An einem Tag wie heute, am Karfreitag, sollte ich eigentlich ein stimmiges Foto liefern. Ein Bild, das uns innehalten lässt und zum Nachdenken anregt. Der Feiertag selbst ist schon Grund genug zur Einkehr, doch er ist derzeit nur einer von vielen Gründen, warum man das Gefühl hat, dass die Welt gerade förmlich aus den Fugen gerät.
Ich versuche oft, mich nicht zu intensiv mit all dem Schmerz und dem Chaos zu beschäftigen, aber es fällt schwer, wegzusehen. Die Realität klopft jeden Tag an unsere Tür – oder zeigt sich an der Anzeigetafel der Tankstelle.
Wenn der Wahnsinn zum Alltag wird
Schon allein die Spritpreise jagen einem einen kalten Schauer über den Rücken. Wer hätte früher gedacht, dass der Diesel einmal umgerechnet über 5 DM kosten würde? Hier in Wuppertal steht der Preis aktuell bei 2,39 €. Hätte mir das vor Jahren jemand prophezeit, ich hätte ihn für verrückt erklärt.
Und trotzdem: Wir versuchen, es zu ignorieren. Unser Leben läuft weiter wie eine alte, gut geölte Maschine. Wir nehmen den Wohlstand als selbstverständlich hin und machen einfach weiter. Wir gehen einkaufen, ohne groß zu bemerken, dass zum Beispiel im Wuppertaler LIDL seit Tagen keine Tomaten mehr geliefert wurden. Wir registrieren kaum, dass die Preise nicht nur beim Sprit, sondern überall schleichend angezogen werden.

Ein Blick über die Grenze
Wir leben unser Leben in der Hoffnung, dass die Konflikte weit weg von unseren Grenzen bleiben. Aber bleiben sie das wirklich? Die „Büchse der Pandora“ wurde geöffnet. Die jüngsten Angriffe auf den Iran – durch die USA und Israel – rütteln an einem gefährlichen Gefüge. Man findet immer Gründe für einen Krieg, wenn man sie nur lange genug sucht. Doch sind es die echten Gründe? Oder versucht man uns, genau wie damals im Irak, für dumm zu verkaufen?
Wenn es so weitergeht, besteht die Gefahr, dass wir am Ende nur noch Trümmer sammeln. Nicht nur, weil direkte Angriffe möglich sind, sondern weil sich die Stimmung innerhalb unserer Gesellschaft drehen kann. Wir wurden in eine Position manövriert, in der wir plötzlich für Entscheidungen gerade stehen müssen, die wir nicht getroffen haben. Der hohe Spritpreis ist da erst der Anfang.
Hoffnung zwischen den Zeilen
Ich möchte hier niemandem Angst machen. Aber wir müssen ehrlich zu uns selbst sein: Unsere Gesellschaft steht an einem kritischen Punkt. Was uns bleibt, ist die Hoffnung und der Versuch, das Beste aus der Situation zu machen.
Mein Appell an euch: Lasst euch nicht verleiten. Bleibt ruhig, bleibt menschlich. Auch wenn die Welt um uns herum laut und bedrohlich wird, liegt es an uns, im Kleinen den Zusammenhalt nicht zu verlieren.
Ein persönlicher Sieg in schweren Zeiten
Aber ich möchte euch heute nicht nur mit Zukunftsängsten zurücklassen. Ich möchte auch einen Erfolg mit euch teilen – denn trotz aller Niederlagen, die ich in letzter Zeit einstecken musste (sieht man mal von diesem Blog ab, der mir von Tag zu Tag besser gefällt), gibt es etwas zu feiern:
Ich bin seit genau einem Jahr wieder rauchfrei!
Zugegeben, in den letzten 365 Tagen gab es vielleicht zehn Momente der Schwäche, in denen ich zur Zigarette gegriffen habe – mehr waren es nicht, vielleicht sogar weniger. Aber ich stehe wieder fest auf meinen Füßen. Vor 24 Jahren hatte ich es schon einmal geschafft und ganze zehn Jahre lang keine einzige Zigarette angefasst. Dann kam irgendwann die Dummheit oder die Langeweile dazwischen.
In dieser Zeit gab es immer wieder Pausen, aber keine hat sich so angefühlt wie diesmal. Es fühlt sich so an, als wäre es für immer. Das zeigt mir: Auch wenn die Welt aus den Fugen gerät, haben wir es selbst in der Hand, kleine Siege zu erringen. Es geht voran – Schritt für Schritt.
