still, die Busse fahren nur teilweise. Wie es aussieht, wird aus meinem Spaziergang heute nichts. Vorerst muss ich erst mal glücklich nach Hause kommen.
​Und es war genau so, wie die Menschen berichtet haben: Autos mit frischem Schnee bedeckt und die Fahrt nach Hause war ein echtes Abenteuer. Nicht mal aus dem Industriegebiet kam man vernünftig raus. Die Autobahn sollte angeblich auch dicht sein, also habe ich mich in Richtung Innenstadt gewagt. Schlechte Entscheidung! Hier war es alles andere als angenehm. Für 19 km habe ich zwei Stunden gebraucht. Wahnsinn! Können die Menschen nicht Autofahren oder wieso passiert sowas? Dass manche versucht hatten, mit Sommerreifen die Steigungen zu bewältigen, hat man sofort erkannt. Solchen Leuten sollte man wirklich den Führerschein entziehen!
​Egal … nach zwei Stunden war ich zu Hause. Nur den Spaziergang, den müssen wir auf einen späteren Termin verschieben.
Übrigens: Die Rose für den „Nature Thursday“ habe ich auf dem Friedhof gefunden. Extra bin ich dorthin gegangen, um zumindest eine Aufnahme für das Projekt zu finden.

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Vor ein paar Jahren habe ich auf meinem Blog eine ganz besondere Sammlung eröffnet: Eine Galerie für Türen und Portale. Eigentlich eine tolle Sache, aber in letzter Zeit herrschte dort leider ein wenig „Durchzug“. Neue und interessante Entdeckungen sind selten geworden – oder ich bin einfach mit geschlossenen Augen durch die Welt gelaufen.

Meine Sammlung ist zwar schon beachtlich gewachsen, aber ich muss gestehen: Letztes Jahr habe ich dem Ganzen viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Eigentlich schade! Hier im Bergischen Land ähneln sich die Türen oft sehr; echte Prachtstücke sind gar nicht so leicht aufzuspüren. Und wenn man immer nur die gleichen Wege geht, wird die Ausbeute natürlich nicht besser. Man kennt irgendwann jede Klinke beim Vornamen.

Deshalb habe ich mir vorgenommen, für meine Spaziergänge demnächst völlig neue Gebiete zu erkunden. Solange das Wetter allerdings so bleibt wie in den letzten Tagen, ist das mit dem Spazierengehen eher eine „Feucht-Fröhliche“ Angelegenheit – nur ohne das Fröhlich.

Aber hey, nach jedem Winter kommt früher oder später der Frühling. Und auf den freue ich mich heute schon riesig – und meine Kamera auch!

Neujahr auf Nordbahntrasse: Weiße Pracht statt Pulverdampf

Ein Spaziergang über die Nordbahntrasse – zwischen Winterwunder und Neujahrsputz.

Wenn sogar die Wuppertaler Talachse weiß leuchtet, dann gibt es keine Zweifel mehr: Der Winter ist offiziell in der Stadt angekommen. Während man auf den Höhenlagen wie Lichtscheid oder Cronenberg jedes Jahr mit Schnee rechnen kann, ist die weiße Pracht im Tal meist ein flüchtiger Gast. Oft hält sie sich dort kaum länger als ein paar Stunden.

Was für ein Timing! Pünktlich zum ersten Tag des Jahres versinkt alles unter einer dichten Schneedecke. Und obwohl ich eigentlich kein großer Winter-Fan bin, muss ich zugeben: Dieses Mal bin ich froh drum. Der Schnee wirkt wie ein natürlicher Filter, der den ganzen Dreck schluckt, den die Menschen in der Silvesternacht in die Luft geschossen haben.

Von Knallern, Gestank und alten Traditionen

Dieses Jahr habe ich das Spektakel unfreiwillig aus nächster Nähe miterlebt. Mein Fazit? Von weitem sieht Feuerwerk bezaubernd aus, aber aus der Nähe betrachtet… nun ja. Die ohrenbetäubende Geräuschkulisse, der beißende Gestank von Schwarzpulver und kleine Kids, die völlig ungeniert mit Raketen hantieren – nein danke!

Ich bin heilfroh, dass ich vor über zwanzig Jahren einen Schlussstrich unter diese Tradition gezogen habe. Den Tieren, den Mitmenschen und der Umwelt zuliebe muss das einfach nicht sein.

Ein Zeichen für die Gesellschaft: Wer räumt hier eigentlich auf?

Doch es gab einen Lichtblick am Neujahrsmorgen. Während ich über die Nordbahntrasse spazierte und die Ruhe genoss, verschwanden die Raketenreste nicht nur unter dem Neuschnee – sie wurden vielerorts aktiv beseitigt.

In vielen deutschen Städten gab es wieder die wunderbare Aktion, bei der vor allem muslimische Mitbürger am Morgen des 1. Januars auf die Straßen gingen, um den Müll der Nacht wegzuräumen. Ich finde das fantastisch! Es ist ein echter Beweis dafür, dass diese Menschen an die Gemeinschaft denken und zeigen wollen: „Wir gehören dazu und wir übernehmen Verantwortung.“

Ein kleiner, witziger (oder eher trauriger) Gedanke blieb mir dabei jedoch hängen: Es heißt immer „die Moslems“ räumen auf – aber wo waren eigentlich „die Deutschen“? Geschossen haben in der Nacht schließlich alle gemeinsam, egal welcher Herkunft. Es wäre doch gelacht, wenn wir es nächstes Jahr nicht schaffen, auch gemeinsam den Besen in die Hand zu nehmen.

Bis dahin genieße ich die seltene Stille im Tal – solange der Schnee im Wuppertaler Matsch noch durchhält!

Nature Thursday 2026 – #01


Mein Beitrag für Nature Thursday 2026 #01

Wie sagt man so schön? Gut Ding will Weile haben! Eigentlich war der erste Nature Thursday des Jahres schon gestern fällig, aber das Black & White Projekt hat sich am ersten Donnerstag des Monats den Vorrang geschnappt – Tradition schlägt Pünktlichkeit! 😉

Aber kein Stress: Ihr habt noch bis Samstagmittag Zeit, eure Beiträge zu verlinken und uns eure Natur-Entdeckungen zu zeigen.

Mein heutiges Motiv ist eine echte „Last-Minute-Rettung“ aus dem alten Jahr. Ich habe es am 31.12. ganz frisch in der Blumenvase auf dem Tisch aufgestöbert. Manchmal liegt das Gute eben direkt vor der Nase (oder zwischen den Blumen).

Ich bin wahnsinnig gespannt, was ihr für den ersten Donnerstag im Jahr vorbereitet habt!

P.S.: Damit 2026 auch optisch richtig durchstartet, habe ich uns ein brandneues 2026-Logo gebastelt.

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Black & White – JANUAR 2026

Black & White 2026Ich bereite gerade meinen ersten Beitrag für das Black and White Projekt 2026 vor!
Wie gewohnt wird das Fotoprojekt immer am ersten Tag des Monats eröffnet. Da wir am 1. Januar alle noch mit dem Neujahr beschäftigt waren, starten wir diesmal mit einer kleinen Verspätung – aber keine Sorge: Da jeder Teilnehmer 15 Tage Zeit hat, reicht das völlig aus. Ihr seid also alle wieder herzlich eingeladen!

Nachdem ich mir im letzten Jahr kein festes Thema gesetzt habe, möchte ich 2026 öfter im Skulpturenpark Waldfrieden vorbeischauen. Es sieht ganz danach aus, als würde ich euch in nächster Zeit öfter mit Werken von Tony Cragg ‚langweilen‘ – aber ich hoffe natürlich, dass euch die Einblicke gefallen! Mein Ziel ist es, meine Technik in der Schwarz-Weiß-Fotografie zu verfeinern und mich künstlerisch weiterzuentwickeln


Tony Cragg “ Migrant“ (2015)
Die Skulptur von Tony Cragg, die ich heute präsentiere, trägt den Namen ‚Migrant‘. Ein gewagter Titel, der zum Nachdenken anregt. Man muss sich intensiv mit der Form auseinandersetzen, um die Aussage dahinter zu verstehen. Ich selbst habe den tieferen Sinn noch nicht ganz entschlüsselt, aber das Werk fasziniert mich sehr.

Besonders beeindruckend ist die Oberfläche der Bronzeskulptur: Wenn man direkt davor steht, wirken die feinen Strukturen fast organisch. Man kann kaum glauben, dass dieses Werk aus hartem Metall besteht – es wirkt in der Nahaufnahme beinahe weich wie flüssiges Wachs. Ich bin absolut begeistert von dieser Dynamik!

Was denkt ihr über die Skulpturen von Tony Cragg? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

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Das Licht von Altenberg

Von schlichter Eleganz und königlicher Pracht

Ich war schon so oft im Altenberger Dom, und jedes Mal faszinieren mich die Fenster dieser Kirche aufs Neue. Besonders die Westfassade mit ihrem Westfenster – dem größten gotischen Fenster nördlich der Alpen – zieht mich immer wieder in ihren Bann. Je nach Tageszeit und Wetter wirkt die Fassade jedes Mal anders, wenn ich in Altenberg bin. Das Licht spielt hier eine ganz eigene Rolle und verändert die gesamte Atmosphäre im Raum.


Über das Westfenster habe ich ja schon einmal geschrieben, daher heute nur eine kurze Erzählung darüber. Diesmal haben mich die „weißen“ Fenster, die in den Seitenschiffen ihren Platz finden, viel neugieriger gemacht. Man nennt sie auch Grisaille-Fenster. Diese hellen Glasflächen wirken auf den ersten Blick sehr schlicht, was an den strengen Regeln der Zisterzienser-Mönche lag, die früher auf bunten Prunk verzichteten.

Doch bei genauerem Hinsehen entdeckt man wunderschöne, feine Muster im Glas. Was mich dieses Mal besonders fasziniert hat: Manche dieser klaren Fenster haben zusätzlich ein kleines, farbiges Wappen in der Ecke. Diese Wappen stammen oft von adligen Stiftern, die den Bau des Doms unterstützten und sich so in den Fenstern verewigen durften. Sie wirken wie kleine, kostbare Farbtupfer in der sonst so schlichten Architektur.


Zum Schluss möchte ich euch noch einladen, einen Blick in meine Galerie über Bleiglasfenster auf czoczo.de zu werfen. Dort habe ich die neuen Bilder aus Altenberg hochgeladen. In dieser Galerie finden sich alle möglichen Fenster, die ich bisher vor die Kamera bekommen habe. Sie ist vielleicht noch nicht riesig, aber ich fülle sie mit großer Vorliebe und freue mich über jeden, der dort vorbeischaut und die Lichtspiele gemeinsam mit mir genießt.