Von der Nordbahntrasse direkt in die Pollenfalle

Gestern – also am Montag, ich verliere bei diesem Auf und Ab der Gefühle langsam echt das Zeitgefühl – habe ich das herrliche Wetter ausgenutzt. Ich musste einfach mal wieder raus an die frische Luft!

Warum in die Ferne schweifen?

Eigentlich liegt der Nordpark direkt vor meiner Haustür. Ich mag ihn, aber inzwischen kenne ich dort wirklich jeden einzelnen Stein. Er reizt mich momentan einfach nicht mehr, weil ich dort in letzter Zeit viel zu oft unterwegs war. In die Stadt wollte ich auch nicht – der ganze Trubel, das muss heute einfach nicht sein. Aber dann kam mir ein Gedanke: Der Botanische Garten auf der Hardt! Da war ich dieses Jahr gefühlt noch gar nicht, vielleicht ein- oder zweimal kurz, wenn überhaupt. Also nichts wie hin!

14 Kilometer Freiheit (und teurer Sprit)

Damit es nicht zu einfach wird, habe ich das Auto ganz bewusst zu Hause gelassen. Bei Spritpreisen von mittlerweile 2,30 € pro Liter überlegt man es sich sowieso zweimal, ob man für so eine Strecke den Motor anwirft. Laut Google Maps sind es eigentlich nur knapp 5 km, aber ich hatte keine Lust auf die lauten, stinkigen Hauptstraßen.


Stattdessen habe ich mich für den schöneren Weg entschieden: die Nordbahntrasse. Dieser Wander- und Radweg quer durch Wuppertal ist einfach Gold wert. Man entkommt dem Lärm der Stadt und ist trotzdem zügig unterwegs. Na ja, was soll ich sagen? Am Ende des Tages standen inklusive Hin- und Rückweg stolze 14 km auf dem Tacho. Nach einer Woche voller Faulenzerei (auch wenn ich mich auf der Arbeit zumindest ein bisschen bewege) war das mit dem Fotorucksack und dem fast kompletten Equipment auf dem Rücken eine echte kleine Herausforderung. Aber es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, sich mal wieder richtig auszupowern!

Das Blütenmeer auf der Hardt

Als ich endlich oben auf der Hardt ankam – dieser riesigen Parkanlage, in der sich auch der Botanische Garten befindet – wurde ich sofort belohnt. Der Großteil der Bäume ist zwar noch kahl und wartet auf den echten Frühling, aber dazwischen leuchten sie: die wunderschönen Magnolien und Kirschbäume in ihrer vollen Blüte. Ein herrlicher Anblick, der jedes Fotografenherz höherschlagen lässt.

Die Rache der Natur: Wenn die Pollen zuschlagen

Doch der Spaß hielt leider nicht lange an. In dem Moment, als ich den Duft der Blumen und die Bäume in ihrer vollen Pracht so richtig genießen wollte, schlug das Schicksal zu. Anscheinend waren in der Luft jede Menge Pollen unterwegs (und nein, ich meine nicht meine netten Nachbarn aus Polen! ;-)). Diese kleinen Biester haben sofort angefangen, in meiner Nase ordentlich zu wühlen und Unruhe zu stiften.

Von einer Minute auf die andere ging es los: Ich musste niesen – und zwar nicht nur einmal, sondern in einer Tour! Ich habe zwar versucht, das Beste daraus zu machen und ein paar schöne Erinnerungen mitzunehmen, aber am Ende hat es einfach keinen Spaß mehr gemacht. So einen heftigen Heuschnupfen-Anfall hatte ich schon ewig nicht mehr. Als Jugendlicher hatte ich im Frühling oft mit geschwollenen Augen zu kämpfen, aber das ist zum Glück lange her. Doch diese Nies-Attacken, die mich sogar bis heute verfolgen, kamen völlig unerwartet.

Fazit: Taschentücher statt Kamera

Heute bleibe ich konsequent zu Hause. Das Wetter hat sich ohnehin verschlechtert, die Sonne hat sich hinter den Wolken versteckt und es ist grau draußen. Also genieße ich den Tag mit einer frischen Packung Taschentücher in Griffweite auf dem Sofa und lasse den gestrigen Ausflug Revue passieren.

Beim Sichten der Bilder kam dann leider noch eine kleine Ernüchterung dazu: Der gestrige Spaziergang sollte eigentlich die perfekte Gelegenheit sein, mal wieder ein paar meiner alten analogen Schätze (Gläser) auszuführen. Aber die Ergebnisse waren enttäuschend. Viele Bilder sind schlichtweg unscharf und eigentlich nicht zu gebrauchen.

Ich frage mich jetzt: Habe ich über die Zeit tatsächlich verlernt, wie man mit manuellem Fokus und analogen Objektiven richtig umgeht? Oder war schlichtweg die Nies-Attacke schuld, die mich beim Auslösen jedes Mal durchgeschüttelt hat? Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Die Natur ist eben wunderschön – aber gestern war sie für mich und meine Linse einfach ein bisschen zu unerbittlich!

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