Europa am Scheideweg

Frühlingsgefühle und politisches Chaos

Das Wetter bei uns ist einfach wunderschön. Meine Frau hat sich inzwischen – wahrscheinlich durch mich angesteckt – schlafen gelegt. Also nutze ich die Gunst der Stunde und gehe eine Runde spazieren.

Natürlich ist wie immer meine Kamera dabei und ich habe einen Podcast auf den Ohren. Im Laufe der Zeit habe ich viele Podcasts gefunden, die ich mit großem Interesse verfolge. Solche einsamen Spaziergänge sind einfach die beste Zeit, um mal wieder richtig zuzuhören.

Seit ein paar Tagen höre ich mir vor allem politische Meinungen zur Weltlage an. Wahnsinn, wie schnell sich alles verändert – wie in einem Kaleidoskop! Was gestern noch aktuell war, ist heute Morgen schon wieder Schnee von gestern.

Apropos Schnee: Von winterlichem Wetter fehlt bei uns jede Spur. Wir haben Mitte Januar und es sind 9°C – und das mitten in der Nacht! Nicht schlecht, oder? Während das Klima draußen Frühlingsgefühle bekommt, wird es politisch auf der Welt leider immer frostiger. Aber lest selbst…

Wenn unser „Beschützer“ zum Angreifer wird

Ich verstehe die Welt nicht mehr. Die NATO steht vor der größten Krise seit 80 Jahren. Ausgerechnet der Präsident der USA – dem mächtigsten Land im Bündnis – kündigt an, dass er Grönland übernehmen will. Eine Insel, die zu Dänemark gehört, einem unserer engsten Partner in der NATO und EU.
Diese Situation ist so unglaublich und schockierend, dass alles, was Trump vorher gemacht hat, dagegen harmlos wirkt. Ganz Europa steht unter Schock.

Es geht nicht um Sicherheit, es geht um sein Ego

Grönland ist nicht in Gefahr. Es gibt dort keine Bedrohung durch China oder russische Flotten. Sicher hätten die Russen gerne mehr Land, aber sie haben gar nicht die Mittel dafür. Außerdem könnten die Amerikaner durch die alten Verträge von 1951 jederzeit ihre Basen dort vergrößern. Dänemark ist ja bereit dazu.
Aber es geht hier gar nicht um Sicherheit. Es geht nur um das riesige Ego eines US-Präsidenten, der einen „Erfolg“ braucht. Er will das Territorium der USA vergrößern, egal zu welchem Preis – zum ersten Mal seit über 150 Jahren.

Europa muss endlich aufstehen

Wir in Europa wirken oft so hilflos, aber wir müssen uns endlich wehren! Auch in Amerika gibt es viele vernünftige Leute, die mit Angst zuschauen, was ihr Präsident da treibt.

    Zölle als Erpressung? Wenn Trump uns mit Zöllen droht, nur weil wir zu Dänemark halten, dann müssen wir genauso antworten.
    Kein Handel mehr? Wenn Trump uns den Rücken kehrt, dann handeln wir eben mehr mit Asien, Kanada oder Südamerika. Das wird Trump und seine Wähler am Ende am meisten wehtun. Niemand in den USA, der noch bei Verstand ist, will den Kontakt zu Europa wirklich abbrechen

.

Wenn wir in Europa hart bleiben und klar sagen, dass wir Grönland verteidigen, wird Trump nicht angreifen. Er braucht dafür die Zustimmung vom Kongress, und die wird er nie bekommen. Wenn wir zusammenhalten, wird es keinen Krieg um Grönland geben. Wir müssen nur endlich aufhören, alles einfach so hinzunehmen.

Vom Bild zur Meinung – Ein neues Kapitel auf meinem Blog

Liebe Besucher
Mein Blog war bisher ein Ort für Bilder, Geschichten und persönliche Einblicke aus meinem Leben. Doch seit ich vor zwei Monaten zum Pendler geworden bin, hat sich etwas verändert: Ich verbringe täglich 40 bis 80 Minuten im Auto – Zeit, in der ich nicht fotografiere, sondern nachdenken kann.

Und da kommen sie: Gedanken, Fragen, Ideen. Oft angestoßen durch das Radio, durch Gespräche oder einfach durch das stille Grübeln nach einem langen Arbeitstag.

Deshalb möchte ich ab sofort einmal pro Woche ein neues Format starten: „Gedanken aus dem Auto“ – kurze Beiträge zu gesellschaftlichen, politischen oder alltäglichen Themen, die mich beschäftigen. Ich lade euch ein, mitzudenken, mitzudiskutieren und eure Perspektive beizusteuern.

Wichtig: Die Themen könnten manchmal kontrovers erscheinen. Die Ideen, die ich mir ausdenke, sind vielleicht unpopulär – oder wirken sogar ein bisschen verrückt. Aber genau das macht sie spannend. 👉 Bleibt sachlich, bleibt offen – und habt Spaß daran, Teil der Diskussion zu sein.

„Zwei Welten – eine Gesellschaft“ Während der eine im Müll nach dem Nötigsten sucht, steigt der andere ins glänzende Auto. Ein stiller Blick zwischen beiden – und die Frage: Wie gerecht ist unser System?


Heute beginne ich mit einem Thema, das uns alle betrifft:

Ein neuer Blick auf die Rente: Warum nicht über die Steuer?

Ich stelle euch meine Idee vor: eine steuerfinanzierte Einheitsrente, die das System vereinfachen und gerechter machen könnte.
Die Diskussion um die Rente in Deutschland ist altbekannt – Renteneintrittsalter, Beitragshöhe, Generationengerechtigkeit. Doch selten wird über radikal einfache Modelle gesprochen. Meine Idee: Warum nicht die Rente ausschließlich über Steuern finanzieren – konkret über die Mehrwertsteuer?

Das aktuelle System

Heute wird die gesetzliche Rente über Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert. Jeder zahlt einen Prozentsatz seines Einkommens in die Rentenkasse.

Seit 2005 gilt die sogenannte nachgelagerte Besteuerung: Rentenbeiträge sind während des Arbeitslebens steuerfrei, die Renten selbst werden im Alter besteuert.

Der steuerpflichtige Anteil steigt jedes Jahr. Wer 2025 in Rente geht, muss bereits 83,5 % seiner Rente versteuern.

Das System ist komplex, teuer in der Verwaltung und sorgt für hohe Lohnnebenkosten.

Mein Vorschlag: Rente über die Mehrwertsteuer

Statt Beiträge vom Lohn einzuziehen, könnte man die Rente über eine erhöhte Mehrwertsteuer finanzieren. Jeder Einkauf – vom Brötchen bis zum Auto – würde automatisch einen Beitrag ins Rentensystem leisten.

Einheitsrente: Jeder erhält eine Grundrente von z. B. 1.250 € monatlich.

Zusatzpunkte: Für jedes Jahr Vollzeit +10 €, für Teilzeit +5 €. Nach 40 Jahren Vollzeit wären das zusätzliche 400 € → Gesamtrente 1.650 €.

Vorteil: Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssten keine Rentenbeiträge mehr leisten. Das senkt die Arbeitskosten und macht das System transparenter.

Gleichheit als Prinzip

Ein zentraler Vorteil dieses Modells: Die Rente wäre für alle gleich. Für die Putzfrau genauso wie für den Ingenieur oder Arzt. Denn alle Bürger sind wichtig. Ein Ingenieur kann sein Büro nicht betreiben, wenn die Toilette nicht gereinigt oder der Schreibtisch nicht abgewischt wird. Und doch verdient die Reinigungskraft oft unter der Armutsgrenze – mit einer Rente, die kaum zum Leben reicht.

Was passiert heute?

Menschen mit niedrigem Einkommen müssen ihre Rente mit Bürgergeld oder anderen Zuschlägen aufstocken.

Wer gut verdient, bekommt nicht nur eine höhere Rente, sondern kann sich auch private Vorsorge leisten.

Das ist nicht gerecht. Denn jeder Mensch trägt dazu bei, dass unsere Gesellschaft funktioniert – unabhängig vom Gehalt. Eine steuerfinanzierte Einheitsrente würde diese Ungleichheit mildern. Sie würde sicherstellen, dass auch Menschen mit geringem Einkommen im Alter würdevoll leben können, ohne auf zusätzliche Sozialleistungen angewiesen zu sein.

Weniger Armut, weniger Bürokratie

Die Kosten für Altersarmut würden sinken.

Zuschläge wie Grundsicherung im Alter könnten entfallen – weil die Rente ausreicht.

Die Verwaltung würde einfacher, transparenter und günstiger.

Natürlich muss die Höhe der Einheitsrente regelmäßig angepasst werden – sie muss zur Lohnsituation und zum Lebensstandard passen. Aber das Prinzip bleibt: Jeder bekommt eine faire Basis, und wer lange arbeitet, bekommt mehr.

Fazit

Die Idee einer steuerfinanzierten Einheitsrente ist provokant, aber sie zeigt: Es gibt Alternativen zum komplizierten Beitragssystem. Ein Modell über die Mehrwertsteuer würde die Rente zu einer echten Gemeinschaftsaufgabe machen – jeder Einkauf wäre ein kleiner Beitrag zur Altersvorsorge.

Vielleicht ist es Zeit, über solche radikalen Vereinfachungen nachzudenken. Denn die Frage bleibt: Wollen wir ein System, das immer komplizierter wird – oder eines, das jeder versteht und das niemand zurücklässt?

Was sagt Ihr dazu