Gestern, auf meinem kurzen Spaziergang, bin ich einer alten Laterne begegnet. Eigentlich nichts Besonderes, doch in diesem einen Moment hat die tiefstehende Sonne sie so perfekt getroffen, dass sie förmlich von innen heraus erstrahlte.
Es war fast magisch: In der Laterne ist keine Birne mehr, sie ist eigentlich leer. Und doch schafften es die Sonnenstrahlen, die sich im alten Glas brachen, das Gehäuse komplett mit Licht zu füllen. Ein paar Minuten später wäre der Winkel der Sonne schon wieder ein anderer gewesen und der Zauber verflogen. Aber für diesen Augenblick war es das schönste Bild des Tages.
Um dieses warme Gefühl, das ich beim Anblick hatte, noch zu unterstreichen, habe ich bei der Bearbeitung ein wenig an Kontrast und Sättigung gedreht. Ich hoffe, die Stimmung kommt rüber, ohne dass es zu künstlich wirkt!
Vor ein paar Jahren habe ich auf meinem Blog eine ganz besondere Sammlung eröffnet: Eine Galerie für Türen und Portale. Eigentlich eine tolle Sache, aber in letzter Zeit herrschte dort leider ein wenig „Durchzug“. Neue und interessante Entdeckungen sind selten geworden – oder ich bin einfach mit geschlossenen Augen durch die Welt gelaufen.
Meine Sammlung ist zwar schon beachtlich gewachsen, aber ich muss gestehen: Letztes Jahr habe ich dem Ganzen viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Eigentlich schade! Hier im Bergischen Land ähneln sich die Türen oft sehr; echte Prachtstücke sind gar nicht so leicht aufzuspüren. Und wenn man immer nur die gleichen Wege geht, wird die Ausbeute natürlich nicht besser. Man kennt irgendwann jede Klinke beim Vornamen.
Deshalb habe ich mir vorgenommen, für meine Spaziergänge demnächst völlig neue Gebiete zu erkunden. Solange das Wetter allerdings so bleibt wie in den letzten Tagen, ist das mit dem Spazierengehen eher eine „Feucht-Fröhliche“ Angelegenheit – nur ohne das Fröhlich.
Aber hey, nach jedem Winter kommt früher oder später der Frühling. Und auf den freue ich mich heute schon riesig – und meine Kamera auch!
Ich bereite gerade meinen ersten Beitrag für das Black and White Projekt 2026 vor!
Wie gewohnt wird das Fotoprojekt immer am ersten Tag des Monats eröffnet. Da wir am 1. Januar alle noch mit dem Neujahr beschäftigt waren, starten wir diesmal mit einer kleinen Verspätung – aber keine Sorge: Da jeder Teilnehmer 15 Tage Zeit hat, reicht das völlig aus. Ihr seid also alle wieder herzlich eingeladen!
Nachdem ich mir im letzten Jahr kein festes Thema gesetzt habe, möchte ich 2026 öfter im Skulpturenpark Waldfrieden vorbeischauen. Es sieht ganz danach aus, als würde ich euch in nächster Zeit öfter mit Werken von Tony Cragg ‚langweilen‘ – aber ich hoffe natürlich, dass euch die Einblicke gefallen! Mein Ziel ist es, meine Technik in der Schwarz-Weiß-Fotografie zu verfeinern und mich künstlerisch weiterzuentwickeln
Tony Cragg “ Migrant“ (2015)
Die Skulptur von Tony Cragg, die ich heute präsentiere, trägt den Namen ‚Migrant‘. Ein gewagter Titel, der zum Nachdenken anregt. Man muss sich intensiv mit der Form auseinandersetzen, um die Aussage dahinter zu verstehen. Ich selbst habe den tieferen Sinn noch nicht ganz entschlüsselt, aber das Werk fasziniert mich sehr.
Besonders beeindruckend ist die Oberfläche der Bronzeskulptur: Wenn man direkt davor steht, wirken die feinen Strukturen fast organisch. Man kann kaum glauben, dass dieses Werk aus hartem Metall besteht – es wirkt in der Nahaufnahme beinahe weich wie flüssiges Wachs. Ich bin absolut begeistert von dieser Dynamik!
Was denkt ihr über die Skulpturen von Tony Cragg? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!
Ich war schon so oft im Altenberger Dom, und jedes Mal faszinieren mich die Fenster dieser Kirche aufs Neue. Besonders die Westfassade mit ihrem Westfenster – dem größten gotischen Fenster nördlich der Alpen – zieht mich immer wieder in ihren Bann. Je nach Tageszeit und Wetter wirkt die Fassade jedes Mal anders, wenn ich in Altenberg bin. Das Licht spielt hier eine ganz eigene Rolle und verändert die gesamte Atmosphäre im Raum.
Über das Westfenster habe ich ja schon einmal geschrieben, daher heute nur eine kurze Erzählung darüber. Diesmal haben mich die „weißen“ Fenster, die in den Seitenschiffen ihren Platz finden, viel neugieriger gemacht. Man nennt sie auch Grisaille-Fenster. Diese hellen Glasflächen wirken auf den ersten Blick sehr schlicht, was an den strengen Regeln der Zisterzienser-Mönche lag, die früher auf bunten Prunk verzichteten.
Doch bei genauerem Hinsehen entdeckt man wunderschöne, feine Muster im Glas. Was mich dieses Mal besonders fasziniert hat: Manche dieser klaren Fenster haben zusätzlich ein kleines, farbiges Wappen in der Ecke. Diese Wappen stammen oft von adligen Stiftern, die den Bau des Doms unterstützten und sich so in den Fenstern verewigen durften. Sie wirken wie kleine, kostbare Farbtupfer in der sonst so schlichten Architektur.
Zum Schluss möchte ich euch noch einladen, einen Blick in meine Galerie über Bleiglasfenster auf czoczo.de zu werfen. Dort habe ich die neuen Bilder aus Altenberg hochgeladen. In dieser Galerie finden sich alle möglichen Fenster, die ich bisher vor die Kamera bekommen habe. Sie ist vielleicht noch nicht riesig, aber ich fülle sie mit großer Vorliebe und freue mich über jeden, der dort vorbeischaut und die Lichtspiele gemeinsam mit mir genießt.
Der verborgene Magnet: Die Villa Waldfrieden und ihre fehlenden Ecken
Endlich! Ich bereite mich schon seit Jahren auf diesen Besuch vor. Wer die Kunst von Tony Cragg liebt, muss einfach einmal hier gewesen sein. Heute ist es so weit: Ich bin im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal.
Auch wenn die Skulpturen der eigentliche Star sind – ich habe direkt ein Haus entdeckt, das meine ganze Aufmerksamkeit fesselt: die Villa Waldfrieden, früher bekannt als Villa Herberts. Sie ist der geheimnisvolle Mittelpunkt des Parks. Leider ist sie für uns Besucher innen nicht zugänglich, aber ihre Geschichte und ihre Architektur sind ein riesiger Magnet.
Die Sensation: Ein Haus ohne rechte Winkel
Die Villa ist eine architektonische Sensation, die bewusst fast ohne rechte Winkel gebaut wurde. Nach der Zerstörung des Vorgängerbaus beauftragte der Lackfabrikant und Kunstmäzen Dr. Kurt Herberts nach dem Krieg den Architekten Franz Krause.
Ihr Ziel war ein klares Statement gegen die kalte, kubische Architektur der Zeit. Zwischen 1947 und 1950 entstand ein Meisterwerk der Organischen Architektur. Das Credo: „Nicht Raumkuben aneinanderreihen, sondern Kraftlinien bilden.“
Das Ergebnis ist ein Haus voller fließender, runder Formen. Es wirkt, als wäre es direkt aus dem Hang gewachsen – eine riesige, begehbare Skulptur, die perfekt mit der umgebenden Natur harmoniert.
Geheimnisse hinter den runden Mauern
Was dieses Baudenkmal aber wirklich spannend macht, sind die Geschichten über seinen ursprünglichen Bewohner. Herberts war nicht nur Kunstfreund, sondern auch ein vorsichtiger Industrieller. Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass die Villa über:
Abhörsichere Räume und einen Fluchtraum verfügte.
Eine riesige Telefonzentrale im Keller besaß, die mit über 30 Außentelefonen im Wald verbunden war.
Ein Haus, das so natürlich und organisch aussieht, aber so geheimnisvoll ausgestattet war – ein spannender Kontrast!
Vom Mäzen zum Bildhauer
Jahre stand dieses besondere Haus leer, bis Tony Cragg es 2006 erwarb. Er rettete das Baudenkmal und machte es zum Verwaltungssitz seiner Stiftung. Damit verbindet sich die Vision des Bildhauers perfekt mit der architektonischen Vision des Kunstmäzens Herberts.
Die Villa Waldfrieden mag verborgen bleiben, aber sie ist der Grundstein und das Herz dieses magischen Ortes. Ich kann es kaum erwarten, jetzt endlich die Skulpturen zu entdecken!
Kaum zu glauben, aber manchmal entstehen auch Bilder, die ich mit der Kamera und nicht nur mit dem Handy mache.
Meistens, wenn ich zu einem Spiel fahre, ist meine Kamera mit dabei. Ein Spiel nur mit dem Handy zu fotografieren, ist nämlich nicht die beste Idee – auch wenn viele Eltern ihre Kinder so filmen.
Deswegen hatte ich bei dieser schönen Wand auch glücklicherweise meine Kamera dabei. Sie steckte zwar im Rucksack, aber die Idee war einfach zu gut, um darauf zu verzichten. Also, nichts wie Rucksack runter, Objektiv wechseln und los geht’s.
Die Hoffnung aussenden – Hans Reichers „Der Friede“
Wenn man die Kunst betrachtet, ist es oft mehr als nur Stein oder Bronze. Es ist eine Geschichte, die darauf wartet, erzählt zu werden. Und es gibt Geschichten, die untrennbar mit einem bestimmten Datum verbunden sind. Der 1. September ist so ein Tag.
Heute, am 1. September, gedenken wir eines tragischen Jahrestages: Der Beginn des Zweiten Weltkriegs mit dem Überfall Deutschlands auf Polen im Jahr 1939. Ein Datum, das Europa in Ruin und unermessliches Leid stürzte und uns daran erinnert, wie schnell Frieden zerbrechlich wird.
Vor diesem Hintergrund bekommt die Skulptur, die ich heute zeigen möchte, eine noch tiefere und eindringlichere Bedeutung. Sie ist das Werk „Der Friede“ von Hans Reicher.
Die Skulptur zeigt eine kniende Figur, die ihre Arme zum Himmel streckt. Ihre Hände sind erhoben, als würde sie etwas in die Welt entlassen. Und in diesem Moment der Hingabe oder Sehnsucht lässt sie eine Taube fliegen, mit der tiefen Erwartung, dass diese eines Tages – oder schon bald – mit einem Olivenzweig als Zeichen des Friedens zurückkehren wird.
Die Taube ist ein uraltes Symbol. Ihre bekannteste Bedeutung verdankt sie dem biblischen Bericht von Noah und der Arche. Eine Taube kehrt mit einem Olivenzweig im Schnabel zur Arche zurück – das Zeichen, dass die Sintflut vorüber ist und die Erde wieder bewohnbar ist. Die Taube wurde so zum Symbol der Versöhnung, der Hoffnung und vor allem des Friedens.
Hans Reicher schuf mit dieser Skulptur ein zeitloses Werk, das diese uralte Symbolik in einer kraftvollen Geste einfängt. Die kniende Figur, die uns hier begegnet, erinnert uns daran, dass Frieden nicht einfach gegeben wird. Er muss gesucht, ersehnt und manchmal auch aktiv in die Welt entsandt werden. Es ist eine Geste der Initiative, der Geduld und der tiefen Hoffnung, dass unser Ruf nach Frieden erhört wird.
Gerade an einem Tag wie dem heutigen, an dem uns die Geschichte mahnt, und in einer Zeit, in der die Schatten von Konflikten wieder über Europa liegen, lädt uns diese Skulptur ein, uns zu fragen: Was senden wir in die Welt hinaus? Und sind wir bereit, auf das Zeichen des Friedens zu warten und es zu empfangen, wenn es wie eine Taube zu uns zurückkehrt? Diese Skulptur ist mehr als Kunst; sie ist eine Mahnung und eine ewige Hoffnung.