Neujahr auf Nordbahntrasse: Weiße Pracht statt Pulverdampf

Ein Spaziergang über die Nordbahntrasse – zwischen Winterwunder und Neujahrsputz.

Wenn sogar die Wuppertaler Talachse weiß leuchtet, dann gibt es keine Zweifel mehr: Der Winter ist offiziell in der Stadt angekommen. Während man auf den Höhenlagen wie Lichtscheid oder Cronenberg jedes Jahr mit Schnee rechnen kann, ist die weiße Pracht im Tal meist ein flüchtiger Gast. Oft hält sie sich dort kaum länger als ein paar Stunden.

Was für ein Timing! Pünktlich zum ersten Tag des Jahres versinkt alles unter einer dichten Schneedecke. Und obwohl ich eigentlich kein großer Winter-Fan bin, muss ich zugeben: Dieses Mal bin ich froh drum. Der Schnee wirkt wie ein natürlicher Filter, der den ganzen Dreck schluckt, den die Menschen in der Silvesternacht in die Luft geschossen haben.

Von Knallern, Gestank und alten Traditionen

Dieses Jahr habe ich das Spektakel unfreiwillig aus nächster Nähe miterlebt. Mein Fazit? Von weitem sieht Feuerwerk bezaubernd aus, aber aus der Nähe betrachtet… nun ja. Die ohrenbetäubende Geräuschkulisse, der beißende Gestank von Schwarzpulver und kleine Kids, die völlig ungeniert mit Raketen hantieren – nein danke!

Ich bin heilfroh, dass ich vor über zwanzig Jahren einen Schlussstrich unter diese Tradition gezogen habe. Den Tieren, den Mitmenschen und der Umwelt zuliebe muss das einfach nicht sein.

Ein Zeichen für die Gesellschaft: Wer räumt hier eigentlich auf?

Doch es gab einen Lichtblick am Neujahrsmorgen. Während ich über die Nordbahntrasse spazierte und die Ruhe genoss, verschwanden die Raketenreste nicht nur unter dem Neuschnee – sie wurden vielerorts aktiv beseitigt.

In vielen deutschen Städten gab es wieder die wunderbare Aktion, bei der vor allem muslimische Mitbürger am Morgen des 1. Januars auf die Straßen gingen, um den Müll der Nacht wegzuräumen. Ich finde das fantastisch! Es ist ein echter Beweis dafür, dass diese Menschen an die Gemeinschaft denken und zeigen wollen: „Wir gehören dazu und wir übernehmen Verantwortung.“

Ein kleiner, witziger (oder eher trauriger) Gedanke blieb mir dabei jedoch hängen: Es heißt immer „die Moslems“ räumen auf – aber wo waren eigentlich „die Deutschen“? Geschossen haben in der Nacht schließlich alle gemeinsam, egal welcher Herkunft. Es wäre doch gelacht, wenn wir es nächstes Jahr nicht schaffen, auch gemeinsam den Besen in die Hand zu nehmen.

Bis dahin genieße ich die seltene Stille im Tal – solange der Schnee im Wuppertaler Matsch noch durchhält!

Meine 12 wichtigste Bilder aus 2025

1Bild in Monat / 12 Bilder & Monate ….
„Man sagt, das Beste kommt zum Schluss – und in diesem Fall stimmt es wortwörtlich. Auch wenn das neue Jahr schon fast an die Tür klopft, möchte ich mir die Zeit nehmen, das vergangene Jahr 2025 noch einmal Revue passieren zu lassen.

Es ist für mich eine liebgewonnene Tradition geworden: Ich krame in meinen Fotoalben, suche die emotionalsten, lustigsten oder einfach schönsten Bilder jedes Monats heraus und halte kurz inne. Was ist passiert? Was hat mich bewegt? Auch wenn ich dieses Mal etwas spät dran bin, geht es mir gar nicht um die Pünktlichkeit, sondern darum, diese besonderen Momente noch einmal ganz bewusst zu erleben, bevor die Reise im neuen Jahr weitergeht.

Kommt mit auf eine kleine Zeitreise durch mein 2025!“

Januar 2025

Zwischen Ruhe und Unruhe

Lebensader… noch einmal
Der Januar 2025 fing bei mir ziemlich ruhig an. Nach einem langen Klinikaufenthalt und der Zeit in der Tagesklinik war meine wichtigste Aufgabe, erst einmal meinen eigenen Weg und einen neuen Rhythmus zu finden. Das war jedoch gar nicht so einfach, denn die schlechten Nachrichten von meinem Arbeitsplatz wollten einfach nicht abreißen – im Gegenteil, es wurde sogar noch schlimmer.

Vielleicht habe ich genau deswegen meine Spaziergänge so gerne an Orten verbracht, die ich einfach liebe. Ein besonderer Rückzugsort war dabei für mich die Kunst: Die faszinierenden Skulpturen von Tony Cragg haben mich auf meinen Wegen begleitet und mir geholfen, für einen Moment abzuschalten.

Februar 2025

Ein Kampf gegen das Grau

Allein
Das miese Wetter im Februar hatte leider großen Einfluss auf mein Gemüt. Irgendwie hat mir dieser Monat wieder einen Stoß nach hinten versetzt. Ich merkte, wie ich ständig nach Ausreden suchte und anfing, an mir selbst zu zweifeln. Aber ich kämpfe weiter – ich will nicht wieder dort ankommen, von wo ich gerade erst mühsam zurückgekehrt bin.

Spaziergänge, selbst bei diesem Wetter, sollten eigentlich helfen. Doch manchmal ließen sie mich nur noch mehr grübeln. Trotz der gedrückten Stimmung habe ich zumindest ein interessantes Bild mit nach Hause gebracht, das diesen Monat gut einfängt.

März 2025


Kirschblütenjagd in Düsseldorf

Nature Thursday 2025 #13
Kirschbäume – wo findet man sie zahlreicher als in Düsseldorf? An diesem Tag hat mich mein Sohnemann nach Düsseldorf in den Japanischen Garten gezerrt, denn dort sollten sie zu finden sein. „Sollten“ ist allerdings das richtige Wort, denn leider haben wir nicht viele entdeckt. Und die wenigen, die wir sahen, standen noch nicht ganz in ihrer vollen Blütenpracht. Aber egal: Trotz des schlechten Wetters war es ein wirklich schöner Spaziergang – einfach, weil ich mit meinem Sohnemann unterwegs war.

April 2025

Am Abgrund und doch ein Lichtblick im Grünen

Nature Thursday 2025 #17
Im April erreichte meine Gesundheit ihren absoluten Tiefpunkt. Die Nachricht war endgültig: Meine Firma ist dicht. Nach 23 Jahren flatterte mir die Kündigung ins Haus, und ich stand plötzlich vor einem großen schwarzen Loch – ohne Abfindung, ohne Urlaub, einfach am Ende.

In dieser schweren Verfassung stand mein erster Besuch bei der Arbeitsagentur an. Doch ich hatte Glück: Vor mir saß eine Mitarbeiterin, die ganz anders war, als man es oft hört. „Bleiben Sie erst einmal gesund und machen Sie sich keine Sorgen“, sagte sie. Das hat mir ein wenig Mut gemacht.

Einen der wenigen Momente, die ich mit einem positiven Gefühl festgehalten habe, zeigt mein Bild des Monats: Es sind die Bäume an der Sporthalle, in der die Mädchen vom HSV spielten. Es war ein wunderschöner April-Tag, und das frische Grün der Bäume vor der Halle war für einen Augenblick wichtiger als all der Ärger.

Mai 2025


Von der Endstation zu neu Anfang

Wochenend-Blues? Nicht mit mir!
Im Mai stand meine Reha an. Der Anfang war unglaublich schwer. Schon die Hinfahrt fühlte sich für mich wie eine Endstation an – und das, obwohl ich eigentlich so gerne mit dem Zug reise. Aber ich möchte gar nicht über die Anreise erzählen, sondern über das Wochenende.

Nach einer knochenharten Woche im Therapie-Marathon sehnt man sich einfach nur nach Ruhe. Diese fand ich am Samstag gemeinsam mit meiner Frau, die mich besucht hat. Mein Bild des Monats zeigt jedoch den Sonntag und meinen ersten richtigen Ausflug in Bad Kreuznach, genauer gesagt nach Bad Münster am Stein. Es war eine echte Herausforderung, die teilweise wie eine Bergsteigerung aussah. Aber der Wahnsinn ist: Hier fange ich endlich wieder an zu leben!

Juni 2025

Ein Jahrzehnte-Traum wird wahr

Der ewige Kampf mit dem Bericht: Mein Ausflug zu der Germania
Noch immer spüre ich bei Bahnfahrten diese Unruhe. Sind es die Menschen, die mich anschauen? Ich weiß es nicht genau. Aber dieses Mal dauerte die Fahrt nicht lange, und dann stand sie plötzlich in der Ferne auf dem Berg vor mir: die Germania.

Ich liebe solche monumentalen Denkmäler, und die Germania stand schon so lange auf meiner To-do-Liste. An diesem Tag habe ich mir einen jahrzehntelangen Traum verwirklicht. Und ich bin nicht mit der Seilbahn gefahren – nein, ich habe den Weg komplett zu Fuß bezwungen. Es war ein fantastischer Tag, an den ich mich bis heute mit feuchten Augen zurückerinnere.

Juli 2025

Endlich ich selbst

Himmelsblicke JULI 2025
Die Reha-Zeit ist zu Ende und ich merke: Ich bin ein ganz anderer Mensch geworden. Ist das nur Einbildung? Ich glaube nicht. Jeden Tag bin ich draußen und gehe spazieren, genau so, wie ich es in der Reha gelernt habe. 10.000 bis 15.000 Schritte müssen es täglich sein. Auch Momente wie diesen hier auf dem Bild spüre ich mit meiner ganzen Seele. Es ist ein unglaubliches Gefühl: Endlich bin ich ich selbst.

August 2025

Beuys und die Faszination des Andersseins

Schloss Moyland und Beuys
Joseph Beuys – es gibt Künstler, die man sofort erkennt. Nicht unbedingt nur an ihren Werken, sondern als Mensch. Wieso gerade er dazu gehört, weiß ich gar nicht genau. Er war einer der wenigen Weltstars der deutschen Kunstszene, der mich zwar nicht unbedingt direkt anspricht, der mich aber durch sein Anderssein fasziniert.

Deswegen fiel mir die Entscheidung leicht, Schloss Moyland zu besuchen. Es war die perfekte Gelegenheit, ein neues Schloss zu entdecken und mich intensiver mit Beuys zu befassen. Eine gute Entscheidung!

September 2025

Ein Bild aus dem Bauch heraus

Nature Thursday 2025 #39
Warum ich gerade dieses Bild gemacht habe? Wenn ich ehrlich bin, weiß ich es gar nicht genau. Aber ich spüre, dass es eine gute Entscheidung war. Es gab keinen Plan und keinen besonderen Grund, aber jetzt, wo ich es betrachte, bin ich einfach froh, dass ich diesen Moment festgehalten habe.

Oktober 2025

Kunstgenuss und ein Neuanfang

Der erste Schuss nach zwei Jahren: Mein Panorama-Comeback
Tony Cragg – ein Künstler, dessen Werke ich einfach bewundere. Seine Skulpturen schmücken viele öffentliche Plätze in Wuppertal und sind einfach grandios. Doch obwohl ich sie so liebe, war ich bisher noch nie in seinem Skulpturenpark, den er vor Jahren in Wuppertal eröffnet hat.
Endlich fand ich die Zeit dafür – und Zeit ist seit dem 1. Oktober ein kostbares Gut, denn ich arbeite wieder! Nach eineinhalb Jahren Pause stelle ich mich einer neuen Aufgabe und einer neuen Herausforderung.
Aber zurück zum Skulpturenpark: Es ist ein 14 Hektar großes Areal, auf dem fast 40 Skulpturen von Tony Cragg und anderen Künstlern ihren Platz gefunden haben. Im Laufe der Zeit werden hier bestimmt noch mehr Bilder aus dem Park zu sehen sein, denn ich habe jetzt eine Jahreskarte! 🙂

November 2025

Zeit als kostbares Gut

Black & White 2025 – November
Und schon wieder eine Skulptur aus dem Skulpturenpark! Irgendwie greife ich in letzter Zeit oft auf Bilder zurück, die ich schon vor einigen Tagen oder Wochen gemacht habe. Seit ich wieder arbeite, ist Zeit wirklich Mangelware geworden.
Aber auch das Wetter lässt langsam sehr zu wünschen übrig. Wenn es draußen ungemütlich wird, bin ich froh, auf meine Sammlung schöner Momente zurückgreifen zu können. Die Kunst gibt mir auch an grauen Novembertagen die nötige Energie.

Dezember 2025

Zwischen Glasmalerei und Vorfreude

Das Licht von Altenberg
Der Dezember war ein Monat, der mit der Fotografie nicht viel am Hut hatte. Das Wetter war eine gute – wenn auch ziemlich treffende – Ausrede. Vorweihnachtlicher Stress, gemischt mit der Arbeit an meinem Blog und einer gewissen Dauermüdigkeit nach der Arbeit, ließen wenig Raum für Neues. Zudem steht fest: Irgendwann demnächst werde ich in das Dreischichtsystem aufgenommen. Es wird also ein spannendes nächstes Jahr!

Mein letztes Bild des Jahres zeigt ein Fenster, das bei einem Ausflug nach Altenberg entstand. Die Glasmalerei ist ein Kunstobjekt, das mich einfach fasziniert und einen Moment der Ruhe in diesen hektischen Monat gebracht hat.

Die Königsdisziplinen – Meine Best-of 2025

„Aber das war noch nicht alles! In den letzten Jahren hat es sich bei mir eingebürgert, zum Abschluss noch meine persönlichen ‚Königsdisziplinen‘ zu krönen. Hier sind meine Highlights des Jahres:

DAS ERFOLGREICHTE BILD
Doch für 2025 sieht die Bilanz anders aus: Keines meiner Bilder fand in diesem Jahr den Weg in die Medien, und es wurde auch keines außerhalb irgendwie geehrt. Deshalb habe ich mich entschieden, auch in diesem Jahr kein Bild für diese Kategorie auszusuchen. In einem Jahr, in dem es primär darum ging, gesund zu werden und wieder zu sich selbst zu finden, ist die größte Belohnung nicht ein Preis, sondern der Moment, den das Foto für mich persönlich festgehalten hat
DAS SCHÖNSTE SPORT BILD DES JAHRES
Hier wird es mir wirklich schwer gemacht! Die Mädchen vom HSV spielen inzwischen in der höchsten Jugendliga, und das bedeutet Sport auf Top-Niveau. Material für diese Kategorie habe ich also massenweise! Jedes Spiel bietet so viel Dynamik und Leidenschaft, dass es fast unmöglich ist, sich nur für ein Bild zu entscheiden.

Aber am Ende ist es nicht allein das Spiel der Mädels, das mich so stolz macht. Es ist das Bild meines Sohnes. Als Trainer der Mannschaft hat er so viel Herzblut investiert, um das Team auf diesen Erfolgskurs zu bringen. Der Erfolg seiner Mädels ist eben auch sein Erfolg – und das ist es, was mich als Vater so unglaublich stolz macht.

DAS SCHÖNSTE HANDYFOTO DES JAHRES
DAS Seit ein paar Jahren habe ich das Handy eigentlich ständig in der Hand. Aber das Fotografieren damit war für mich lange Zeit so eine Sache – obwohl ich es oft ausprobiert habe, mochte ich die Ergebnisse nicht immer. Das hat sich jedoch geändert, seit ich das S24 besitze. Da es ziemlich gute Bilder macht, verzichte ich mittlerweile manchmal ganz bewusst auf den Fotoapparat und nehme nur noch das Handy mit. In letzter Zeit sind dabei wirklich viele Bilder entstanden, die sich absolut sehen lassen können!

DAS SCHÖNSTE KI-KUNST
Und jetzt folgt ein echtes Novum auf czoczo.de: das KI-Foto des Jahres. Seit geraumer Zeit nutze ich künstliche Intelligenz als Unterstützung – sei es, um meine Texte zu kontrollieren oder um spezielle Bilder für die sozialen Medien und diesen Blog zu erstellen.

Diese neue Form der Kreativität soll ebenfalls geehrt werden. Die KI ist für mich zu einem wertvollen Werkzeug geworden, das mir hilft, meine Visionen noch besser auszudrücken. Deswegen ist es nun so weit: Hier ist es, das erste offizielle KI-Bild des Jahres auf meinem Blog!

DAS SCHÖNSTE BILD DES JAHRES
Und nun zum allerbesten Bild des Jahres … Es ist wirklich schwer, das eine beste Foto auszusuchen. Eigentlich ist das eine Aufgabe, die mir riesigen Spaß machen sollte, aber sie bereitet mir auch echtes Kopfzerbrechen. Man möchte schließlich den schönsten Moment präsentieren – das Bild, das dann über viele Jahre hinweg an vielen Stellen auf czoczo.de zu sehen sein wird. Es ist die eine Aufnahme, die dieses besondere Jahr 2025 am besten zusammenfasst. Aber was muss, das muss – hier ist es!


So war es also, mein Jahr 2025. Die Bilder selbst sind zwar nur Momentaufnahmen, aber sie zeigen sehr deutlich, was ich im Laufe dieses Jahres alles erlebt habe. Heute würde ich viele der Aufnahmen vielleicht anders machen – aber aus der Perspektive der Zeit lässt sich im Nachhinein immer alles besser machen. Wichtig ist nicht die Perfektion des Bildes, sondern dass es mich an den Moment erinnert, in dem ich angefangen habe, wieder ich selbst zu sein.

Ich bin bereit für das, was kommt. Auf ein spannendes Jahr 2026!

Und hier die schönste Bilder des Jahres … ab 2008

Projekt in Vergangenheit
2009 , 2010 , 2011 , 2012 , 2013 , 2014 , 2015 , 2016 , 2017 , 2018 , 2019 , 2020 , 2021 , 2022 , 2023 , 2024

Black & White Projekt: Ein Rückblick auf Saison 10

Ein Jahr voller Kontraste

Nachdem ich am Ersten den letzten aktiven Beitrag für dieses Jahr veröffentlicht habe, ist es heute Zeit für ein ehrliches Resümee. 12 Monate lang hat mich die Schwarz-Weiß-Fotografie durch dieses Jahr begleitet. Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen, die mich vor allem eines gelehrt hat: Kreativität lässt sich nicht erzwingen.

Die Suche: Wenn das Thema fehlt

Wer mein Projekt länger verfolgt, weiß, dass ich mir jedes Jahr eine besondere Hürde setze: Ein festes Thema, das sich wie ein roter Faden durch alle Monate zieht. Doch dieses Jahr war es anders. Die Ideenlosigkeit hat mich hartnäckig verfolgt, und ich habe das Thema, nach dem ich suchte, einfach nicht gefunden.

Wenn ich heute auf meine Bilder von 2025 zurückblicke, bin ich ehrlich gesagt nicht ganz zufrieden. Für mich wirken sie streckenweise ein wenig „seelenlos“, weil der verbindende Kern fehlte. Aber auch das gehört zur Fotografie dazu – es gibt Jahre, in denen man sucht, um im nächsten Jahr wieder zu finden.

InLinkz: Mein persönliches Highlight im Workflow

Trotz der kreativen Flaute gab es eine technische Neuerung, die ich nicht mehr missen möchte: Die Umstellung auf InLinkz. Obwohl die Einführung sehr abrupt war, habt ihr das Tool wunderbar angenommen.

Ich muss InLinkz an dieser Stelle loben: Es ist unkompliziert und nimmt mir den Stress der manuellen Verlinkung. Auch wenn es optisch schlichter ist als meine früheren Linklisten, schenkt es mir wertvolle Zeit für die Kamera. Deshalb bleibt InLinkz auch 2026 unser treuer Begleiter!

Ein herzliches Dankeschön an meine Community

An dieser Stelle ist es mir ein großes Anliegen, danke zu sagen. Mein Dank gilt allen Lesern, aber ganz besonders allen Bloggern und Bloggerinnen, die Monat für Monat dabei sind. Danke für eure Treue und eure Leidenschaft, die Schwarz-Weiß-Fotografie auf euren Blogs so lebendig zu präsentieren.

In einer Zeit, in der die bunte Farbfotografie oft dominiert, kommt die monochrome Kunst manchmal zu kurz. Doch genau deshalb ist jeder einzelne eurer Beiträge so wertvoll: Er hilft dabei, die Black & White Fotografie am Leben zu erhalten und ihr die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdient. Ohne euch wäre dieses Projekt nicht das, was es heute, nach 10 Jahren, ist.

2026 Mitmachen: Und deine Schwarz-Weiß-Bilder einreichen

Black & White 2026Wer Lust hat, kann seine Beiträge zur Schwarz-Weiß-Fotografie immer am Ersten des Monats bei mir anmelden.

  • Zeitraum: Das InLinkz-Tool ist jeweils bis zum 15. des Monats geöffnet.
  • Kein Stress: Ihr habt genug Zeit, eure besten Aufnahmen zu zeigen.
  • Neues Logo: Ich habe ein frisches Logo für das Projekt entworfen! Nehmt es gerne mit auf eure Blogs und teilt es mit euren Besuchern.

Einladung: Werde Teil meines Foto-Rings für Schwarz-Weiß-Fotografie

Übrigens habe ich noch eine besondere Neuigkeit für euch: Erinnert ihr euch an den Interessen-Foto-Ring auf czoczo.de? Ich habe diesen Ring bereits vor vielen Jahren gegründet. Auch wenn er in letzter Zeit ein wenig in Vergessenheit geraten ist – er existiert noch immer!

Ich möchte dieses Verzeichnis wieder beleben. Wenn du deine eigene Black & White Galerie, deine Webpräsenz oder deinen Blog in diesem speziellen Verzeichnis sehen möchtest, bist du herzlich eingeladen.

So einfach bist du dabei: Schick mir einfach eine kurze E-Mail mit dem Link zu deiner Galerie oder deinem Blog. Kurz darauf nehme ich dich auf und du wirst Teil unserer Gruppe. Ich freue mich darauf, das Netzwerk wieder wachsen zu sehen!

Schlimmer geht immer

Wenn der Blog 17 Jahre alt ist und seine Pubertät gerade erst beginnt…

Aus der zeitlichen Distanz betrachtet, wirken manche Probleme oft erstaunlich simpel – und ja, es gibt immer eine Lösung. Nur bevor man zu dieser Erleuchtung gelangt, kostet es Nerven, Schlaf und manchmal unnötig viel Zeit. Aber fangen wir von vorne an…

Als quasi „erwachsener“ Blogger mit czoczo.de, das inzwischen stolze 17 Jahre auf dem Buckel hat, bin ich schon oft auf die Nase gefallen. Und jedes Mal bin ich wieder aufgestanden, bereichert um neue, meist schmerzhafte, Erfahrungen. Normalerweise brauchte ich nur ein paar Minuten oder Stunden, um die Blog-Katastrophen in den Griff zu bekommen… Manchmal waren es ein paar Tage. Aber es ist mir immer gelungen, den Blog wieder ans Laufen zu bringen.

Auch dieses Mal ist es im Grunde nicht anders. Nur das Ausmaß des Ärgers und der verlorenen Zeit fühlen sich diesmal exponentiell größer an. Die ursprüngliche Vision, wie der Blog einmal aussehen sollte, wird wohl künftig nur noch eine nostalgische Erinnerung sein.

Die Schuld daran trägt eine einzige App. Ein kleines, digitales Werkzeug, an das ich mich über die Jahre so gewöhnt hatte, dass es zu einem festen Bestandteil des Blogs geworden war. Klar, man kann den Blog auch ohne sie am Leben erhalten und weiterführen – aber nur, wenn man herbe Abstriche bei der Funktionalität akzeptiert. Oder eben: Man zückt das Portemonnaie und bezahlt.

Dass Software und Apps Geld kosten, ist vollkommen normal. Aber dass man für exakt denselben Funktionsumfang jedes Jahr aufs Neue zur Kasse gebeten wird, ist eine Hausnummer, die ich nicht akzeptieren will. Selbst wenn es bedeutet, dass ich jetzt meine wertvolle Zeit – die ich eigentlich genießen sollte – wieder tagelang in die Umschreibung alter Seiten investieren muss.

Die charmante Bescherung von Imagely

Ja, das ist die knallharte Realität, die uns die Firma Imagely kurz vor den Festtagen beschert hat. Die Pro-Version der NextGen Gallery – eine der besten WordPress-Apps für Fotografen – funktioniert bei mir einfach nicht mehr. Die Galerien, die diese Pro-Version nutzten, existieren zwar noch als Dateien im Hintergrund, werden aber auf den Seiten schlichtweg nicht mehr angezeigt. Blackout. Tot.

Die „Lösung“? Entweder man akzeptiert den Status quo und nutzt ab sofort NUR noch die kostenlose Version (mit all ihren Einschränkungen)… oder man setzt sich hin und sucht auf czoczo.de jeden einzelnen Beitrag auf und ändert den Code manuell. Zumindest das ist technisch noch möglich. Es kostet Zeit – viel Zeit! –, aber man kann den Blog so in einen Zustand versetzen, dass die Bilder mit einer anderen, wenngleich weniger eleganten, Präsentation immer noch gezeigt werden können.

Es wartet jede Menge Arbeit auf mich, aber ich hoffe, ich werde mich mit der Zeit irgendwie damit abfinden können. Jedes Jahr dafür bezahlen… NEIN! Nicht mit mir!

Vorerst muss ich mich also mit der Free-Version von NextGen neu anfreunden. Die neue Version hat nicht nur ein anderes Aussehen mitgebracht, sondern auch manche Vorgehensweisen. Nicht immer ist das schlüssig oder logisch. Aber das muss ich jetzt eben annehmen. Es ist, wie es ist.

Aufgeben ist keine Option

Natürlich gäbe es noch eine zweite, ganz einfache Möglichkeit: den Blog löschen und vielleicht neu anfangen. Aber das kommt erst recht nicht infrage! czoczo.de ist inzwischen eine der größten – wenn nicht die größte – Handball-Galerien im Wuppertal. Die Kids von damals sind heute erwachsen und freuen sich hoffentlich immer noch, ihre sportlichen Anfänge zu sehen.

Deshalb steht Aufgeben nicht zur Debatte. Die Kosten für Server und Co. kann ich (noch!) stemmen.

Also mache ich mich jetzt langsam an die Arbeit und hoffe, dass Ihr Euch rechtzeitig meldet, wenn Ihr einen Fehler seht.

Und an dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Imagely bedanken, für dieses wundervolle, vorweihnachtliche Geschenk. Nichts bringt uns mehr in Festtagsstimmung, als tagelange, unbezahlte Mehrarbeit. Vielen Dank für die Bescherung, Jungs! Frohe Weihnachten!


Mein Beitrag für Himmelsblicke 2025 – #10

Normalerweise dreht sich bei meinem Projekt Himmelsblicke alles um Klarheit, die perfekte Linienführung und den Blick in die Weite. Leider war mein Blick am letzten Donnerstag nicht auf Sterne gerichtet, sondern auf das Rücklicht des Vordermanns.

Projekt Himmelsblicke vs. Projekt Höllen-Stau: Wenn das Universum nein sagt

Der Tag war eigentlich als Startschuss für meine persönliche Operation NextGen-Lösung geplant. Nachdem mich die Imagely-App (ihr erinnert euch an die charmante Bescherung) in die digitale Steinzeit zurückgeworfen hatte, wollte ich den Donnerstag nutzen, um mich in Code und Datenbanken zu wühlen. Stattdessen? Stau.

Die 10-Minuten-Hölle von Haan

Mein Tag begann, wie ein guter Tag nicht beginnen sollte: um vier Uhr morgens aufgestanden, um rechtzeitig bei der Arbeit zu sein. Um 18:00 Uhr stand ich endlich wieder zu Hause. Aber dazwischen? Ein kleiner Abstecher zu meinem Schwager, der mich über drei Stunden meines Lebens gekostet hat. Die zehnminütige Visite wurde zur unbezahlten Verlängerung meines Arbeitstags.

Gerade am Donnerstag, einen Tag nach dem großen NextGen-Fiasko, musste mich das Schicksal auch noch auf die Probe stellen. Wieder einmal stand ich nicht mit der Kamera für ein schönes Bild draußen, sondern stand fest wie einbetoniert auf der Straße. Der Grund: Ein gigantischer LKW-Unfall auf der A46 bei Haan.

Die A46 – eine der meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands – war für über 15 Stunden dicht! Das gesamte Verkehrsaufkommen musste runter von der Bahn, was ein Chaos mit sich brachte, wie ich es seit Jahren nicht mehr erlebt habe. Es war eine regelrechte Verkehrsapokalypse in der Region Solingen/Wuppertal.

Ich war so müde, so genervt und so verärgert, dass ich mein Auto am liebsten einfach abgestellt hätte, um nach Hause zu laufen. Während ich da stand und zuguckte, wie mein Plan, das Blog-Problem zu lösen, im zähflüssigen Stau-Brei versank, fragte ich mich: Hat das Universum gerade entschieden, dass ich dieses Jahr einfach keine Freizeit verdient habe?

Zuerst Imagely, dann der LKW. Man könnte meinen, irgendjemand möchte nicht, dass ich Bilder zeige – egal ob auf dem Blog oder in der Realität.

Trotz dieser Widrigkeiten und der Tatsache, dass ich mich fühle, als hätte ich gerade einen Marathon im Stop-and-Go absolviert: Ich lasse mich nicht unterkriegen! Mein Blog bekommt eine Lösung (irgendwann!) und meine Himmelsblicke gibt es trotzdem!

Eure Belohnung: Die Himmelsblicke des Jahres

Um diesen Beitrag mit etwas Positivem zu beenden und zu zeigen, dass sich das Aufstehen um vier Uhr morgens manchmal gelohnt hat:


Hier zeige ich euch alle Bilder, die ich dieses Jahr für das Projekt Himmelsblicke aufgenommen habe. Viel Spaß beim Anschauen! Und denkt daran: Auch wenn der Himmel mal voller Rücklichter statt Sterne ist – es gibt immer einen Weg.

Das große Abenteuer

Maus Pieps ist nicht nur eine Figur, sondern ein Riesen-Abenteuer – vor allem für mich selbst.

Die Wurzeln dieser Geschichte reichen weit zurück. Vor vielen, vielen Jahren – ich war damals vielleicht dreizehn – packte mich die reine Freude am Schreiben. In einem schlichten Heft begann ich, meine erste (und bis dato einzige) literarische Welt zu erschaffen: Ein Science-Fiction-Abenteuer, das sich thematisch ein wenig an den Film Planet der Affen anlehnte. Es war die Zeit der Träume, in der das simple Ausdenken der Geschichte und die geistige Reise der wahre Genuss waren.

Damals zeigte ich die Geschichte fast niemandem. Nur meine Cousine Irene durfte einen Blick riskieren. Sie gestaltete die Titelseite liebevoll, um das Heft schön und einzigartig zu machen. Ob ihr der Inhalt – eine jugendliche Dystopie – gefiel, hat sie mir nie verraten. Bestimmt wollte sie mir nicht wehtun – aber eine Kritik, auch wenn sie manchmal wehtut, ist ehrlicher als in Ungewissheit zu leben. Das nenne ich wahre Familienliebe: lieber schweigen als dem Autorenherz wehzutun! Bis heute bin ich mit dem damaligen Ergebnis nicht wirklich zufrieden.

Der waghalsige Neubeginn

​Nach über vierzig Jahren hat mich diese alte Flamme wieder gepackt. Ein wenig durch die Ermutigung aus dem Netz – und ja, nach Jahren, in denen ich im Blog jeden erdenklichen Schwachsinn verzapft habe – dachte ich: Warum nicht noch einmal wagen? Eine echte Geschichte diesmal. Keine Science-Fiction, sondern eine Geschichte, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen verzaubern sollte.
​Und plötzlich hatte ich moderne Waffen: die KI. Sie ist das Hilfswerkzeug, das es mir überhaupt erst ermöglicht, meine wirren Gedanken in halbwegs verständliches Deutsch zu gießen. Ja, ich weiß, manche empört das, und vielleicht sieht man der Sprache die „Nachhilfe“ an. Aber das nehme ich in Kauf, denn die Alternative wäre, euch mit meinem ungefilterten Deutsch Augenkrebs zu verursachen!
​So war sie geboren: meine neue, waghalsige Schnapsidee.


Der Wochen-Kampf und die Leere danach

​Ich muss ehrlich sein: Die Geschichte von Pieps war mein Baby, das ich mit eigenen Händen geformt habe. Ich habe die KI nicht gefragt, „Was soll ich schreiben?“. NEIN! Ich habe jede Sequenz selbst erdacht, musste manche Passagen mehrmals durchkneten, bis die Essenz meiner Idee spürbar war. Die KI? Sie war nur der Übersetzer meiner stümperhaften deutschen Texte, der sie so polierte, dass sie nach etwas Ähnlichem wie einer Geschichte aussahen.
​Aber jeden Sonntag, jede Woche, war es ein immenser Stress. Eine neue Episode musste fertig sein. Die Deadline drückte, das Adrenalin pumpte. Ich habe wochenlang dafür geackert, diese Maus auf ihre Reise zu schicken.
​Und dann … die Leere. Das erhoffte Echo blieb aus.
​Das war der Schmerzpunkt, der Pieps’ schnelles Ende besiegelte. Haben die Leute schon nach dem ersten Satz abgeschaltet? Haben sie sich lustig gemacht? Oder hat es einigen vielleicht doch im Stillen gefallen? Ich weiß es nicht. Doch das fehlende Feedback war wie ein kalter Windstoß, der mich zur fluchtartigen Heimkehr zwang.

Das war der Schmerzpunkt. Es wäre so viel einfacher gewesen, jetzt die Segel zu streichen, die Geschichte zu beenden, den Pieps sterben zu lassen und wieder zu dem zurückzukehren, was ich sonst tue. ABER NICHT!

Abenteuer von Maus Pieps

Pieps’ Überleben und das neue Zuhause

Der Pieps war und ist mir zu wichtig. Er wird nicht sterben!
Ich habe ihn am Leben erhalten, denn ich bin felsenfest entschlossen: Es wird auf jeden Fall eine Fortsetzung geben!

Vorerst aber braucht Pieps ein Zuhause – einen Ort, an dem sich seine Freunde sammeln können. Deshalb entsteht gerade auf czoczo.de eine neue Webpräsenz. Es wird unsere zentrale Fan-Seite, auf der ich das Fundament für die Rückkehr lege. Dort werde ich bisher unveröffentlichte Bilder zeigen, die es nicht ins Buch geschafft haben, und das eine oder andere verraten, bevor es offiziell im Blog erkundet wird.

Schaut bald vorbei! Auf czoczo.de warten wir auf alle, die Pieps am Leben halten wollen!

Der Esel von Marqab


Die Ankunft war ein stilles Wunder. Ein halbes Leben lang hatte er das Heilige Land durchkämmt, und doch war es die schlichte Heimkehr nach vielen Jahren, die seinen Geist am meisten rüttelte. Seit Monaten schon atmete Sir Kilian die Luft seiner Heimat, spürte das vertraute, kühle Leinen seiner Ehefrau auf der Haut und sah seine erwachsenen Kinder an, die er als Knirpse zurückgelassen hatte. Er lebte, er war unversehrt, und doch war er nicht heil. Der Körper war gezeichnet, die Schultern breit wie ein Eichenstamm, aber die Seele war eine offene Wunde, die nicht verheilte.
​Jede Nacht holten ihn die Schatten ein. Sie tanzten hinter seinen geschlossenen Lidern: die leisen Schreie, das Klirren von Stahl, das Blut, das die Hände verfärbte. Der Papst hatte sie alle zu Mördern im Namen Gottes gemacht. Kilian hatte es gesehen, es getan – das Töten von Kriegern, Frauen und sogar Kindern. Der Auftrag war klar gewesen, die Taten schrecklich, und die Gnade Gottes fühlte sich an wie die Lüge eines Verräters. Er wachte auf, die Hände zitterten, der Schweiß klebte auf der Haut. Ein Mörder zu sein, das machte die Nächte kurz.
​Doch heute Nacht war es anders. Ein einziges, klares Bild verdrängte die blutigen Schatten. Es war die Erinnerung an eine Begegnung, die fast in der Fülle der Jahre untergegangen war. Sie waren auf einem Feldzug in der Nähe von Damaskus, unweit der Festung Marqab. Kilian, damals noch voller Eifer, saß an einem Lagerfeuer, als ein kleiner, hagerer Junge näherkam. Seine Augen waren wachsam, voller Vertrauen und doch mit einem Hauch von Furcht. Er trug einen Wasserschlauch.

​Der Junge hieß Jamal. Er sprach leise, fast wie ein Flüstern. Seine Mutter war kürzlich gestorben, sein Vater vor einem Jahr von einem christlichen Ritter getötet worden – einfach, weil er den Kreuzritter nicht verstanden hatte, weil er eine andere Sprache sprach. Jamal warf Kilian, der dieselbe Kleidung trug wie der Mörder seines Vaters, einen Blick zu, der frei war von jeglichem Hass. Er reichte ihm das Wasser und fragte nichts. Er schien zu verstehen, dass es eine Gnade war, ein Mensch zu sein. Ein Mensch, der einfach nur Wasser reichte.

​Heute Nacht, Jahre später, begriff Kilian die Weisheit, die in diesem Moment lag. Er hatte gespürt, wie das Leben auch ohne Hass und Furcht existieren konnte. In den Augen des kleinen Jamal hatte er das Menschliche gesehen, rein und unberührt von den Gräueln des Krieges. Jamal hatte ihm das Wasser gegeben, nicht aus Angst oder Ergebenheit, sondern aus reiner Menschlichkeit. Er hatte Kilian eine Geste des Friedens gezeigt, als sein eigenes Herz vom Krieg zerrissen war.
​Kilian schlug die Augen auf. Der Morgen war nah. Er atmete tief ein und spürte, wie eine Last von seiner Brust wich. Die Gräuel der Vergangenheit würden immer ein Teil von ihm sein, aber er musste sich nicht mehr von ihnen definieren lassen.

    ​Die wahre Gnade liegt nicht im Kampf oder in der Sünde, sondern in der schlichten Erkenntnis, dass das Leben auch nach dem Krieg weitergeht, in den Händen derer, die gelernt haben, aus Liebe zu geben, anstatt aus Wut zu nehmen.

​Von nun an würde sein Leben nicht mehr vom Zeichen des Schwertes bestimmt werden, sondern von den Erinnerungen an einen kleinen Jungen, der ihm in der Dunkelheit Wasser reichte. Er war nicht mehr nur ein Kreuzritter, er war wieder ein Mensch – der Mensch, der er immer sein wollte.

Der letzte Penny

Heute ist wieder Montag und damit Zeit für den nächsten Teil meiner neuen Blog-Serie „Gemeinsam mit KI erzählt“.
​Letzte Woche haben wir ja das erste Kapitel gestartet und ich freue mich, die Reise mit euch fortzusetzen. Wie geplant geht es heute mit einer neuen, spannenden Kurzgeschichte weiter.

Der letzte Penny

Der Herbstnebel hing wie ein feuchter, grauer Mantel über den Straßen Londons. Es war das Jahr 1888, eine Zeit des Umbruchs, in der das viktorianische Empire in seiner Blüte stand, doch die Schatten der Industrialisierung auf die Armenviertel fielen. Die schwachen Strahlen der Gaslaternen kämpften gegen die undurchdringliche Luft an, während die Gerüche von nassem Pferdemist, Kohle und feuchtem Kohl die Gassen erfüllten. Über den Schornsteinen kroch dicker Ruß in den Himmel und legte sich wie eine zweite Schicht über die Stadt.

​London war ein Ort extremer Gegensätze. In den prunkvollen Vierteln im Westen rollten die Kutschen der Reichen über die breiten Boulevards. Hinter glänzenden Fenstern tanzte das Licht von Kronleuchtern. Nur wenige Straßen weiter, in den engen, schmutzigen Gassen von Whitechapel, lebten Hunderte in ärmlichen Kammern, in denen der Regen durch die Dächer sickerte und der Hunger oft der einzige Begleiter war.


Hier, in dieser Welt aus Ruß und Elend, war Mr. Thomas Finch auf seinem Heimweg.
​Der alte Mann ging mit gebeugtem Rücken, seine Schritte waren langsam und müde. Sein Haar war schlohweiß, sein abgetragener Mantel dünn, doch er bewahrte eine stille Würde, die ihm selbst die Armut nicht nehmen konnte. Er war eine bekannte Gestalt in diesem Viertel, ein stummer Zeuge des täglichen Kampfes ums Überleben. Jeden Abend führte ihn sein Weg zu einer Straßenecke, wo ein kleiner Junge namens John saß. Mit schmutzigen, geschickten Händen flocht der Junge Körbe aus Weidenruten. Und jeden Abend ließ Mr. Finch einen Penny in den Korb fallen – ein kleiner Wert, der doch so viel bedeutete. Für John war es ein Zeichen der Hoffnung, für den alten Mann eine stille Erinnerung an seine eigene Menschlichkeit.

​Aber an diesem Abend war alles anders. Kurz vor Feierabend hatte sein Vorgesetzter ihn beiseitegenommen. „Es tut mir leid, Thomas“, hatte er gesagt, „aber Sie sind nicht mehr schnell genug. Wir brauchen jüngere Leute.“ Mit einem knappen Nicken war er entlassen worden, nach über 40 Jahren harter Arbeit. Die leeren Hände, die beschämende Erkenntnis, nicht mehr gebraucht zu werden, waren schwerer als jeder Sack, den er je geschleppt hatte. Nun tastete er in seiner Manteltasche, doch fand nur Leere. Es gab keinen Penny für den kleinen John, nicht einmal eine einzige, winzige Münze.
​Als er die Straßenecke erreichte, blickte John auf. Seine Augen, klar und unschuldig, trafen die müden Augen des alten Mannes.
„Guten Abend, Sir“, sagte der Junge.


Mr. Finch schluckte. „Heute habe ich nichts für dich, mein Junge. Nicht einen Penny“, murmelte er, so leise, als schämte er sich für seine Worte.
Für einen Moment herrschte eine Stille, die so tief war, dass man nur das eigene Herz schlagen hörte. Dann legte John seinen Korb beiseite und sagte:
„Das macht nichts, Sir. Sie haben mir oft geholfen. Heute sollten Sie es behalten. Vielleicht brauchen Sie es mehr als ich.“
​Tränen traten Mr. Finch in die Augen, und er legte seine zittrige Hand auf die Schulter des Jungen. Das warme Gewicht der kleinen Geste war mehr wert als jede Münze der Welt. Es war, als würde der dicke Nebel in seinem Inneren ein wenig leichter. Als er weiterging, schien die Straße weniger düster und die Gaslaternen warfen ein wärmeres, helleres Licht in die dunklen Gassen.

Fazit


​Ein einziger Penny ist wenig, doch die menschliche Güte, die er symbolisiert, ist unendlich. Die Begegnung des alten Mannes mit dem Jungen zeigt, dass wahrer Reichtum nicht in der Tasche, sondern im Herzen liegt. Auch in den dunkelsten Zeiten kann eine kleine Geste der Menschlichkeit den Weg erhellen.